EPISODE 20: From Asphalt to Alpine
In dieser Jubiläumsfolge sprechen wir mit Philipp Flieger über seinen Weg vom Bahn- und Straßenlauf zum Trailrunning und darüber, wie er auf seine Karriere als Marathonprofi und Olympiateilnehmer zurückblickt. Wir sprechen auch über seinen ersten Trailwettkampf, seine Erfahrungen im alpinen Gelände und die Unterschiede zwischen Marathon, Trail und Ultrastrecken.
04.08.2026 109 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Jubiläumsfolge sprechen wir mit Philipp Pflieger über seinen Weg vom Bahn- und Straßenlauf zum Trailrunning und darüber, wie er auf seine Karriere als Marathonprofi und Olympiateilnehmer zurückblickt. Wir reden auch über seinen ersten Trailwettkampf (INFINITE TRAILS), seine Erfahrungen im alpinen Gelände und die Unterschiede zwischen Marathon, Trail und Ultrastrecken. Außerdem geht es um seine Sicht auf Olympia und die Frage, wie Trailrunning in das olympische Programm passen könnte, ohne seine eigene Identität zu verlieren. Wir beleuchten seine Zeit in Kenia, die dortige Laufkultur, die Bedingungen in Iten und das Thema Doping. Zum Schluss erfahren wir mehr über seine Projekte außerhalb des Sports, darunter seinen Kaffee mit Kenia-Bezug und die Unterstützung einer NGO. Wir erfahren, wie er Bewegung im Familienalltag lebt und warum ihm Freude am Sport wichtiger ist als reine Leistungsziele.
0:20 Jubiläumsfolge mit Philipp Pflieger
3:07 Erstes Trailrennen in Gastein
6:12 Vom Leistungssport zum Trail
8:24 Community statt Wettkampf
12:50 Neue Rollen im Leben
17:58 Olympischer Traum und Rückschläge
24:12 Trailrunning bei Olympia?
29:58 Chancen für Nachwuchsläufer
35:26 Kenias Laufwelt
41:48 Optimismus als Werkzeug
42:56 Studium und zweite Karriere
46:40 Vom Athleten zum Podcaster
51:08 Lernen durch Vorbereitung
56:59 Berge statt Straße
58:16 Kaffee mit Herz
1:04:12 Familie und Patenschaften
1:14:37 Vom Asphalt ins Alpine
1:19:21 Ausrüstung für den Trail
1:23:37 Angst vor dem Gelände
1:29:39 Lehren aus Rückschlägen
1:35:58 Training für die Höhenmeter
1:39:40 Tipps für Trail-Einsteiger
1:47:26 Rückblick und Abschied
// ENGLISH
In this anniversary episode, we talk with Philipp Pflieger about his journey from track and road running to trail running, and look back at his career as a professional marathon runner and Olympian. We also discuss his first trail race (INFINITE TRAILS), his experiences in alpine terrain, and the differences between marathons, trails, and ultra-distances. Furthermore, we cover his perspective on the Olympics and the question of how trail running could fit into the Olympic program without losing its identity. We shed light on his time in Kenya, the running culture there, the conditions in Iten, and the topic of doping. Finally, we learn more about his projects outside of sports, including his Kenya-themed coffee and his support for an NGO. We discover how he integrates movement into his family life and why the joy of sport is more important to him than pure performance goals.
// ENGLISH
In this anniversary episode, we talk with Philipp Pflieger about his journey from track and road running to trail running, and look back at his career as a professional marathon runner and Olympian. We also discuss his first trail race (INFINITE TRAILS), his experiences in alpine terrain, and the differences between marathons, trails, and ultra-distances. Furthermore, we cover his perspective on the Olympics and the question of how trail running could fit into the Olympic program without losing its identity. We shed light on his time in Kenya, the running culture there, the conditions in Iten, and the topic of doping. Finally, we learn more about his projects outside of sports, including his Kenya-themed coffee and his support for an NGO. We discover how he integrates movement into his family life and why the joy of sport is more important to him than pure performance goals.
0:20 Anniversary episode with Philipp Pflieger 3:07 First trail race in Gastein 6:12 From competitive sports to the trail 8:24 Community instead of competition 12:50 New roles in life 17:58 Olympic dream and setbacks 24:12 Trail running at the Olympics? 29:58 Opportunities for young runners 35:26 Kenya's running world 41:48 Optimism as a tool 42:56 Studies and second career 46:40 From athlete to podcaster 51:08 Learning through preparation 56:59 Mountains instead of roads 58:16 Coffee with a heart 1:04:12 Family and sponsorships 1:14:37 From asphalt to alpine 1:19:21 Gear for the trail 1:23:37 Fear of the terrain 1:29:39 Lessons from setbacks 1:35:58 Training for elevation gain 1:39:40 Tips for trail beginners 1:47:26 Review and farewell
Transkript
So, herzlich willkommen zum Infinite Talk, dem Podcast der Adidas Infinite Trades in Gastein.
Heute mit der Jubiläums-Ausgabe Nummer 20.
Vielen, vielen Dank an euch alle draußen, die fleißig in den letzten zwei Jahren
zugehört haben, die uns immer wieder Kommentare geschickt haben und die uns
natürlich bewegen, auch weiterzumachen.
Und heute, glaube ich, habe ich ein sehr, sehr interessantes Thema für euch
mitgebracht vom Asphalt to Alpine.
Dafür habe ich mir auch einen Special Guest mitgebracht für die 20. Episode.
Und zwar Marathonläufer, Marathonprofi,
Olympionike, aber das Wichtigste eigentlich und glaube ich einer,
der maßgebenden Einschnitte auch ins Leben als Trailläufer war das Finish beim
30K bei den Infinite Trails im letzten Jahr. Herzlich Willkommen und guten Morgen Philipp.
Ja, guten Morgen, vielen Dank, dass ich bei euch hier zu Gast sein darf.
So viele kennen Philipp Flieger vielleicht auch von euch, manche kennen ihn
vielleicht auch nicht und das ist genau das Ziel heute unseres Podcasts,
einfach ein bisschen einzutauchen, wer ist der Mensch, der 1.2.12.15 gelaufen
ist, der bei Rio am Start gewesen ist und bester Deutscher im Marathon bei den
Olympischen Spielen gewesen ist.
Aber wir wollen uns natürlich auch über das Thema unterhalten.
Was macht ein Marathonläufer, wenn
er zum Trail kommt? Wie schafft man den Übergang auch dementsprechend?
Bist du heute Morgen schon gelaufen?
Ich bin heute Morgen noch nicht gelaufen tatsächlich. Nee, das stimmt.
Normalerweise ist der Morgen schon die Zeit, wo ich es am ehesten unterbringen kann.
Einfach in Organisationen mit dem beruflichen Alltag, aber auch natürlich in
Organisationen, was die Kinderbetreuung betrifft.
Und wenn ich dann eh schon auf dem Weg zur Kita, zur Krippe bin,
dann mache ich das in aller Regel gerne in Laufklamotten direkt.
Aber heute habe ich einen einigermaßen gut gefüllten Tag, sodass ich tatsächlich
im Vorfeld schon mal am Rechner saß.
Denn ich darf heute mit euch sprechen. Für mich eine große Freude,
eine große Ehre, hier in der 20. Folge dabei sein zu dürfen.
Wir haben aber heute auch noch eine eigene Aufnahme im Anschluss gegen Mittag.
Eine eigene Podcastaufnahme für den Bestzeit-Podcast für diese Woche.
Im Vorfeld der deutschen Leichtathletikmeisterschaften, die am Wochenende auch anstehen.
Und heute Abend gibt es noch ein Event in einem Gymnasium.
Ich versuche immer so ein bisschen auch bei so, ich sag mal,
so schulischen Aktivitäten, wenn ich da angefragt werde und wenn es meinen Terminplan
hergibt, Teil von zu sein und dann Erfahrungen weiterzugeben,
die ich so in meiner Sportlaufbahn gemacht habe.
Ich habe eben so gesagt, spaßeshalber Einschnitt in das Läuferleben mit dem
Finish beim 30K bei den Adidas Infinite Trades in Gastein.
Wenn du dich erinnerst, was macht Infinite Trails für dich besonders?
Weil es war ja auch dein erstes Trail-Rennen überhaupt, oder?
Ja, total. Also für mich war das in vielerlei Hinsicht ein absoluter Segen,
mein erstes Trail-Rennen bei euch in Gastein machen zu dürfen bei den Adidas Infinite Trails.
Das liegt ein bisschen daran, an den persönlichen Connections sozusagen,
die man so hat und ein bisschen natürlich auch daran, dass ich nach wie vor
noch Adidas Ambassador bin.
Neuerdings, was heißt neuerdings, so neu ist es nicht mehr. Seit drei Jahren
bin ich ja sozusagen kein Profiathlet mehr, sondern habe dann im Zuge der Geburt
meiner Tochter dann auch meine Profikarriere beendet.
Sport und Bewegung spielen natürlich immer noch eine große Rolle in meinem Alltag.
Aber da hat sich natürlich vieles geschifftet. Und ich bin immer noch Adidas Markenbotschafter.
Und über die Geschichte ist man natürlich in diesem ganzen Kosmos sehr vertraut
und hat heute natürlich einen anderen Zeitplan als früher.
Also vor allem auch nicht mehr diesen Druck in gewissen Zyklen laufen,
ich sag jetzt mal zu müssen auch in Teilen, so an sich Saisonplan zu orientieren,
weil da waren natürlich die Infinite Trails vom Termin her für mich früher immer
ein bisschen schwierig.
Ich bin ganz oft den BMW Berlin Marathon gelaufen als noch Profi und deswegen
drei Wochen vorher so ein Trailrennen hat immer nicht so gut reingepasst und
deswegen war das eine total coole Idee letztes Jahr.
Aus so einer Freundesgruppe, sag ich jetzt mal, die irgendwo mit Adidas zusammenhängt
und eben auch mit Kai Pflaume, dass wir gesagt haben, hey.
Wie wäre es denn, wenn wir da zusammen das mal mitmachen und erleben und dann
haben wir gesagt, komm, wir wollen da auch mal demütig rangehen, wir,
nehmen mal die 30K, also jetzt auch nicht gleich irgendwie was von den super
krasseren Herausforderungen noch, die es ja bei euch eben auch gibt,
und wagen uns da mal ran als Rookies, Weil für Kai Pflaume war es wie für mich das erste Mal,
wie soll ich sagen, also eine offizielle Teilnahme bei einem Trail-Event und
ich fand es in allen Belangen aufregend und super spannend und inspirierend.
Das hat ganz viele verschiedene Gründe. Ich habe, also da weiß ich gar nicht,
wo ich da ausholen muss, also ich habe Laufen natürlich als Kind.
Gelernt oder ich wurde ans Laufen auch herangeführt, sicherlich durch meinen Vater, der einfach,
nach der Arbeit laufen gegangen ist, Laufschuhe angezogen, nach der Arbeit raus
ist und dann, ich merke das ja selber jetzt als Vater, Kids schauen ja sehr
auf einen, hat es nicht lange gedauert, bis ich gesagt habe,
ich möchte da mit ihm laufen gehen und dann ganz schnell so diese Freude an dieser Bewegung,
gefunden und entwickelt habe. Und dann klassisch ging der Weg über Jugend,
Leichtathletik, Vereine.
Man hat dann irgendwie gemerkt, naja, Laufen macht mir halt trotzdem am meisten
Spaß oder bin ich vielleicht auch am besten so.
Und so ging das dann peu a peu ein bisschen in diese Leistungssportschiene.
Klar, olympische Spiele als Kind habe ich immer am Fernseher aufgesogen und
irgendwo so diesen, auch jetzt muss man sagen, realistischen Traum mit neun
Jahren für mich entwickelt, irgendwie da mal hinzuwollen zu olympischen Spielen.
Und so ging das dann irgendwie über eine Leistungssport- und irgendwann auch
Profikarriere von der Bahn Richtung Straße.
Aber ich fand es schwierig nach dem Karriereende irgendwie so einen Zugang zu
laufen, einen anderen Zugang zu laufen zu finden.
Weil es ist ja natürlich ein ganz harter Bruch zwischen, ich trainiere zweimal
am Tag Minimum und renne 200 Kilometer in der Woche, um, was weiß ich,
nochmal eine Minute schneller zu laufen auf 42,195 Kilometer, zu,
ich habe mich bewusst entschieden, jetzt Leistungssport hinter mir zu lassen,
aber so einen normalen Zugang zu Bewegung zu bekommen, der nicht unbedingt performant ist.
Und das ist eigentlich so ein bisschen das Schöne am Laufen,
finde ich, dass Laufen so ultra vielseitig sein kann und eben auch dich so in
diese Natur führen kann.
Und ich hatte letztes Jahr dann auch so ein bisschen aus, naja,
wie soll man sagen, wir hatten im Sommer so ein bisschen Zeit mit meinem besten
Kumpel, irgendwie so ein bisschen so eine, ja fast schon eine Schnapsidee gehabt,
dass wir gesagt haben, hey, wir haben im August eine Woche Zeit, mh.
Wollen wir probieren, über die Alpen zu laufen? Von Garmisch an Gardasee.
Und dann habe ich gesagt, boah, weiß ich jetzt auch nicht. Haben wir irgendwie
jetzt auch nicht so richtig für, also klar, wir haben noch eine gute Grundfitness.
Ich will das jetzt nicht runterreden, dass man das unvorbereitet machen soll,
aber wir haben jetzt wirklich nicht ganz so viele Gedanken darüber gemacht und
haben das dann in sechs Tagen gemacht. Das waren so, glaube ich,
170 Kilometer oder ein bisschen mehr.
In sechs Tagen haben wir das gemacht. und da habe ich schon richtig Blut geleckt
und habe gemerkt, alter ist das geil,
so ein bisschen natürlich mit Komoot dir im Vorfeld die Routen abstecken,
plus minus, wir hatten einen Kumpel, der uns dann mit einem Wohnmobil begleitet
hat, sodass wir da dann auch das jetzt nicht ganz so fix machen mussten,
wie jede Etappe aussieht, wir konnten das ein bisschen verlängern oder verkürzen,
Und das war total geil, aber da waren halt auch solche Sachen dabei,
wie ich hab das erste Mal so Stöcke benutzt und so.
Und deswegen fand ich es so cool bei euch eben bei den Adidas Infinite Trails,
dass da auch ganz viel Aufregung und Vorfreude dabei war.
Da ging es ja dann um hier Pflichtausrüstung, all solche Sachen,
die gab es für mich ja früher nicht, was man da alles dann mitführen muss.
Dann weiß ich noch, dass der Vortag, der war glaube ich wettertechnisch ein
bisschen super. Da darfst du noch nicht vorgreifen, weil.
Du hast mir jetzt schon acht Fragen beantwortet. Aber das ist genau,
und das ist auch genau das. Also ihr habt richtig Spaß gehabt und das hat man
letztes Jahr gemerkt. Also Kai Pflaume, ihr werdet mit Sicherheit 20 Minuten
schneller gelaufen als Gruppe oder wie auch immer.
Aber Kai musste halt überall an jeder Elstation ja auch ein Selfie mit den Leuten machen.
Also 10, 15 Minuten pro Adstation locker verloren, aber auch nicht verloren,
weil irgendwie war es ja auch ein Gewinn für die Veranstaltung.
Das ist das, was ich meine. Und das ist ja auch heutzutage wichtig.
Du sagst es ja auch, du bist Ambassador.
Ambassador müssen im Prinzip auch einfach nahbar sein und auch greifbar sein.
Genau. Es gab einen Journalisten, der vor ein paar Jahren gesagt hat,
Infinite Trails is more than a race, it's a community. Kannst du das unterschreiben? Mhm, 100 Prozent.
100 Prozent, weil, guck mal, ich war das erste Mal bei euch,
ich hab mich direkt ultra wohl gefühlt vor Ort, ich fand die Organisation herausragend,
also das sag ich jetzt nicht, um euch hier irgendwie Honig im Mund zu schmieren,
es war für mich als Rookie, als Neuling, der sowas macht, total klar,
ich fand's im Vorfeld geil, wie man informiert wird, auch per Mail immer,
ich fand's geil, wie man auch wettertechnisch unmittelbar vorher,
ich glaub, es war dann auch per SMS, meine ich, oder sowas, oder ein Message
irgendwie nochmal upgedatet wird,
Und auch bei so, ich sag jetzt mal etwaigen Unsicherheiten, weißt du,
du kommst da hin, hast sowas noch nie gemacht, dann brauchst du Pflichtausrüstung
und für welche Wetterlage, das war für mich alles Neuland.
Und ich fand mich da, also für mich hat sich so angefühlt, dass man da wahnsinnig
gut auch als Neuling an die Hand genommen wird und total transparent durch diesen,
ganzen auch Vorstartprozess geführt wird.
Plus ich fand die Helfer in der, wie hießen diese Halle da, wo man dann auch
die Race Gear gecheckt hat.
Der Kursaal, der Kursaal. Genau, das fand ich schon richtig geil,
die das da auch total empathisch und cool alle gemacht haben.
Ich fand es auf der Strecke cool. Wie gesagt, wir sind da jetzt nicht rangegangen
zu sagen, wir wollen irgendwie, also ein bisschen anders wie das,
wo ich ursprünglich herkomme als Sportler, wir wollen jetzt nicht gucken,
dass wir das so schnell wie möglich machen.
Für uns war so klar, wir wollen 30 Kilometer, die 30k gut bewältigen,
aber zusammen als Gruppe und ob das dann am Ende jetzt dreiviertel Stunde schneller
oder nicht ist, es war uns jetzt nicht so wichtig und deswegen,
genau, Kai wird natürlich…,
Der wird natürlich ja überall auch erkannt, wir natürlich auch in Teilen,
gibt auch viele offensichtlich Leute, die bei euch starten auf dem Westside-Podcast,
die ich dann auf der Strecke festgestellt habe und die sich auch gefreut haben,
also das ist ja das Coole, weißt du, das ist so,
nicht mit einem Ellbogen und so gegeneinander, ich hatte das Gefühl,
das ist insgesamt ein sehr großes Miteinander, mag sein, dass das natürlich
im Top-Bereich, wenn es um Platz 1, 2, 3 geht, da vorne vielleicht auch wieder
anders ist, aber da, wo wir unterwegs waren,
war das ein total cooles Miteinander.
Einander und man ist mit ganz vielen Menschen eben in Austausch auch gekommen,
weil manche Strecken bist ja dann auch gewandert, sag ich jetzt mal in Anführungszeichen,
wenn es sehr steil war und oder es gab ja ein paar rutschige Passagen,
logischerweise durch den Regen des Vortags,
da hat man sich gegenseitig geholfen, man hat sich unterhalten,
man hat an den Aidstation eben dann auch mal ein Selfie gemacht und das fand
ich total, also in Summe plus natürlich die wunderschöne.
Bergwelt in Gastein und Umgebung, macht natürlich auch was aus.
Für mich ist es das Gesamtpackage gewesen, wo ich...
Und das sage ich auch jetzt nicht, weil ich hier heute an einem Podcast-Mikro
sitze, sondern das habe ich oft genug,
in verschiedenen Rahmen erwähnt, eben auch, ich habe kürzlich mit Matthias Fritz
noch mal telefoniert, wo ich gesagt habe, das war letztes Jahr schon ein richtig
herausragender, geiler Sporttag und dann hat er gesagt, jo, das wird er auch
noch lange in Erinnerung behalten.
Ja und das ist glaube ich genau unser Ziel, es ist Erlebnisse zu kreieren,
memories, creation of memories, long lasting memories und das ist das Entscheidende.
Du hast eben einen ganz entscheidenden Punkt gesagt, die Helfer oder auch diejenigen, die die,
mandatory equipment control gemacht haben, das sind Adidas Runners Communities,
das heißt, das sind Leute, die vor dem Rennen auch als Helfer zur Verfügung
stehen und das machen und ich glaube, das ist das Besondere,
dass halt einfach die Community und du weißt selber von der Party her,
Die Party startet erst dann, wenn alle Helfer von der Strecke wieder da sind,
weil die Helfer gehören genauso zur Community.
Zurückgehend nochmal auf dein morgendliches Laufen, wenn du normalerweise unterwegs
bist und du kommst zurück, hast geduscht und stehst jetzt vor dem Spiegel und schaust in den Spiegel.
Welchen Philipp Pfleger siehst du momentan? Philipp Pfleger,
den Sportler, den Medienprofi, Unternehmer oder den Familienmensch?
Boah, das ist eine,
Oder ist es die Kombi von allem? Krasse Frage.
Das ist, ich glaube, es ist in gewisser Weise eine Kombi aus verschiedenen Bereichen, die nach wie vor.
In einer Verschiebung sind, so würde ich es vielleicht mal nennen.
Weil für mich war es so, ich hatte, ich habe damals ja nicht aufgehört,
weil ich gesagt habe, oder das ist ja Rückblick ein Segen, ich hatte nicht aufhören
müssen mit Profisport, ich hatte damals noch einen,
wirklich den längst langfristigsten Adidas-Vertrag meines Lebens unterzeichnet,
kurz davor, ich habe nochmal einen 5-Jahres-Vertrag bei Adidas bekommen.
Und ich glaube, wir waren da erst anderthalb Jahre durch, also es war nicht,
dass ich aufgrund einer Verletzung aufhören musste oder dass da jetzt irgendwie,
ökonomische Herausforderungen gewesen wären, Das war es gar nicht,
sondern es war für mich so, dass ich,
ich hatte nicht vor oder manche Leute haben ja so einen Karriereplan,
ich glaube bei Jan Frodeno war das immer so, dass der gewusst hat,
er macht jetzt noch das Jahr und
er macht und dann noch ein Abschiedsjahr vielleicht oder wie auch immer.
Bei mir war das so, ich bin so ein absoluter Bauchmensch, also ich muss Sachen
fühlen und für mich war es so,
Ich wusste, wenn ich es eines Tages nicht mehr fühle, alles dafür im Leben unterordnen
zu wollen, für dieses Thema Performance.
Und ich sage hier auch nochmal, im Rahmen meiner Möglichkeiten,
ich habe nie mich für das außergewöhnliche Talent oder irgendwas gehalten.
Ich war halt immer ein harter Arbeiter, glaube ich, ein sehr resilienter Athlet,
der auch, glaube ich, einfach sich durch viele Rückschläge zurückkämpfen konnte.
Aber mir war klar, wenn ich das nicht mehr fühle, dann ist es vorbei.
Und dann war das wenige Monate nach der Geburt meiner Tochter,
dass ich gesagt habe, ne, ich kann jetzt nicht nach Kenia fliegen für vier Wochen, fünf Wochen.
Und ich liebe Kenia, also ich war immer wahnsinnig gerne in Kenia,
ich fand das total inspirierend, das Land und die Zeit dort immer hat mir sehr gut getan.
Aber ich habe gesagt, ne, das kann ich mir nicht, also man kann viele Dinge
als Profiathlet hinten anstellen im Leben und ich habe vieles auch in der Karriere
gar nicht so unbedingt als Verzicht empfunden.
Ähm, man kann sagen, jo, später kann ich immer noch reisen und mir Sachen angucken,
für die ich jetzt vielleicht in diesen 10, 15 Jahren Leistungssport,
Hochleistungssport nicht äh, einfach wo das nicht hergibt, aber als es dann
rumkriegt zu sagen, okay,
Ich bin jetzt eben Papa und ich wollte immer Vater werden.
Das könnte ich mir nicht verzeihen, wenn ich jetzt nicht da bin,
wenn die Kleine anfängt zu laufen oder was auch immer.
Und da habe ich gesagt, okay, das war auch mitten in der Saison oder Anfang
der Saison. Ich glaube, die Entscheidung ist Februar, März gereift und dann
war Berliner Halbmarathon auch mein Abschiedsrennen.
Also ich bin ein relativ konsequenter Typ, deswegen, ich hatte gute Gründe,
für mich gute Gründe, dieses große Lebenskapitel zu beenden und ich habe jetzt
aber rückblickend, drei Jahre später, erst gemerkt, so ein bisschen.
Was will ich aus dem weiteren Leben machen, für mich machen,
was macht mir denn Freude, also wo geht es jetzt vielleicht nur darum,
Geld zu verdienen, das muss man natürlich auch irgendwo, aber was macht mir
denn wirklich Spaß und wofür brenne ich?
Und das ist, glaube ich, ein Thema, wo ganz viele Leistungssportler nach einer
Karriere ultra strugglen und ich in Teilen auch, muss ich fairerweise sagen, weil,
das erste Leben, wo dann Berufung zu einem Job vielleicht auch wird,
das lässt sich nicht so einfach ersetzen, weil das ist ja eine ultimative intrinsische
Motivation und ich habe ganz viele Aspekte im Leben, die ich toll finde.
Und manche Sachen, wo ich sage, da möchte ich zukünftig mehr Fokus drauflegen.
Und das ist sowas, was in die Richtung geht, Medien würde ich sagen.
Medien hat ein bisschen so einen negativen Touch, weil Leute denken,
das macht man nur für Fame, das meine ich jetzt gar nicht, sondern Medien,
also alles, was so um Sport, Berichterstattung, Sport, Events geht, das finde ich geil.
Da habe ich gemerkt, ich habe halt sehr viel Leidenschaft für Sport,
im Speziellen fürs Laufen, aber gar nicht nur.
Und alles, was so in die Richtung geht, auch Moderation.
Ich durfte jetzt das vierte Jahr in Folge den Livestream von Hamburg Marathon
moderieren und kommentieren.
Oder du bist bei einem Event dabei, wie bei euch letztes Jahr und du versuchst
auf Social Media die Leute im Vorfeld und über den Tag hinaus mitzunehmen und das eben zu teilen.
Das sind Sachen, die mir große Freude und großen Spaß machen und das ist das,
was ich zukünftig gern mehr machen würde.
Das war perfekt von dir formuliert und zusammengetragen. Das war genau das,
was ich wollte, dass du sagst, das ist alles ein Mischmasch aus allem.
Es ist jetzt kein spezieller Fokus auf ein Thema und deswegen,
glaube ich, passt das auch ganz gut, dass wir einfach mal so diese Punkte durchgehen
können. Philipp Flieger, der Sportler, der Medienprofi, der Unternehmer und der Familienmensch.
Und das würde ich auch ganz gerne mit dir tun. Und zwar, wenn man die Palmares
von dir anschaut, wenn wir heute auf die Geschichtsbücher schauen,
sind es 15 deutsche Meistertitel, 28 Medaillen.
Olympia in Rio de Janeiro als bester Deutscher beim Marathon.
Eine Marathon-Bestzeit von 2, 12, 15 in Valencia.
Das ist für 99,9 Prozent der Läufer heutzutage völlig unvollstellbar.
Für Sportler ist es das größte Ziel ja bei Olympia an den Start zu gehen.
War das auch dein höchstes sportliches Ziel, einmal bei den Olympischen Spielen am Start zu sein,
dass ein europäischer Läufer jetzt nicht unbedingt aufs Podium laufen kann oder
unter die besten Top Ten, aber ist das so, auch wie du deine Karriere gestartet
hast, Olympia, war das das große Ziel?
Ja, total, Mike. Also für mich war.
Ich wusste immer, Laufen macht mir wahnsinnig viel Spaß und ich habe natürlich
auch in jungen Jahren gemerkt, dass ich das irgendwie einigermaßen gut kann.
Und gleichzeitig gab es immer in allen, ich würde sagen, in allen Karrierephasen
von mir gab es Leute, die auch besser waren als ich.
Und das sage ich so, wie es ist, weil es einfach so war.
Und ich war nie in keiner Phase meiner Sportlerlaufbahn irgendwie der Typ,
wo ich mir wirklich Gedanken machen musste, ob ich international Medaillen gewinnen kann.
Das Talent hatte ich dafür gar nicht. Also ich war ein guter Läufer,
es wäre jetzt auch Quatsch zu sagen, vielleicht googelt mich jemand und guckt
dann mal rein, was man sonst auch auf 5000 Meter oder 10.000 Meter oder was
auch immer gelaufen ist.
Natürlich, ich will das jetzt gar nicht, es ist gar kein Fishing for Compliments, also,
natürlich das, wenn man es jetzt mit 99,9% vergleicht, dann war das natürlich
schon sehr, sehr gut, was ich teilweise da mal konnte, aber auf der anderen
Seite war mir auch immer klar, für mich wird es bei internationalen Meisterschaften nie.
Um Medaillen gehen, vielleicht noch bei einer U23 Europameisterschaft,
da hatte ich aber damals auch nicht den besten Tag erwischt,
dann war ich dann Achter oder so, vielleicht hätte ich auch Vierter,
Fünfter werden können, aber die anderen drei, muss man sagen,
waren eigentlich auch nochmal in einer anderen Liga und deswegen für mich war es so,
heile Gebrisselassi hat sehr viel Anteil daran, wenn man so möchte,
dass ich überhaupt diesen ganzen Weg bestritten habe, denn 96 Atlanta waren
so die ersten olympischen Spiele, die ich so richtig bewusst aufgesogen habe.
Wir durften gar nicht so viel Fernsehen gucken, mein Bruder und ich,
aber wir durften immer Sport gucken, weil meine Eltern gerne Sport geschaut
haben und dementsprechend liefen.
Eben auch olympische Spiele und 96 war ich neun Jahre alt und Und das habe ich
total gebannt vom Fernseher verfolgt.
Und Heilige Brüsselasie hat damals olympisches Gold über 10.000 Meter gewonnen.
Und der hat mich irgendwie...
Der hat mich irgendwie gecatcht und ich glaube gar nicht mal nur wegen des Gewinnens
und weil er da der Beste war, sondern auch,
aufgrund seiner Aura, der ist ja immer so ein extremer Sunnyboy gewesen,
sehr positiv, sehr auch kommunikativ und das hat mich irgendwie,
dazu veranlasst, da auf dem Wohnzimmerboden sitzend zu sagen,
ich möchte da auch mal hin.
Dann haben meine Eltern natürlich geschmunzelt und gesagt, ja,
alles klar, mach mal, wenn du groß bist.
Ja, und dann 20 Jahre später stand ich selber in Rio de Janeiro im Sambodromo,
an der Startlinie, zwar nicht im Stadion, wie ich das als Kind mir ausgemalt
habe, aber dann im Marathon.
Und das ist dann so ein Full-Circle-Moment für mich gewesen.
20 Jahre auch ganz viel Leiden, auch vor allem durch Rückschläge.
Meine Karriere war in keiner Weise irgendwie linear oder eine reine Erfolgsstory,
sondern meine Karriere war, glaube ich, dadurch,
geprägt, dass ich sehr, sehr viele Rückschläge in der Karriere hatte,
auch ganz viele Verletzungsthemen, die ich dann irgendwie geschafft habe,
auch am Ende schafft man das ja nie alleine, sondern Und das ist,
man gilt ja immer als Einzelsportler, aber das ist ja Quatsch.
Also die Leute, die im Laufen gut sind, egal auf den Trails,
auf der Straße oder auf der Bahn, das sind auch alles Teamplayer.
Du bist nur so gut, wie dein Umfeld ist und wie dein Team ist.
Und mit diesen Leuten um mich rum habe ich es dann Gott sei Dank geschafft,
mich einige Male auch wieder zurückzukämpfen und deshalb, ich glaube, ich war nicht,
in keinster Weise irgendwie das herausragendste Talent meiner Generation,
wenn man so möchte, irgendwo in Deutschland, überhaupt nicht,
sondern ich war, glaube ich, einfach der resilienteste Typ vielleicht,
der halt immer geschafft hat, irgendwie einmal mehr aufzustehen.
Als er da irgendwie dann halt mal am Boden lag und das war so ein bisschen Vielleicht
einen Softskill, den ich irgendwie so hatte, der mir zumindest die Karriere,
die ich als Leistungssportler haben durfte, ermöglicht hat.
Und deswegen ja, für mich war das Größte, was ich mir vorstellen konnte.
Einmal olympische Spiele dabei sein zu dürfen als Athlet, sich dafür zu qualifizieren,
und das war, also olympische Spiele dann auch, ja, dass das dann wahr wurde,
ich weiß noch genau, obwohl da dann so viele Steps dazwischen sind,
du hast dann irgendwann eine Quali-Zeit, dann wirst du irgendwann offiziell
nominiert, du hast irgendwann diese Einkleidung, du fliegst irgendwann dahin
und trotzdem so richtig gehittet,
hat es mich, glaube ich, echt erst an diesem Morgen, als du dann deine Wettkampfschuhe
zugeschnürt hast und in deinem Nationaltrikot zu dieser Startlinie.
In diesem Sambodromo gegangen bist, da dachte ich, das ist es jetzt so,
dafür habe ich jetzt irgendwie 20 Jahre trainiert, das war schon irgendwie crazy.
Ja, ich kann das nachvollziehen und zwar 1996 waren auch meine ersten olympischen
Spiele als Journalist in Atlanta, ich habe damals das Thema Mountainbiken ja
auch begleitet und auch Mountainbiken mit auf den Weg gebracht für Atlanta und es ist was Besonderes.
Bei allen Kritiken und bei allen Diskussionen um Olympia.
Ich meine, einer eurer PS-Zeit-Podcast-Folgen geht ja gerade um das Thema,
wollen wir Olympia in Deutschland? Es gibt eine riesen Diskussion.
Hamburg hat sich gegen Olympia entschieden.
Schweiz, viele, viele Kantone, die Olympia einfach nicht mehr wollen.
Aber diese Faszination von Menschen einfach Sport zu sehen in Perfektion und
in Athletik und in Pest-Performance, das kann ja keinem mehr im Prinzip was nehmen.
Trail Olympia 2032.
Trail Running ist momentan auf der Shortlist des IOCs. Wird vielleicht in zwei
Jahren ungefähr eine Entscheidung kommen.
Was hältst du von dem Thema Trailrunning bei Olympia? Ich finde das ultrageil, ehrlich gesagt. Also.
Ich bin Befürworter dafür, dass man das Programm der Olympischen Spiele,
also die Auswahl der Sportarten, durchaus anpasst.
Ich bin nicht so ein Freund zwangsläufig davon, das vielleicht ganz so kurzfristig
zu sehen. Also manche Entscheidung kann ich nur bedingt nachvollziehen.
Ich will es gar nicht bewerten, ob Breakdance dazu gehört hätte oder nicht.
Aber ich fand es irgendwie komisch, Breakdance irgendwie dazuzunehmen für Paris
und es unmittelbar danach wieder aus dem Programm zu streichen.
Das finde ich nicht so sinnvoll. Ich finde, Olympische Spiele,
und du hast vorher was Wichtiges gesagt, man muss, glaube ich,
sehr stark unterscheiden zwischen, was ist die Bedeutung, die Magie dieser Spiele, was,
hat das für einen Impact für junge Menschen, für junge Athletinnen und Athleten
und was ist halt dieser ganze Wasserkopf drumherum mit IOC und Korruption,
dubiose Vergabepraktiken etc.
Da ist natürlich ganz viele Themen dabei, die ich natürlich auch nicht gut heiße
und die ich natürlich sehe,
die man aber halt glaube ich auch, ja, du kannst halt das eine nicht bekommen
ohne das andere, so pragmatisch muss man das sagen, also es ist dann einfach
eine Grundsatzentscheidung, will man es oder will man es nicht.
Ich glaube für junge Menschen ist es was ultra besonderes, weil für die,
die da teilnehmen, ist es immer noch dieses...
Spiele der Weltjugend so, diese ultimative sportliche,
Wettkampf, Wettstreit, aber auch dieses gemeinsame, es hat ein ultra verbindendes
Element in diesem olympischen Dorf, also alle Leute, das ist ein krasser Respekt,
den man vor sich, also vor allen
gegenseitig hat, weil man weiß oder man zumindest erahnen kann, was alle,
die da sind, dafür aufwenden mussten, um da zu sein.
Und deswegen, ich glaube, für junge Menschen ist das ein ultra,
nach wie vor ultra besonderes Moment, um sowas mal mitmachen und erleben zu dürfen.
Deswegen ist es für mich immer noch positiv konnotiert, aber ich sehe das natürlich
aus dieser eigenen Erfahrung raus.
Und deswegen, ich finde, man muss auch als IOC gucken, dass man einerseits am
Puls der Zeit bleibt und Dinge, die eben eine große Beliebtheit sich erfreuen.
Und da gehört Trailrunning auf jeden Fall in meinen Augen dazu,
wenn ich so alleine mal als laufaffiner Typ, würde ich jetzt mal sagen,
die letzten zehn Jahre verfolge, wie ich das wahrnehmen konnte,
als jemand, der das noch gar nicht selber gemacht hat,
und wie ich das heute auch wahrnehme, da kann man das auf Social Media sehen,
aber generell auch im Freundesbekanntenkreis, wie viele,
Menschen ich kenne, die irgendwie vielleicht jetzt erst irgendwann zum Laufen
gekommen sind und gar nicht unbedingt diesen Weg angestrebt haben,
ich muss jetzt den nächsten Big City Marathon laufen, sondern ich möchte das
gar nicht, ich möchte lieber
ein Rennen in der Natur machen, in den Bergen machen, das gibt mir irgendwie
viel mehr und deswegen halte ich das,
für total geil, wenn es so kommen sollte, dass Trailrennen Teil der Olympischen
Spiele zukünftig sein sollten, ich finde.
Dass man natürlich Programmanpassungen macht.
Wie gesagt, vornimmt und dass auch dann Dinge gestrichen werden,
das muss dann wahrscheinlich auch dazu sein, man kann es ja nicht unendlich aufblähen.
Ich war jetzt aber natürlich auch kein Freund davon, das Thema nordische Kombination,
aus dem Winterprogramm zu streichen, weil das ist eine der Kern,
in meinen Augen zumindest historisch betrachtet, Kerndisziplinen,
die sowas ja ausmachen und das finde ich dann schwierig.
Also ich glaube, das wird halt eine Gratwanderung fürs IOC zukünftig werden,
einerseits seine eigene Identität nicht zu verlieren und sich selber da auszuhöhlen
und andererseits aber auch am Puls der Zeit zu bleiben und zu gucken.
Was spricht denn die Menschen heute an, was begeistert die Menschen und welche
Sportarten sollten dann eben auch zukünftig Teil davon sein.
Ja, und da hast du es gesagt, also die Vergabe bei den Olympischen Spielen,
was Sportarten betrifft, ist ja auch geklärt.
Also das heißt, warum war Breakdance in Paris? Paris hat Breakdance aufgenommen,
weil das Organisationskomitee auch zwei bis drei Sportarten ins Olympische Programm
aufnehmen kann, die nur dann bei den Olympischen Spielen stattfinden.
Wie zum Beispiel Paris war eben das Thema Breakdance,
in Tokio ist es das Thema Climbing und Softball gewesen, wobei Climbing sich
halt etabliert hat und von Olympiade zu Olympiade, Paris,
in Tokio war es eine Disziplin, combined, dann in Paris waren es schon zwei und jetzt sind es in L.A.
Drei Medaillen. Also das heißt, man sieht schon, das ist, weißt du,
was ich aber unheimlich wichtig finde?
Ich kann mich erinnern, wie ich an der Gold Coast in Brisbane für das ZDF die
Triathlon-Weltmeisterschaft gemacht habe.
Das ist halt einfach brettflach. Da ist Strand und dahinter ist nicht viel Berge.
Also ich meine, wir haben es
ja auch gesehen bei den Olympischen Spielen jetzt in Cortina und Milano.
Skiberg steigen, also Ski-Mountaineering, auf einer 300-Meter-Piste mit viermal
Fellwechsel, damit es einfach nur medienwirksam umgesetzt wird.
Und das ist das, wo ich einfach glaube...
Wo ich einfach nicht Angst habe, aber wo ich befürchte, dass halt einfach so
ein Sport in eine andere Richtung gebracht wird.
Also man sieht es auch mit Verbänden, das geht ja in andere Strukturen rein.
Und deswegen muss ich ganz ehrlich sagen, bin ich sehr, sehr froh,
dass wir mit Infinite Trails eben einen anderen Weg gegangen sind und sagen,
bei uns gibt es kein Preisgeld, bei uns ist jeder willkommen.
Wenn du deine UTMB-Points haben willst oder ITRA-Points, dann kriegst du die.
Aber wir forcieren das nicht. Also wir werden auch niemals ein UTMB-Qualifier
oder Infinite Trails bei UTMB werden, weil wir einfach eine eigene Identität haben.
Wenn wir heute auf die Zeiten auf der Straße schauen, die bewegen sich momentan
in Sphären und die ostafrikanische Dominanz ist ja fast unerreichbar.
Die sind sowieso schnell und wenn die jetzt noch die Carbon-Schuhe an die Füße
kriegen, dann sieht man, was da los ist.
Ich meine, 1,59,30 von Sebastian Sawi, das ist einfach unfassbar.
Wenn man denkt, Nike hat über fünf Jahre ein Projekt mit Elliot Kipchoge gehabt,
unter die zwei Stunden zu kommen und dann kommt Sebastian Save und knallt einfach
mal in einem Marathon so ein Ding dahin.
Ich meine, wir erinnern uns an Laborbedingungen in Wien und so weiter und so
fort. Aber wenn du dir das anschaust, ist die Dominanz von den Ostafrikanern
im Marathon einfach nicht zu durchbrechen. Das muss man einfach sagen,
egal ob Kenia oder auch Äthiopien.
Beim Trailrunning hingegen sind es ja eigentlich ganz andere Grundvoraussetzungen.
Das ist technische Fähigkeit, Mentalfähigkeit, Downhills, Routenlesen spielen
ja eine viel größere Rolle.
Meinst du, dass der Trail- und Ultra-Bereich für Nachwuchsläufer aus Europa
und den USA inzwischen vielleicht auch sportlich die vielversprechendere Bühne
ist, als Marathon laufen zu können?
Oder auch commercial-wise ist es, dass meiner Meinung nach vielleicht auch für
junge Leute, die jetzt mit Laufen beginnen, das spannendere Gesamtpaket,
um eine nachhaltige Profi-Karriere,
aufzubauen und insbesondere mit der Perspektive vielleicht auch das Trailrunning Olympisch wird?
Ja, das sind zwei Sachen, die du direkt angesprochen hast, die da,
glaube ich, für mich jetzt zumindest massiv mit reinspielen.
Wenn ich mich jetzt zurückversetzen würde, ich wäre jetzt irgendwie,
ich wäre jetzt nochmal 15 oder 16 so in dem Alter rum und,
bin ein aufstrebendes Lauftalent, dann gibt es heute ganz andere Rahmenbedingungen
als vor 20, 25 Jahren, muss ich ja,
mit meinem fortgeschrittenen Alter inzwischen schon sagen,
die das auf jeden Fall ultra attraktiv machen.
Weil, also ich glaube, die erste Grundsatzentscheidung ist, sagen wir mal,
du bist schon jemand, der eben, wo man weiß, du kannst gut laufen,
du bist vielleicht noch in einem
Leichtedigverein angemeldet oder wie auch immer du dazugekommen bist.
Dann gibt es erstmal die erste Grundsatzentscheidung ist, ist es vielleicht
so eine Vision von dir, Olympiateilnehmer zu werden?
Dann sind wir heute natürlich sehr viel weiter, dass es zumindest eine Option
ist, dass das sogar mittelfristig passieren kann, dass Trailrunning olympisch wird.
Das war ja die letzten Jahre einfach gar kein Thema sozusagen.
Das ist, glaube ich, schon mal ein ganz interessanter Step.
Wenn du sagst, mir ist dieses Thema nicht wichtig, mir geht es um, eh um die.
Ich mag vielleicht gar nicht irgendwie auf der Straße unterwegs sein in großen
Städten und ich mag gar nicht ständig irgendwie im Kreis rennen müssen in einem
Stadion, sondern meine Welt ist halt, ich komme vielleicht aus einer Region
in den Bergen und ich mag einfach per se schon mal gerne in den Bergen laufen, dann,
hast du heute auch ganz andere Möglichkeiten, da tatsächlich,
dein Hobby zum Beruf zu machen, weil ich glaube, da bist du wahrscheinlich am
Ende näher dran als ich, aber in meiner Wahrnehmung und ich habe ja meine eigene Sportkarriere.
Auch alle, also vollkommen selbstfinanziert.
Ich hatte aus verschiedenen Gründen nie Bock, Soldat oder Polizist zu werden,
weil ich auch immer mit dem Verband so ein bisschen, ich will jetzt nicht sagen
im Clinch war, aber ich wollte mir nie den Mund verbieten lassen.
Es gab genügend Kollegen, die ähm,
Naja, wie soll ich sagen, die unter obskuren Umständen dann mal ihren Bundesgraderstatus
und damit dann auch ihre Sportförderung verloren haben, wenn sie sich ein bisschen
zu kritisch in den Medien geäußert haben,
dem wollte ich zuvor kommen und ich wollte mir gleichzeitig für Interviews mit
SZ oder FAZ jetzt nie den Mund verbieten lassen.
Das heißt, ich habe mich immer selber finanziert und das war als Bahnläufer,
muss ich sagen, auch einigermaßen herausfordernd, als Marathonläufer,
dann mit dem Background Olympische Spiele, aber relativ gut möglich,
wovon ich heute noch profitiere.
Und das ist heute glaube ich auch nochmal ganz anders im Trailrunning-Bereich
möglich als früher, dass da einfach sehr viel mehr Marken diese Power und diese Kraft,
auch für sich entdecken natürlich, das kann man jetzt auch gut oder nicht so
gut finden, dass es natürlich dann da vielleicht auch kommerzieller wird,
aber ich glaube für Menschen, die da sagen, hey, ich will zum Beispiel der Beste,
gut, das ist natürlich im Trailbereich auch ganz unterschiedlich,
was die Strecken und so weiter betrifft, aber ich möchte zu den Besten der Welt gehören,
Das ist da natürlich sehr viel wahrscheinlicher oder realistischer,
als es im Marathonlaufen der Fall sein kann, als sagen wir mal in Mitteleuropa geborener Mensch.
Da hast du vollkommen recht, dass beim Trailrunning und auch eben,
Trailrunning ist ja häufig dann auch ultra, da spielt da vielleicht auch was
wie Fueling auch noch mit rein und so, Routen, Lesen hast du alles gesagt,
da spielen sehr viel mehr andere Skills mit rein, als nur das reine Leistungsvermögen,
körperliches Leistungsvermögen oder mentales Leistungsvermögen.
Und das ist auf jeden Fall, glaube ich, eine viel größere Erfolgswahrscheinlichkeit,
dass du da irgendwie Weltspitze wirst.
Ja, und ich glaube, das ist auch der Auftrag an das IOC und an die Programmkommission,
einfach Trailrunning so zu positionieren, dass es sich unterscheidet von Marathonlauf, dass es,
kein Kostlauf ist und so weiter und so fort, dass eben genau diese Punkte wie
Crewing, Fueling, Hydration, Nutrition, Strategie und diese ganzen Punkte auch da reinpassen.
Das ist ja wie ein Formel-1-Rennen mit einer Boxengasse. Also das ist,
glaube ich, genau das, was ich meinte.
Da muss man einfach Acht geben, dass man den Sport im Prinzip dort erhält.
Philipp, du warst so oft in Kenia, das hast du am Anfang schon gesagt,
du bist gerne nach Kenia gegangen, hast dort in der Region um Iten oder El Loret.
Mit den Kenianern auch trainiert.
Wie muss man sich das vorstellen? Das ist ja nicht irgendwie so ein bisschen,
das ist ja ein hochprofessionelles System, was dort in Kenia implementiert wurde.
Es gibt Lauftalente wie Sand am Meer. Also ich habe einen Report gesehen,
da gab es ein Talentscouting morgens um 5 Uhr und da waren dann 600 Mädels,
die da am Start gestanden haben und die haben alle die physischen Fähigkeiten,
ein Weltsportler zu werden.
Aber ich glaube, das Besondere ist eigentlich so, dass der Sport oder das Laufen
in den ostafrikanischen Ländern nicht als Hobby gesehen wird,
sondern eigentlich ist es der ultimative soziale Aufstieg, oder?
Total. Also es ist die einzige, es ist bei uns mit Fußball vergleichbar,
würde ich sagen, es ist die einzige Möglichkeit dort.
Einen wirklichen Unterschied im Leben erreichen zu können, wenn du eben nicht
aus einer Familie kommst, die Mittel und Möglichkeiten hat,
dir bildungstechnisch eine Laufbahn zu ermöglichen und das ist halt eben wirklich
den eher wenigsten vergönnt sozusagen.
Und dementsprechend ist Sport und da dann eben das Laufen so ein bisschen die
einzige Möglichkeit da auszubrechen, weil natürlich dort ein ganz anderes Lohnniveau
ist wie hier, das kann sich ja jeder ausmalen, das heißt,
selbst wenn du jetzt nicht Elliot Kipchoge bist oder Sebastian Sabe oder wer auch immer,
die natürlich irgendwie dann auch Millionen verdienen,
kannst du natürlich mit, selbst bei uns irgendwelchen Kirmesläufen,
in Anführungszeichen, irgendwelche Stadtläufe, Wenn du hier mal 500 Euro und da,
vielleicht 1.000 Euro gewinnst und dann halt für ein paar Wochen da bist und
da jedes Wochenende zwei Rennen machst, ist das für die wahnsinnig viel Geld im Verhältnis.
Was die dann halt auch oft in Familie sozusagen und ihre Region investieren.
Dann werden halt noch mehr Rinder gekauft, da wird dann vielleicht noch ein
bisschen mehr Ackerland gekauft, je nachdem wie viel sie verdienen,
gibt es auch genügend Leute, die ich kenne, die dann irgendwie mal eine Tankstelle aufmachen oder so.
Also es wird versucht damit, eine anderweitig berufliche Zukunft sich dann aufzubauen und.
Du hast es schon gesagt, ich war fast immer, ich war immer in Eten und ich hab,
also ich war, man kennt natürlich ganz viele, man kennt Leute von dort,
man kennt viel Social Media Content von dort, man kennt auch ein paar Filme
von dort, aber ich finde, wenn du dann wirklich da selber bist und,
das war beim ersten Mal so eye-opening aber nochmal, Weil natürlich gibt es auch andere Standorte,
Kap Dagat, Kapsabet, Kerijo, was weiß ich was, Nüahuru, sowas.
Also es gibt ja noch andere Orte, wo theoretisch auch gute Läuferinnen und Läufer
herkommen, aber Iten ist halt vielleicht das Epizentrum oder der bekannteste Ort.
Und wenn da morgens die Sonne aufgeht, dann hast du da, ich weiß nicht wie viele
Trainingsgruppen mit 50 bis 100 bis 200 Athletinnen und Athleten, die sich da treffen.
Manche Trainingsgruppen sind irgendwie athletenzentriert, die sich eben um einen
Top-Athleten rumgebildet hat, manche sind auch brandzentriert,
also das dann zum Beispiel bewusst, auch Adidas gibt es auch eine große Trainingsgruppe,
wo eben dann Adidas da die Coaches stellt und die Betreuung ermöglicht,
die da zusammen trainieren und es gibt ganz viele Gruppen, die sich halt selber
finden, von Athleten, die Schuhe laufen, die bei uns gar nicht mehr vorstellbar
sind, dass man in denen überhaupt noch einen Kilometer zurücklegen kann,
die mit dem letzten Geld, was sie irgendwo zusammen gespart haben,
ihrer Familie da hinreisen, in einer Wellblechhütte leben.
Und versuchen ihren Traum da zu verwirklichen und entdeckt zu werden von irgendeinem
Trainer oder Manager, der ihnen dann mal ein Ticket kauft, dass sie hier drüben
ein paar Rennen machen können und dieses Level an Talent,
Ist unfassbar tief. Das kannst du dir nicht aus der Hundertschaften an Athleten,
wo du denkst, die, die hier rüberkommen und irgendwelche großen Marathons oder
andere Straßenrennen laufen, das ist die Spitze des Eisbergs.
Das ist wirklich unglaublich. Und ja, es sind am Ende verschiedene Aspekte.
Es ist natürlich sicherlich irgendwo mit körperlichen guten Voraussetzungen, das spielt da mit rein.
Ich bin aber überhaupt kein Verfechter von dieser Theorie. Ja,
die sind ja alle genetisch bevorteilt.
Das ist Quatsch. Also ich glaube, wir haben auch in Mitteleuropa,
in Deutschland total viele Talente, was wir übrigens auch gerade in der deutschen
Marathonszene ja sehen. Das ist wahrscheinlich die beste Ära der Geschichte,
was den deutschen Marathon betrifft, sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
Die gibt es auch, die Talente. es ist glaube ich hier, es gibt hier sehr viel
mehr Ablenkung in Deutschland, generell was Sport betrifft,
es gibt es ist sehr viel schwerer möglich Sport hauptberuflich hier auszuüben,
wenn es Laufen ist, im Vergleich zu Kenia, weil du dort mit sehr viel weniger
Geld natürlich erstmal über die Runden kommst,
und der soziale Druck ist dort natürlich sehr viel höher, wie du das ja auch gesagt hast,
und du hast natürlich unfassbar viele Trainingspartner dort die auf einem absoluten
Weltklasseniveau sind also alleine auch dieser Aspekt Survival of the fittest
spielt mit rein Und wenn wir ganz ehrlich sein wollen, muss man den Aspekt auch noch nennen.
Ja, leider ist Kenia auch in anderen Belangen Spitzenreiter,
nämlich in dem Belang, was positive Doping-Tests betrifft.
Dort ist halt nach wie vor kein wirklich funktionierendes Testsystem in place, sag ich jetzt mal.
Weil auf dem Papier gibt es eins, aber wenn man mal bei der AIU reinschaut,
also diese Athletics Integrity Unit, da muss man auch sagen,
dass Kenia Jahr für Jahr leider auch die Nation ist, die die meisten dokumentierten...
Positiven Testfälle oder Sperren anführt, weil natürlich da auch die Motivation,
teilweise die Unwissenheit, das will ich gar nicht in Abrede stellen,
teilweise die Unwissenheit, aber teilweise auch natürlich die Motivation,
Shortcuts zu nehmen, einfach aufgrund der ökonomischen Situation sehr hoch ist.
Und das wird auch, das, was du gerade gestillt hast, das würde auch passieren,
wenn Trailrunning Olympisch würde.
Dann würde genau natürlich die Länder der Erde genau wieder auf eine neue Sportart
trainieren und das würde natürlich wieder auch den Sport verändern.
Das ist Das ist genau dieses Thema und ich glaube, das ist das.
Und damit würde ich auch so den Part Sport, ich habe noch zig Fragen,
die ich gerne mit dir erklären würde, aber so eine Frage aus dem Bereich Sport noch.
Welche Eigenschaft aus deiner Profizeit ist heute dein wertvollstes Werkzeug,
wenn du vor Herausforderungen stehst?
Ich glaube nach wie vor so ein bisschen dieser,
ich bin ein hoffnungsloser Optimist und das war ich immer schon,
also dieses einfach ans Gute Glauben, dass sich irgendwie alles fügen wird,
wenn man an was dran bleibt,
wenn man für was kämpft und wenn man sich von temporären Rückschlägen nicht,
davon abbringen lässt, dass sich das alles irgendwann fügen wird.
Das ist, glaube ich, das, was meine Profikarriere,
ausgemacht hat, wenn man so möchte und wo ich auch versuche,
ins normale Leben, auch ins Berufsleben zu transportieren.
Ja, ich finde das auch die wichtige Einstellung. Ich bin ja auch so ein Typ,
wenn ich moderiert habe, war bei mir immer das Glas halb voll statt halb leer.
Dann war es nicht der Athlet, der aussichtslos zurückgelegen hat,
sondern es war immer der Athlet, der versucht wieder sich irgendwo heranzukämpfen.
Und ich glaube, das ist so eine Grundeinstellung und die merkt man bei dir.
Philipp Flieger, der Medienprofi Du bist in Regensburg zu Hause,
hast dort Politikwissenschaften und Medienwissenschaften studiert War das auch
schon so der Grund, weshalb du diesen Studiengang ausgewählt hast,
weil du dir eine zweite Karriere aufbauen wolltest?
Nee, fairerweise muss ich sagen, das war damals noch nicht unbedingt der Hintergedanke.
Es war immer so, dass ich, dass Sport natürlich so die große Leidenschaft war,
und ich hatte natürlich dann auch so mit 18, 19 mal so eine Phase,
da fand ich jetzt Schule nicht so cool,
wollte ein bisschen mehr schon Richtung Sport gehen und hatte aber Gott sei
Dank sehr klar vor Augen geführt bekommen vom Elternhaus, dass sie auf jeden
Fall erwarten, dass ich mein Abi noch mache.
Und auch wenn ich dann schon volljährig war, dass sie gesagt haben, sie möchten doch,
gerne eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen sehen,
bevor ich dann was auch immer mit meinem Leben noch mache sozusagen und das war natürlich,
nicht immer so, dass das auf wahnsinnig viel Gegenliebe bei mir gestoßen ist,
aber rückblickend war das natürlich eine total richtige Entscheidung,
würde ich mit meiner Tochter heute auch nicht anders machen und dementsprechend
war so für mich ein bisschen die Herausforderung, was mache ich denn,
oder was studiere ich denn, wenn ich.
Ja, wie soll ich sagen, eigentlich sonst zweimal am Tag am liebsten trainieren möchte.
Und ich war immer jemand, einfach schon auch als Teenager. Ich habe gerne den
Sporthall in der Zeitung zu Hause gelesen, aber das andere, was ich gelesen
habe, war auch immer Politik, Wirtschaft, so gesellschaftliche Sachen.
Und deswegen, ich bin ein politisch interessierter Mensch, habe ich gesagt,
ich möchte ganz bewusst einfach einen Gegenpol haben, zu dem,
was sonst mein Alltag dominiert. Einfach was anderes für die Birne.
Und deswegen ist es bei mir am Ende Politik und Medienwissenschaft geworden.
Und nicht Erdkunde und Sport oder auf Lehramt. Genau, nicht Erdkunde und Sport auf Lehramt.
Das wäre das naheliegend gewesen. Ganz viele haben gesagt, kannst du ja dann
auf Lehramt was machen. Dann haben sie gesagt, oh nee.
Also ich glaube dann doch irgendwie was ganz anderes.
Was ich dann auch spannend fand. Wenn du dann irgendwie in der Früh trainiert
hast und dann in Vorlesungen oder in Seminar gegangen bist. Das fand ich dann cool.
Und dass ich dann den Master nicht mehr gemacht habe, lag am Ende ein bisschen
daran. Nicht, dass ich das mir nicht hätte vorstellen können,
sondern dass ich dann auch eine bisschen wegweisende...
Karriereentscheidungen zu treffen hatte mit Anfang 20, ich hatte dann,
hatte ich ja erwähnt, auch mal ein paar größere gesundheitliche Herausforderungen
und da war mal so ein Jahr, wo ich dann auch drei OPs hatte und da stand eben
ganz konkret das Karriere in einem Raum,
und da war ich auch fast ein Jahr, ich glaube 10, 11 Monate raus,
eigentlich nur in entweder unter Messer gelegen oder in Reha-Einrichtungen und
da brauchst du ja auch was, um dich
da irgendwie entlang zu hangeln und rauszureißen und ich hab gesagt, hey,
Gibt nicht so viele zweite Chancen im Leben, wenn ich mit der Geschichte hier
nochmal durchkomme sozusagen, dann mache ich Nägel mit Köpfen und ich weiß ja,
Sport ist endlich, Profisport, Leistungssport hat ja irgendwie ein Verfallsdatum,
dann keine Kompromisse mehr.
Ich mache den Bachelor fertig und den Master lassen wir mal,
den kann ich zur Not immer noch später vielleicht mal machen,
aber dann alles auf eine Karte setzen und habe dann eben nach überstandenen
gesundheitlichen Problemen zwar nicht geschafft, mich für London zu qualifizieren.
Das war erwartbar, sage ich mal, mit der Vorgeschichte, aber habe gesagt,
ich gebe mir jetzt nochmal diese vier Jahre und versuche das für Rio hinzubekommen.
Und das hat dann am Ende Gott sei Dank geklappt. Und ich glaube,
dass dieses Studium für mich, trotz alledem, es war total bereichernd.
Ich möchte das rückblickend auf gar keinen Fall missen und hat auf jeden Fall
das Interesse geweckt, auch was natürlich Medien und so weiter betrifft.
Medienprofi, Podcaster.
Du und Ralf Scholt, werden wir uns gleich noch darüber unterhalten,
veranstaltet sehr erfolgreich den besten oder erfolgreichsten deutschen Podcast, Bestzeit.
Ralf Scholt ist ein Journalist, Sportjournalist, ehemaliger Sportchef des Hessischen Rundfunks.
Ich vergleiche ihn immer so mit den ikonischen Sportstimmen.
Es gab so einen Harry Valerian, es gab einen Gerd Rubenbauer,
es gab einen Wolf-Dieter Poschmann und Ralf gehört für mich genauso in diese Riege.
Also ich glaube, Wer bei den Olympischen Spielen die Stimme nicht kennt,
bei Leichtathletik, bei Schwimmen, bei Eisschnelllauf im Winter,
hat den Triathlon, die Ironman-Weltmeisterschaft ins deutsche Fernsehen im Prinzip gebracht.
Wer hatte die Idee zum Podcast? Du, er oder hat jemand gesagt,
Mensch mach doch mal was zusammen?
Am Ende hatten wir die beide so ein bisschen, weil wir beide ziemlich arbeitslos
waren Anfang 2020, sehr überraschend sage ich jetzt mal.
Also ich war im März noch in Kenia, eben das,
zweite Mal in kurzer Zeit, ich war fast den ganzen Januar da und dann Großteil
des Februars und März, weil ich mich eigentlich noch für Tokio qualifizieren
wollte und den Hamburg-Marathon laufen wollte. Und ich weiß noch, dass ich.
In Nairobi am Flughafen war, auf der Rückreise, soweit alles planmäßig,
zwei, drei Wochen vor Hamburg.
Das müsste dann so Anfang April gewesen sein. Und dann hat mich am Flughafen,
Frank Thalleister, der Race Director, angerufen und gesagt, hey,
wir haben hier so ein Problem in Deutschland gerade mit so einem Virus.
Und wir wissen ja alle, was dann kam mit Corona und Pandemie und natürlich das
ganze öffentliche Leben und auch das ganze Sportleben, zumindest die Großveranstaltungen,
waren ja dann auf lange Zeit on hold und dann hatte ich sehr viel Zeit und ich war zu der Zeit,
ich habe zu der Zeit auch Podcasts für mich ein bisschen entdeckt,
vielleicht gar nicht mal so früh, es gab ja viele andere, die vielleicht früher
schon Podcasts gehört haben, für mich war es so, ich glaube 29, 19 rum,
habe ich Podcasts angefangen zu hören und habe immer so überlegt,
eigentlich einen eigenen Podcast hätte ich auch Lust.
Aber für mich war auch immer klar, einen Podcast alleine konnte ich mir da gar nicht vorstellen.
Und wusste aber auch nicht so recht, mit wem ich einen machen könnte.
Und dann hatte ich, ich glaube, einen Reel oder so auf Insta oder eine Story
gepostet und gesagt, hey, ich weiß auch gar nicht, ob es irgendjemanden interessieren
würde, wenn ich einen Podcast machen würde. Ich wüsste auch nicht mit wem,
aber ich bin mal offen für Vorschläge.
Und dann haben ganz viele Leute geschrieben, sie hätten Verlust drauf auf so
einen Podcast, wo man halt aus seinem Profi-Alltag, aus seinem Profi-Leben und
diese ganzen Ereignisse drumherum berichtet.
Und Ralf hatte das auch gesehen und hat sich dann gemeldet. Und dann haben wir
mal telefoniert, also wir kannten uns natürlich, klar, aber wir hatten davor
jetzt kein schlechtes Verhältnis, aber halt so das typische Athlet-Journalisten-Verhältnis,
würde ich jetzt mal sagen.
Also da ist ja dann eine gewisse Distanz ja trotzdem irgendwie ein bisschen
da und deswegen war ich am Anfang da auch, muss ich fairerweise sagen,
gar nicht so sicher, ob das so gut funktioniert oder ob das harmoniert,
weil ich wollte ja dann schon nicht dieses,
wie soll ich sagen, Journalist-Athleten-Modell für einen Podcast haben.
Und die ersten ein, zwei Folgen, die wir da gemacht haben, die waren halt,
glaube ich, noch sehr in dieser Richtung.
Aber dadurch, dass wir dann natürlich ohne einen Plan, also wir hatten jetzt
nicht den Plan, da jede Woche eine Folge zu machen ursprünglich mal,
sondern wir gesagt, wir machen das jetzt mal ein paar Wochen und dann schauen wir mal.
Und jetzt haben wir seit über sechs Jahren jeden Freitag eine Folge rausgebracht
und nehmen heute noch die Folge 331 auf.
Das ist echt verrückt, wie sich das entwickelt hat. Und dadurch haben wir natürlich
jede Woche viel miteinander zu tun.
Im Vorfeld, was den Inhalt der Folge betrifft, dann natürlich Aufnahmetag und so weiter.
Und da ist natürlich auch eine Freundschaft draus entstanden und ich weiß nicht,
ich will jetzt nicht sagen ...
Klingt immer komisch, wenn man sowas über sich selber sagt, Erfolgsstory oder
sowas, aber es ist natürlich ein Format, was es jetzt sehr lange und sehr regelmäßig
gibt und sich, glaube ich, schon noch eine ganz okayen Beliebtheit erfreut.
Ich wollte gerade sagen, weil es richtig gut ist, also ihr würdet nicht 330
Folgen machen, wenn es nicht erfolgreich ist und ich habe ja gesagt,
es ist der erfolgreichste deutsche Podcast in der Laufszene und das ist glaube ich schon.
Eine Auszeichnung auch für euch und ich meine, wir sind jetzt bei 20 und haben
natürlich einen anderen Approach zum ganzen Thema, aber Themen immer wieder
zu suchen, das ist nicht so einfach.
Also man muss da schon überlegen, okay, was interessiert auch meine Community,
man will ja nicht irgendwie zum Werbespot-Podcast werden und so weiter und so fort.
Du bist aber auch Buchautor, hast ein Buch geschrieben, Laufen am Limit,
warum Marathon die größte Herausforderung für Läufe ist.
Was können Amateure von Profis lernen?
Ich glaube, Amateure können von Profis lernen, wie man große sportliche Herausforderungen
vernünftig vorbereitet, wenn man sich da wirklich drauf einlässt.
Und das ist so ein bisschen, damals habe ich diesen auch vielleicht ein bisschen,
provokanten Titel bewusst gewählt, weil für mich war Marathonlaufen im Vergleich
zu Bahnlaufen früher insofern die größte läuferische Herausforderung,
als dass es ja im Prinzip zwei,
zunächst mal sehr unterschiedliche Welten galt zusammenzubringen.
Zu bringen. Einerseits natürlich eine krasse Ausdauerleistung,
ja klar, 42 Kilometer muss man erstmal laufen können, aber gleichzeitig in der
Welt, in der ich zu Hause war,
ist es natürlich so, es reicht ja nicht irgendwie diese 42 Kilometer zu bewältigen,
sondern natürlich galt es, die so schnell wie möglich zu bewältigen und ja,
die Zeiten haben sich weiterentwickelt mit Carbon-Truhen, mit anderen Fueling-Strategies
und so weiter, eine 2.12 ist heute nichts mehr wert.
Zur Zeit, als ich die 2.12 gelaufen bin, vor allem das erste Mal die 2.12 gelaufen
bin, Das war noch vor der Carbon-Schuh-Ära.
Da war das so, war ich glaube ich mit Arne Gabis der zweitschnellste deutsche
Marathonläufer seit, weiß nicht, 15 Jahren oder sowas.
Und deswegen, da galt es dann natürlich zu gucken, irgendwie,
ja, 42 Kilometer muss man schaffen, aber mein Schnitt sozusagen,
um es mal für die Leute, die jetzt hier zuhören, so ein bisschen vielleicht
zu veranschaulichen, Kilometerschnitt ist 3,08.
Also das ist jetzt ja nicht mehr Joggen.
Und diese zwei Sachen zusammenzubringen war eine große Herausforderung.
Deswegen habe ich das Buch damals auch so genannt.
Und ich glaube, was Amateure von Profis lernen können, ist, dass man sich halt
wirklich langfristig auf große Herausforderungen vorbereiten kann.
Soll und eigentlich auch muss, weil ich glaube, um langfristig Spaß zu haben,
an Sport, an Bewegung, auch an Herausforderungen und ich glaube,
gerade Herausforderungen, da gehören natürlich die Adidas Infinite Trails auch genauso dazu.
Ihr habt natürlich ein super breites Angebot, auch was für Herausforderungen
man sich da selber wählen kann.
Ich glaube, es macht nur langfristig Spaß, wenn man das halt auch in der entsprechenden
Vorbereitung macht und das ist so ein bisschen ein Punkt, der nicht unbedingt
den Trail-Bereich alleine trifft, das sehe ich im Marathon-Bereich genauso und
da ist Social Media, glaube ich, schon so ein bisschen schuld.
Dass es manchmal so ein bisschen das, wie soll ich sagen, Erwartungsmanagement
verzerrt. Es ist so ein bisschen schick geworden, ich will jetzt nicht so Influencer-Bashing
betreiben. Ja, wir haben ja gerade so ein bisschen das Problem mit Influencer
bei dem einen oder anderen Event gerade erst gehabt.
Genau. Es ist halt Fluch und Segen, auf der einen Seite tut es dem Sport gut,
es kommen neue Aspekte und neue Perspektiven hinein, aber auf der anderen Seite
soll es natürlich auch nicht lächerlich klingen, dass das jeder im Prinzip machen kann.
Das ist nämlich das Wichtige, glaube ich. Also, wie gesagt, ich will das gar
nicht per se pauschal bashen. Irgendwo bin ich ja dann, wenn man so möchte,
auch eine Art Influencer vielleicht für Sport, für Bewegung, für was auch immer.
Aber ich glaube, was ich damit sagen will, ist, es ist toll,
wenn Sportarten ein breiteres Publikum, andere Zielgruppen auch erreichen.
Aber ich glaube, es ist halt wichtig, dass man sich trotzdem dann intensiv mal
damit auseinandersetzt, was das denn bedeutet, was man sich da vielleicht auch
aussucht, was man machen möchte und dann auch einen entsprechenden Zeithorizont
dafür einplanen und sich im Vorfeld auch entsprechend damit auseinandersetzt, was,
auch Ausrüstung, all diese Dinge betrifft,
und sich genügend Zeit nimmt, sowas vorzubereiten, damit man an dem Tag selber
halt auch Spaß hat und das hoffentlich dann nicht so eine Einmalsache wird.
Ja, und deswegen haben wir auch die Podcast-Serie Infinite Talk gemacht,
genau das, was du gesagt hast, um diese Vorbereitung einfach auch über einen
Podcast zu machen. Und ich glaube, ein gutes Beispiel ist jetzt High Rocks.
Jeder will High Rocks machen, das ist ein Wettkampf, der um eine Stunde dauert
bei den Profis, vielleicht eineinhalb oder weiß was ich, bei den Amateuren.
Und das ist auch, jeder will es machen, aber er bereitet sich nicht vor.
Ich meine, das ist eine Belastung vom Körper, nicht nur Laufen,
sondern Kraft und Ausdauer und alles, was dazukommt.
Ich glaube, das ist unheimlich wichtig von einem Profi zu lernen,
aber eine Frage habe ich jetzt.
Nachdem du dein erstes Trail-Race bei Infinite Trades gelaufen bist,
die 30k, du hast ja gesagt, Marathon ist wirklich die größte Herausforderung für Läufer.
Ist es Marathon oder sind es vielleicht die 100 Meiler bei einem Ultra-Race?
Ich würde heute sagen, auf jeden Fall die Ultra-Mai 100 Kilometer oder mehr,
da gibt es ja alles mögliche, Ultra-Trail-Sachen in den Bergen,
das ist, glaube ich, nochmal eine andere Herausforderung.
Eine andere Herausforderung für Körper und Geist.
Jetzt mal abhängig davon, dass wir vielleicht sagen müssen, es geht jetzt vielleicht
erstmal darum, sowas überhaupt zu schaffen. Ich rede jetzt noch nicht von den
Leuten, die sowas auch vielleicht gewinnen.
Alleine sowas zu schaffen, das erfordert, glaube ich, wahnsinnig viel.
Sehr zielgerichtete Vorbereitung und natürlich auch ein richtig starkes,
mentales Game für so einen Race Day, weil das ist ja dann was,
was wirklich ultra lange dauert und was, glaube ich, viele sich auch nicht so
richtig vielleicht vorstellen können, die sowas noch nie gemacht haben,
die noch nie an einem Trail-Event teilgenommen haben,
ist einfach natürlich auch der Aspekt Höhenmeter.
Weißt du, wenn er bei euch irgendwo steht, auf der Veranstaltungswebsite,
hier 30k so und so viel Höhenmeter.
45k so und so viel Höhenmeter, ich glaube, wenn jemand jetzt aus Hamburg kommt,
ja, und liebäugelt nächstes Jahr,
vielleicht da sich mal für eines der Events anzumelden, aber sowas noch nie
gemacht hat, das ist ja was, was du ganz schwer nachempfinden kannst oder nachfühlen
kannst, was macht das denn mit dir, mit deinem Körper, und das war auch ein
krasses Learning für mich,
weil es ja dann irgendwie schon, klar, es war eine eigene Challenge,
die wir uns so ein bisschen gestellt haben, aber mit der Alpenüberquerung letztes Jahr,
das war ja dann für uns sozusagen ein Multiday-Sport-Event, wir sind ja jeden
Tag um die 50 Kilometer plus minus gerannt.
Ich fand...
Hoch fand ich nicht so schlimm. Also das ist anstrengend, ja,
aber irgendwann, dann wechselt man, das lernst du ja auch schnell,
diese Illusion, als Läufer denkst du immer, ein Trail Run, ein Trail Race oder
was auch immer, muss man immer alles rennen, das ist ja Bullshit.
Wenn es steil wird, macht es ja total Sinn, teilweise auch flott zu gehen,
zu marschieren, einfach auch um irgendwie Kraft zu sparen. Und manchmal ist
es ja eben auch zu steil oder zu geröllig, dass man da jetzt vernünftig laufen könnte.
Und dafür gibt es dann auch Stöcke zum Beispiel, die das ja durchaus unterstützen können.
Aber schlimmer ist für mich ja der Downhill-Part, weil das können sich auch
wenige Leute vorstellen, wenn man eben nicht aus einer bergigen Region kommt
und das gewohnt ist, dass das natürlich einen krassen Impact hat.
Ich sag mal so Stichpunkt Oberschenkel-Vorderseiten, unterer Rücken und so weiter,
das erfordert ja auch irgendwann sein Tribut in so einem Rennen und wenn wir
dann reden eben von diesen ganz Extremsachen, 100k, 100 Meilen oder was auch immer, entsprechend,
mit Höhenmetern, das ist schon was, was für mich.
Ehrlich gesagt echt unvorstellbar ist. Philipp Flieger, der Unternehmer.
Du hast nach deiner Karriere mit Moyo Kaffee dein eigenes Kaffee-Business aufgebaut
und vertreibst Spezialitäten aus Kenia.
Moyo ist Suahili und bedeutet Herz. Das ist also quasi auch für dich mit Sicherheit
mehr als eine Kaffeemarke.
Du unterstützt damit eine Charity.
Pro verkauften Kilo Moyo spendest du einen Euro an die kenianische NGO,
also Non-Government Organization, auf Deutsch Wohltätigkeitsorganisation, Tier of Angels.
Also erzähl uns ein bisschen von deinem Kaffee-Business und von der Organisation,
die ja auch in Gedanken an die ermordete Agnes Thirap gegründet wurde,
die ja ehemalige Weltrekordinhaberin war.
Ja, sehr gerne. Das ist ein absolutes Herzensprojekt von mir und ist, ja, wie soll ich sagen.
Ist ein Gemeinschaftsprojekt von mir und meinem besten Freund von Felix Blinke,
der ja auch bei mir so ein bisschen im Hintergrund die ganzen Management-Sachen macht.
Und er war mit mir eben auch, er war früher auch ein sehr guter Läufer,
auch einmal in Kenia mit.
Und das war, ist einfach zeitlich zufällig eben in diesen Zeitrahmen gefallen,
als Agnes ja auf sehr tragische Weise ja dann ihr Leben verloren hat.
Die wurde von ihrem damaligen Lebenspartner ermordet und weil die eben auch Adidas-Athletin ist,
war die mir natürlich bekannt und irgendwie war das so ein krasser Schock.
Für mich, ich glaube für die ganze Laufgemeinde weltweit und hat dann natürlich
überhaupt mal das Schlaglicht geworfen auf dieses Thema Gender-Based Violence,
also Gewalt gegen Frauen eben auch in Kenia, was mir zuvor,
einfach nicht bewusst war, obwohl ich ja schon oft genug da war.
Aber klar, du stößt ja jetzt nicht automatisch auf diese Problematik da und
habe dann eben auch beispielsweise mit Joanne Jelimo viel gesprochen.
Das war eine Freundin von ihr, die ich da gut kannte und die hatten eben gesagt,
sie wollen so eine NGO gründen, um in ITEN und in Umgebung natürlich Aufklärungsarbeit
zu leisten in Schulen, vor allem eben auch in Jungsschulen.
Das Problem ist ja meistens da dann irgendwo, er hat da so seine Wurzel in Teilen,
und eben auch Hilfsangebote zu schaffen, da gibt es ja auch nicht sowas wie...
Bei uns vielleicht mit Frauenhäusern oder sonstigen Dingen und da muss man natürlich
auch vor Augen führen, klar, du hast irgendwie vielleicht dann als junge Frau,
mit jemandem ein Kind, hast aber vielleicht kein eigenes Einkommen,
kulturell ist es eben auch nicht so einfach, dass du dann wieder zu einer Familie
zurückkannst und so weiter, also wenn du da in so einer schwierigen,
problematischen oder toxischen Beziehung bist, ist das gar nicht so einfach, sich davon zu befreien.
Dann haben wir uns halt überlegt, oder ich habe mir mit Felix überlegt,
hey, irgendwie würden wir gerne was helfen, klar, ich kann jetzt mein Handy
in die Hand nehmen und mache eine Insta-Story und vielleicht spenden dann Leute ein paar hundert Euro,
aber ich habe dann irgendwie gesagt, hey, warum probieren wir nicht,
irgendwie was Größeres zu machen, bestenfalls was Nachhaltigeres.
Das ist jetzt gar nicht, um dass wir da jetzt wahnsinnig viel Geld mitverdienen
können, sondern um irgendeinen Revenue-Stream zu schaffen, wo wir diese NGO,
mit im Rahmen unserer Möglichkeiten mit unterstützen können.
Aber gleichzeitig dem Unterstützer oder der Unterstützerin auch was Gutes geben
zu können aus diesem Land, was ich sehr schätze und liebe.
Und Kenia ist vor allem bekannt für Tee, gar nicht unbedingt für Kaffee,
aber ich weiß, dass aus einem Nachbar-County, dass da eben inzwischen auch Kaffee
eingebaut wird, also Specialty-Coffee, sehr guter Kaffee.
Und da haben wir gesagt, komm, lass uns doch mal gucken, ob wir eine Rösterei
hier bei Regensburg finden, die da Lust haben, mit uns das zu machen,
weil wir natürlich gar keine Lieferbeziehung haben und so weiter. und so fort.
Und da haben wir dann jemanden gefunden, Basilius, ist eine kleine Rösterei
hier vor den Toren von Regensburg und die haben uns da geholfen,
eben Kontakt zu knüpfen mit Kaffeebauern,
die uns geholfen haben, diesen Kaffee zu importieren, die mit uns eine eigene
Röstung kreiert haben und wir würden gerne.
Den Kaffee sehr gerne günstiger verkaufen und würden sehr gerne mehr Spende
machen, haben aber relativ schnell dann auch gemerkt, weil weder Felix noch
ich aus dem Kaffee-Business ursprünglich kommen, dass das natürlich wahnsinnig
schwierig ist, wenn man nicht,
Kaffee vertreibt in den Größen von den Big Playern sozusagen,
weil es einfach darum geht, wir sind nicht die Typen, die bis auf den letzten
Cent den Kaffeebauern drücken wollen.
Das ist Handarbeit, also da kannst du nicht in diesen bergigen Regionen mit
irgendeinem Vollernter da durchfahren. Also jede Kaffeebohne,
die wir verkaufen, ist handgepflückt von den Menschen aus dieser Region.
Deswegen war uns wichtig, dass wir denen einen fairen Preis bezahlen.
Dann müssen wir es natürlich importieren. Wir müssen es hier in Deutschland rösten lassen.
Wir wollen qualitativ das dann auch in einer Aroma-Verpackung haben,
die recycelbar ist. Wir wollen die Story zum Kaffee und zur NGO erzählen.
Das heißt, wir haben zwei Etiketten drauf und so weiter und so fort.
Was ich damit sagen will ist, das läppert sich relativ schnell.
Und für uns ist das more or less non-profit. Also wir machen da pro verkauftem
Kilo Kaffee nicht wahnsinnig viel Gewinn. Ein bisschen mehr Gewinn wäre ganz
gut, dann könnte man ein bisschen mehr in Werbung noch investieren.
Das ist aber aktuell nicht möglich und für uns ist das einfach eine Herzensangelegenheit.
Und wir sind jetzt froh, dass wir nach,
Anderthalb Jahren hatten wir.
So die erste Tonne verkauft, ausschließlich auch über unseren Online-Shop und
dementsprechend waren wir jetzt erstmal sehr froh, die erste 1000-Euro-Spende
tätigen zu können und versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten da in kleinen Steps was Gutes zu tun.
Bist du Kaffee-Nerd? Also wenn ich zum Beispiel, ich bin so ein Kaffee-Nerd,
wenn ich meinen neuen Espresso oder eine neue Bohnen einstelle,
dann mache ich das ziemlich wissenschaftlich.
Das heißt, ich messe das auch mit einem Refraktometer, um diesen Sweetspot eigentlich
zu erreichen, wo man weiß, okay, muss ich grober malen, muss ich feiner malen,
aber das auf Wissenschaft basiert. Bist du auch so ein Typ?
Nicht so krass, nein, muss ich gestehen. Ich trinke sehr, sehr gerne Kaffee,
ich trinke sehr gerne guten Kaffee.
Ich habe aber viel meines Kaffee-Wissens im Zuge unserer eigenen Kaffee-Entwicklung,
erlernt, nämlich im Zusammenspiel mit Bernhard, also dem Inhaber von Basilius-Kaffee,
aber auf dem Level bin ich nicht tatsächlich, nee.
Wenn wir jetzt übergehen in das Thema Philipp Flieger, der Familienmensch.
Du hast ja schon gesagt, du bist Vater von einer kleinen Tochter,
die 2023 auf die Welt gekommen ist.
Du bist auch Botschafter von Plan International. Also ich habe auch ein Patenkind
in Liberia, zehn Jahre alt, Helena Johnson.
Und ich habe vor einer Woche gerade erst wieder den neuen
Patenbrief bekommen und wie du gesagt hast, also einer der wichtigsten Punkte
war sexuelle Aufklärung und das ist eigentlich für, wahrscheinlich für einen
Europäer und gerade in Sachen Gewalt ist es unheimlich wichtig,
gerade in diesen Ländern,
zu sehen, damit auch geerntet werden kann mit Erfolgen und da ist halt einfach,
ich glaube jeder Euro, der dort gespendet wird, hilft einfach und das ist
den einen oder anderen, der kann sich das nicht vorstellen, Aber was 1000 Euro
in so einem Land eigentlich machbar ist für so eine kleine Organisation,
die sich ein Ziel gesetzt hat, also ich finde es großartig und ich finde es,
auch großartig, dass ihr nicht auf Gewinn orientiert seid, sondern das ist jetzt
nicht irgendwie so ein Beiprodukt,
was ein Ex-Profi vertreibt, sondern das ist so, wie du sagst,
das ist eine Herzensangelegenheit.
Also diese Gespräche hatten wir auch, das kann ich dir sagen,
um hier 100 Prozent transparent zu sein. Leider muss man sagen,
nicht, dass wir das wollten. Wir haben natürlich versucht, mit mehreren Röstereien
und Anbietern Gespräche zu führen und da gab es natürlich auch,
ich nenne es keine Namen,
durchaus bekannte Player, die per se gute Kaffees verkaufen, sag ich jetzt mal.
Aber die uns am Ende eigentlich eine White-Label-Lösung anbieten wollten und
das wollten wir halt genau nicht, also uns ging es ja nicht darum,
dass wir einfach Kaffee verkaufen,
um selber uns da die Taschen voll zu machen, sondern den Kaffee gibt es ja nur,
weil wir gesagt haben, wir würden gerne,
die Idee ist eben, statt einfach Spendenaufruf zu starten, wir wollen demjenigen,
der einen guten Kaffee mag, einen kenianischen Specialty-Kaffee geben,
der vielleicht auch ein bisschen besonders schmeckt, hat auch mit dem Boden
dort zu tun, mal was anderes und so.
Und dafür von Teilen dieses Erlöses, den würden wir eben gerne rückführen nach Kenia.
Aber natürlich gab es Leute, die gesagt haben, oh, kenianische Bohne ist schwierig,
die schmeckt ein bisschen sauerer quasi als das, was der deutsche Gaumen gewohnt ist.
Die trinken hier hauptsächlich Brasilien und Äthiopien sozusagen im 0815 Kaffeeregal überwiegend so.
Das wird hier nicht erfolgreich sein. Lasst uns doch Brasilien 40 Prozent machen, 40 Prozent,
Äthiopien, da machen wir noch ein bisschen 20% Kenia rein, einen Blend und dann
kleben wir dein Logo drauf und sagen, es ist ein Kenia-Kaffee und dann hab ich
gesagt, nee, ihr habt das gar nicht verstanden.
Ich flieg mit Felix, das haben wir dann auch gemacht, wir wollen da hinfliegen.
Ich will zu dem Kaffeebauern, ich will wissen, von welchem Kaffeebauern wir
diese Bohne haben. Wir haben bei dem zu Hause gepennt, bei seiner Family und
waren mit ihm auf seiner Plantage und so.
Ich hab gesagt, ihr habt gar nicht verstanden, was ich da machen will.
Das ist nicht, dass ich jetzt irgendeinen random White-Label-Kaffee verkaufen
will, sondern ich will einen Kaffee möglichst aus dieser Region,
wo ich früher viel Zeit verbracht habe.
Und der soll einen guten Hintergrund haben. Und das ist das,
was ich machen will. Und nicht irgendein 0815-Austauschprodukt,
was kein Mensch braucht so.
Ja, Give Him Back ist, glaube ich, das Wichtigste.
Wir haben gesagt, Vater von der Tochter, 2023 auf die Welt gekommen.
War das auch ein Grund, weshalb du dich für die NGO entschieden hast,
nachdem du eine Tochter bekommen hast?
Ja, also genau, die Kleine ist tatsächlich schon im Herbst 2022 auf die Welt
gekommen, im November, aber genau 2023 dann Karriere beendet und ich bin immer
schon, ich habe immer schon,
Kinder waren mir immer schon irgendwie wichtig, auch, darf auch für ein,
zwei Kids aus hier, aus meinem persönlichen Kreis,
Taufpate auch sein und ich fand Kinder immer schon total toll,
mir war immer klar, ich möchte Kinder haben und großziehen und dementsprechend.
Und ja, war es mir auch wichtig, mich da zu engagieren.
Tatsächlich hat mein Bruder schon ganz früh, lange vor mir, also mein kleiner
Bruder, der hat schon immer neben der Schule so ein bisschen gearbeitet und
gejobbt und mir war das, naja, mit Leistungssport war ich immer schon relativ gut ausgefüllt.
Und der hat schon damals mit seinem ersten Gehalt beim Getränkemarkt bei uns
sozusagen schon damals eine Patenschaft bei Plan International mit 16 oder so abgeschlossen.
Und so gesehen war ich für dieses Thema grundsätzlich immer schon sensibilisiert.
Plus natürlich, man kommt als Läufer viel rum oder als Profisportler und natürlich
spielt da eben Afrika auch eine große Rolle.
Gerade Kenia haben wir natürlich auch viel mit Kids zu tun gehabt,
die rennen ja bei uns immer mit und dann manche Kids von den Athleten und so
lernst du ja auch kennen und du siehst ja gleichzeitig auch,
dass die da in sehr, sehr anderen Verhältnissen aufwachsen und dass die Schere
da ganz leicht sehr weit auseinander geht.
Und deswegen, genau, war es bei mir so, dass ich gesagt habe,
ich möchte mich da gerne engagieren.
Aber, muss auch sagen, es war jetzt nicht so, dass wir unmittelbar,
ich in so eine Ambassador-Rolle geplant hatte, reinzukommen bei Plan International,
sondern ich habe dann auch vor, boah, was ist denn das jetzt gewesen,
ich schätze mal sieben Jahren ungefähr, sieben, acht Jahren vielleicht,
eben ganz regulär, wie viele andere auch, mit einer Patenschaft abgeschlossen,
über die Website für ein Mädchen in Ruanda, für SIFA.
Und im Zuge dessen ist mein Name irgendwie bei denen im System aufgeploppt und
Plan International ist ja auch Partner des Deutschen Leichterwegverbandes und
irgendjemand scheint meinen Namen gekannt zu haben und daraufhin haben die mich
kontaktiert und einfach gefragt, ob ich mir den vorstellen könnte, für sie auch,
ja dann klar, öffentlichkeitswirksam da als Sportbotschafter in Erscheinung
zu treten und das mache ich jetzt schon echt,
lange also ich glaube schon auch seit 6, 7, 8 Jahren, dass ich da Botschafter
bin durfte jetzt auch vor gar nicht allzu langer Zeit, das war jetzt im,
Mai war das, nach Peru reisen mit Plan International und der Adidas Foundation,
die da eben auch Projekte unterstützen, Sportprojekte unterstützen von Plan
International und das war auch.
Sehr hochgelegen in den Anden, bis auf 3800 Meter waren wir da,
sehr abgelegene Dörfer eben auch und ja, das war für mich auch mal wieder total
inspirierend zu sehen, was da bewirkt wird.
Ja, ist auch sehr spannend. Du hast schon gesagt, Peru, es gibt ja das Adidas
Andes Race auch in Peru, ebenfalls ein Trailernrennen und die haben auch eine
Charity, die sie gegründet haben und,
finanzieren Lamas als Transportmittel für die Bergdörfer.
Also ich glaube, das ist so, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.
Also man sitzt hier irgendwo klimatisiert, hat ein tolles Haus, hat ein tolles Auto,
lebt einen super Lifestyle und auf der anderen Seite, da irgendwo in den Anden
auf 4.500 Meter sind Leute, die nicht mal irgendwie ein Lama haben als Transportmittel.
Das ist für uns, wenn man das nicht selber mal sieht oder wie das dann auch
vor Ort einfach sich das Leben abspielt, ist das für uns ganz sicher vorstellbar.
Das ist, wie gesagt, ich fand die Zeit eben in Kenia auch so.
Ich fand es beruhigend teilweise für jemanden, der sonst oder für viele von
uns, wir sind ja so, auch teilweise fremdbestimmt, fremdgesteuert,
Terminpläne, Handy hier immer erreichbar und sowas und ich fand es dann teilweise in Kenia,
auch spannend, so in eine ganz andere Welt einzutauchen, die langsamer ist,
aber gar nicht negativ gemeint,
aber die natürlich auch in vielerlei Hinsicht sehr viel einfacher ist.
Also dass da halt, das ist für uns so, viele Sachen sind für uns so selbstverständlich,
fließend Wasser und auch immer Strom ist da nicht selbstverständlich und es
ist ein anderes Leben, aber ich würde sagen, ich würde nicht unbedingt sagen, dass Menschen dort,
zwingend unglücklicher sind.
Also klar, wenn es natürlich darum geht, du musst für dich und deine Familie
irgendwie ein Auskommen, das musst du irgendwie sorgen, dass das klappt, aber darüber hinaus,
da gibt es viel, weiß ich nicht, sie wirken oft sehr viel zufriedener mit dem,
was sie haben und vielleicht auch glücklicher und.
Ich fand das immer sehr inspirierend da zu sein. Deine Tochter hat mit Sicherheit
viele, viele Kilometer mit dir im Babyjogger verbracht, oder?
Und... Keinen einzigen. Keinen einzigen. Keinen einzigen. Das ist schwer zu
glauben, ich weiß. Aber ich habe immer gesagt...
Die Zeit, wo ich rausgehe, wo ich laufe, die gehört mir oder die gehört dann
sozusagen meiner Frau, wenn sie laufen geht.
Und deswegen ist die Kleine nie im Babyjogger gewesen. Die ist jetzt öfters
mal, entweder war sie mit dem Laufrad, das haben wir dann so,
das war jetzt kein richtiger Lauf dann für mich, aber ich wohne ja,
wie gesagt, in Regensburg, also ich kann auch eine flache Route suchen an der Donau.
Die ist entweder beim Laufrad dann mal unterwegs gewesen und hat gesagt,
wir nehmen jetzt einen Spielplatz uns vor, der mal zwei, drei Kilometer entfernt
ist und ich ziehe Sportklamotten an und wir joggen dahin, beziehungsweise sie
fährt mit dem Laufrad, jetzt ja lernt sie gerade Fahrradfahren und machen da
schon was zusammen, aber Babyjogger tatsächlich,
nee, hab ich mich damals dagegen verweigert.
Aber ich hab ein Video gesehen, was du glaube ich zum Weltfrauentag gepostet
hast, wo man die Kleine schon auf der Tartabahn sieht.
Ja, das ja, also die hat natürlich, hab ich auch schon mal im Stadion natürlich
logischerweise mitgenommen.
Wenn ich eh da für ein Training war oder auch bei Sport-Events war sie natürlich
auch schon mit dabei, wobei da war sie noch sehr, sehr klein,
da wird sie wahrscheinlich nicht mehr ganz dran erinnern.
Ich versuche natürlich den den, wie soll ich sagen, also für mich ist es auch
ein bisschen schwierig, ich versuche natürlich ihr die Freude an Bewegung natürlich zu vermitteln.
Für mich muss es aber gar nicht zwingend irgendwie später ins Laufen gehen,
sondern wenn sie später sagen würde, sie möchte tanzen oder sie möchte turnen
oder schwimmen oder irgendwas, dann würde ich das natürlich genauso unterstützen,
aber ich glaube, so dieses generelle, dieses,
Freude draußen zu sein, Freude an Bewegung, das.
Möchte ich ihr mitgeben und ich muss natürlich sagen, der Apfel fällt nicht
weit vom Stamm, dieses Sprichwort,
hat ja irgendwo eine Daseinsberechtigung, es ist schon so, dass sie sehr gerne
rennen möchte, also sie freut sich auch, wenn wir in einem Stadion sind,
wo einfach Rundbahnen angezeichnet sind, dann möchte sie immer Wettrennen machen
und an der Startlinie stehen und so weiter.
Also das scheint sie schon ein bisschen in den Bann zu ziehen.
Also die Läufer gehen, hat sie.
Ich vermute schon irgendwie, ja. Kommen wir zum Hauptthema unseres heutigen Podcasts.
From Asphalt to Alpine. Wir haben ja schon viele, viele Punkte eigentlich erörtert.
Was man sagen kann, und das, glaube ich, kannst du unterstützen,
Trailrunning wird mit jedem Jahr beliebter, immer mehr Läufer wechseln,
auch von der Straße auf den Trail. Was glaubst du, woran liegt das?
Ich glaube, einerseits so ein bisschen dieses, der Wunsch, glaube ich,
wieder ein bisschen mehr Verbundenheit mit Natur zu haben.
Und nach vielleicht außergewöhnlichen, in Anführungszeichen,
sage ich jetzt mal, Herausforderungen.
Also sprich, Marathon, Straßenlauf erfreut sich, glaube ich,
nach wie vor sehr großer Beliebtheit. Alles, was ich so immer mitkriege in Berlin,
Hamburg und Co., ist, dass die ja gefühlt jedes Jahr noch früher ausgebucht auch sind.
Ich denke, dass da die Pandemie und Corona einen Teil dazu beigetragen hat,
dass Laufen wieder insgesamt mehr Popularität sich erfreut.
Also weil damals halt einfach wenig anderes möglich war und glaube viele Menschen
wieder für sich diese sehr, eigentlich ja sehr einfache Form von Bewegung und
sehr simple Form, die man halt auch echt gut in den Alltag einbauen kann,
für sich so entdeckt haben.
Dadurch ist Laufen, glaube ich, wieder ganz angesagt geworden,
aber gleichzeitig halt auch sagen, okay, für mich ist halt durch eine Stadtrennen vielleicht doch zu,
wie soll ich es beschreiben, zu normal, zu gewöhnlich oder das habe ich eh schon
in meinem Berufsalltag, dann schaffe ich es noch morgens oder in der Mittagspause laufen zu gehen.
Ich möchte raus, ich möchte was, was mich wirklich begeistert,
was mich irgendwie thrillt und das ist natürlich, glaube ich, in den Bergen,
also ich glaube jeder, der das einmal gemacht hat, mir geht es ja nicht anders,
als ich letztes Mal das erste Mal bei euch war, dass einen das dann catcht.
Kannst du den Moment beschreiben, in dem du die Stille des Berges gegen den
Närm der Stadt getauscht hast? Wann war das das erste Mal oder was hast du gefühlt?
Also in Regensburg und Umgebung, wir haben natürlich den Bayerischen Wald,
der ist aber ein bisschen entfernt, aber ich sag mal, für mich,
das würde ich nicht als krassen Berg bezeichnen, wenn wir jetzt da sind,
das mit Gastein vergleichen oder so, aber es hat schon einen Switch gegeben,
wie ich laufe heutzutage.
Denn Laufen früher als Leistungssportler hat ja immer mit Performance zu tun
gehabt selbst wenn es ein Easy Run war, dann hatte der irgendwie einen Sinn
in einem Trainingsplan, ich habe heute keinen Trainingsplan mehr und Laufen
ist für mich heute viel mehr,
Ausgleich, auch für den Kopf und deswegen laufe ich auch,
obwohl ich fast 20 Jahre in Regensburg wohne.
Selten die Strecken, die ich früher jeden Tag gelaufen bin.
Für mich geht es nicht mehr darum, irgendwelche Kilometerschnitte auf eine Uhr
zu haben, die ich dann natürlich vielleicht möglichst auf flachen Strecken an
der Donau oder einem der Nebenflüsse hier,
machen möchte, sondern ich laufe mehr in Regionen, ich stoppe das immer noch,
ich kann nicht, Ralf sagt immer bei uns im Podcast, du musst es mal schaffen,
auch ohne Uhr laufen zu gehen, das kann ich nicht, ich muss wissen danach zumindest,
wie lange ich irgendwie oder wie weit ich unterwegs war,
und so diese ganzen Metriken, die interessieren mich rückblickend dann schon,
aber ich laufe viel mehr auf Trails, also hier Marienhöhe oder Winzrerhöhen oder,
oder Max Schulze steigt, sowas.
Das sind so Areas hier in Regensburg, wo ich dann auch komplett für mich bin.
Da triffst du häufig keine Menschenseele.
Du bist nur mit dir alleine. Du hörst vielleicht deinen Atem.
Du hörst ein bisschen die Windgeräusche oder Bäume, die sich im Wind wiegen
und irgendwelche Tiere. Das war's.
Und das, finde ich, hat schon was absolut Meditatives. Und dieses sich wirklich
im Moment befinden, auf den Untergrund konzentrieren, dann vielleicht auf den
Anstieg konzentrieren.
Vielleicht gibt es eine Downhill-Passage.
Und das, also wirklich dieses im Moment sein, das finde ich ganz toll und das
ist natürlich, wenn man das Privileg hat, dann vielleicht sogar in der Region zu wohnen.
Ich sag jetzt mal Stichpunkt Alpennähe oder sowas. Das muss natürlich schon.
Besonders sein oder besonders erhebend auch sein, wenn man da dann schafft,
irgendwie vielleicht auch mal das mit einem Gipfel zu verbinden und das dann
auch wirklich genießen zu können.
Ich fand das letztes Jahr so geil bei den Adidas Infinite Trails,
dass wir dieser Moment, als wir durch die Wolkendecke durchgelaufen sind sozusagen, weil das Wetter ja,
durch den Vortag ja gar nicht mal so prickelnd erst ausgesehen hat,
aber dann sind wir ja dann irgendwo da durch und dann war es da drüber unfassbar,
also fast schon klischee-mäßig majestätisch, wie so Postkarten-Idylle mit blauem
Himmel, Sonne, schneebedeckten Gipfeln.
Grüne Wiesen. Ja, grüne Wiesen, das war außergewöhnlich.
Die schönsten Trades befinden sich im alpinen Umfeld. Man tauscht natürlich
die Sicherheit der Stadt gegen die Ausgesetzter in den Bergen.
Und das erfordert ja eine ganz andere Vorbereitung. Du hast schon gesagt,
Downhill trainieren, auch Laufen mit Stöcken, aber auch eine andere Ausrüstung.
Das heißt, wie war das für dich, wie du zum ersten Mal mit Weste,
Sicherheitsausrüstung, Verpflegung, auch für mehrere Stunden unterwegs warst?
Ja, ehrlich gesagt schon ein bisschen komisch. Also weil es sich einfach,
es fühlt sich schon anders an, so zu laufen. Es ist erstmal,
ich fand das Laufen mit Weste, habe ich natürlich im Vorfeld auch dann hier
immer wieder geübt und ich fand das.
Was heißt, erstmal so ein bisschen einengend, also obwohl die gut gepasst hat, die Weste so.
Aber das ist ja erstmal was komisches, dass du um die Schultern rum was hast
und so, was ja eigentlich kein Gewicht ist, aber trotzdem, was du so verschlossen
um dich trägst, plus wenn du dann das erste Mal auch wirklich die Softflasks mal füllst,
ist das erstmal komisch, das fühlt sich ein bisschen komisch an,
egal wie fest du die machst, dass du dann vorne da was hast,
was sich dann da vielleicht auch ein bisschen mitbewegt und so.
Und wobei man auch, glaube ich, und das war auch ein Learning bei mir,
es nivelliert sich ein bisschen, wenn man halt in bergigen Regionen unterwegs
ist, weil du läufst halt auch nicht so schnell, wie wenn du flachläufst.
Und dann hast du auch weniger vertikalen Impact, weniger Bounce und so weiter.
Es ist eine Gewohnheitssache am Ende des Tages. Heute merke ich das gar nicht mehr.
Heute empfehle ich das nicht mehr als ungewohnt oder als störend.
Und das mit den Stöcken gibt es natürlich auch von bis, aber ich glaube heute
Leute, die bei sowas mitlaufen, die nehmen ja dann schon Stöcke,
die man auch zusammenklappen kann.
Das ist ja alles auch kein Hexenwerk, dass man die dann zusammen macht.
Ich habe dann meistens sogar eine Kombi mit einem Trailrunning-Gürtel und eine Weste.
Und ich mag das halt, wenn das dann hinten am Becken, am unteren Rücken,
die Stöcke da fest sind, dann stört dich das nicht, merkst du kaum eigentlich.
Und alles andere ist eine Ausrüstungssache. Wie du sagst, es gibt ja heute.
Es gibt ja alles und es ist, wenn man das dann erstmal, ich habe das natürlich
auch zu Hause einmal geübt, ob ich all das, was mandatory ist,
überhaupt da eingepackt bekomme sozusagen. Aber es geht doch einfach, oder?
Ja, es geht einfach. Natürlich, du nimmst dann eine Outdoor-Jacke,
die dann irgendwie 100 Gramm wiegt oder sowas oder ein bisschen mehr,
die kannst du ja ultrakompakt zusammenfalten. und dann hast du halt noch irgendwelche
Armlänge, die du entweder zum Start vielleicht trägst oder auch dann irgendwie einsteckst.
Das ist alles überhaupt kein Problem.
Dann kannst du natürlich noch ein paar Gels mitnehmen, deine eigene Verpflegung
zusätzlich zu den Softflasks. Aber auch da muss ich nochmal sagen,
eure Verpflegungspunkte,
Ultra krass. Ultra krass. Also von bis, vielleicht ist das anderweitig auch ähnlich gut.
Also ich kann es nicht bewerten, weil ich noch nie woanders gestartet bin,
aber ich muss schon sagen, das, was ihr geboten habt, richtig krass.
Wassermelone mit Salz hat es mir angetan. Habe ich davor noch nie gegessen,
aber das habe ich, glaube ich, dann an jedem Punkt mitgenommen.
Und ansonsten auch, also alles, was das Herz begehrt, auch natürlich mal was
Salziges zu snacken, nicht nur süß.
Ich fand das dass immer schon bei einem Marathon, einem herkömmlichen Marathon,
muss ich sagen, habe ich nach gut zwei Stunden schon irgendwie dieses süße Zeug
nicht mehr irgendwann sehen können.
Insofern ist das bei euch echt abwechslungsreich. Und ja, was brauchst du denn
sonst noch? Eine Cap hast du auf?
Sonnenbrille hast du auf dem Kopf, wenn sie dich irgendwann stört.
Also das ist alles halb so wild. Ich glaube, ich habe mir im Vorfeld viel mehr
Gedanken darüber gemacht, wie das an so einem Race Day dann ist,
wenn man da ein paar Stunden unterwegs ist, ob das dann irgendwie mal stört oder so.
Aber ich fand sogar, dass diese Vorgaben dir als Teilnehmer eine Sicherheit
geben, dass du weißt, du hast im Zweifelsfall ja quasi all das dabei,
was du brauchen könntest sozusagen.
Und was dich im Fall eines Unfalls schützt, das ist ja genau das, was du gesagt hast.
Also Downhill, Fatigue, das heißt der Kopf arbeitet nicht mehr so, wie die Beine wollen.
Das heißt Sturzgefahr und diese ganzen Geschichten. Und wenn du dann mal auf
der Seite liegst und eben nur deine kleine Rettungsdecke hast,
die beim Auspacken vom Wind weggeblasen worden ist, dann hast du halt einfach ein Problem.
Straßenläufer haben unheimlich Angst, im Gelände sich die Füße umzuknicken oder
auch zu verlaufen. Kannst du das nachvollziehen?
Füße umknicken kann ich in Teilen nachvollziehen. Ich glaube,
es ist halt auch total abhängig, wo du herkommst.
Wenn du natürlich aus einer Großstadt kommst und keine oder nur wenig Möglichkeit
hast, mal rauszugehen in unebenes Terrain, kann ich schon mir vorstellen,
dass einen das beschäftigt.
Und es ist, glaube ich, dann auch so, dass einfach die Sprunggelenke nicht so,
das ist ja alles, der Körper ist ja so krass trainierbar und ich glaube,
dass dann einfach die Sensormotorik und auch die Stabilität von Sprunggelenken
natürlich nicht so ist, wie jemand, der regelmäßig Offroad läuft oder auch in den Bergen läuft,
wo es mal wurzelig ist, wo es dann vielleicht mal rutschig ist,
wo es geröllig ist, dass das natürlich Fuß und auch diese.
Also die Fußmuskulatur, aber auch die Fußansteuerung, diese kognitive Ansteuerung,
dass das anders geschult ist, das ist klar, aber ich glaube,
man muss sich da jetzt, also man sollte sich da jetzt auch nicht zu viel Angst
davor haben, dass einen das jetzt abhalten würde, sich für so ein Event anzumelden.
Ich glaube, man sollte trotzdem halt mit einer gewissen, ja,
ein gewisser Respekt und einer Demut, die schaden mit Sicherheit nicht,
aber ich glaube gerade an so einem Wettkampftag,
egal was deine Mission ist oder dein Vorhaben, du hast ja dann trotzdem Adrenalin
und Aufregung, das habe ich ja immer, also ich habe immer, wenn ich an der Startlinie
stehe, egal, ob das jetzt früher ein ernster Wettkampf war oder dann sowas ist, wo man dann,
Just for Fun macht, du freust dich ja darauf und du bist ja dann trotzdem positiv
aufgeregt und dann auch dementsprechend.
Konzentriert. Und das Thema verlaufen, Fairpoint, hab ich am Anfang auch gedacht,
oh mein Gott, ja, GPX-Fall auf der Uhr.
Genau, aber bei uns kann man sich ja nicht verlaufen. Es ist unmöglich.
Es ist unmöglich. Also ich war fasziniert, wie gut man das ausschildern kann,
beziehungsweise mit den Fähnchen ja dann sonst abstecken kann oder mit Markierungen arbeiten kann.
Ich hatte auf keinem Kilometer, dieser 30-Kilometer-Strecke,
irgendwie das Gefühl, ich wüsste jetzt nicht, wo ich hinlaufen muss.
Also das war auch, also für mich, als jemand, der sonst denkt,
naja gut, okay, eine Stadt absperren ist eine Sache, wie macht man das dann
irgendwie auch in solchen Höhenlagen und,
ausgesetzteren Gegenden, wie kriegt man das denn dahinter, dass sich da die
Leute nicht verlaufen, ich finde das überragend gelöst bei euch.
Eine Woche, 25 Personen von morgens bis abends.
Boah, das ist krass, das ist krass. Aber das habe ich mir fast schon so vorgestellt,
das geht ja nicht anders, das ist ja dann auch ein riesen Streckennetzwerk,
was ihr da auch abdecken müsst.
Ja, also über 100 Kilometer Strecke, das ist halt einfach so,
aber das ist auch unser Ziel, die Leute sollen einfach sich auf den Körper konzentrieren
und wenn du dann irgendwo an jeder
Ecke stehen bleiben musst und die Uhr rausholen musst und musst gucken.
Bin ich jetzt in Nordrichtung, muss ich mich da hinnehmen und so weiter und
so fort, das nimmt halt auch das Erlebnis und den Spaß raus.
Kommst du mit technischem Untergrund gut zurecht?
Magst du Downhills? Magst du Laufen mit Stöcken?
Und die passende Frage auch dazu, man darf hier keine Angst haben.
Also Respekt ist immer wichtig, den sollte man auch haben. Und wovor hast du
am meisten Respekt, wenn du im alpinen Gelände unterwegs bist?
Ich habe, also ich würde jetzt nicht sagen, dass ich super gut mit Stöcken bin,
weil dafür laufe ich damit zu selten, aber.
Ich mag das schon gerne, wenn ich die dann auch einsetzen kann.
Ich mag lieber Stöcke irgendwie nutzen, um sich irgendwie vielleicht ein bisschen
zügiger bergauf zu bewegen.
Also wir haben das, ich erinnere mich vor allem bei der 30K an diesen letzten.
Abschnitt, der glaube ich so eine Skipiste eigentlich ist.
Das war noch so ein Grashang, bevor wir dann diese letzte Kuppe,
die war dann auch mit Schnee und so bedeckt, bevor wir die dann noch in Angriff
genommen haben, bis wir dann quasi den höchsten Punkt erreicht hatten.
Und gerade bei diesem Rasen-Skipiste, da war das ein Riesenunterschied,
ob du Stöcke hattest oder nicht, weil natürlich Stöcke sind ja nicht mandatory
und es gab viele Leute, die immer ohne Stöcke unterwegs waren und die sind da um uns rum,
die haben massivste Probleme gehabt, die sind auf ihren Knien abstützend da hoch.
Wir waren natürlich irgendwo mitten im Feld, aber da hast du halt gemerkt,
dass Stöcke und die Möglichkeit mit Arm und Schulter zu arbeiten schon ein riesen,
Vorteil dann auch sein kann, während andere dann doch auch mal hier und da entweder aus,
Verschnaufgründen oder aus Krampfgründen eine Pause einlegen mussten.
Das stört mich weniger, aber ich muss schon gestehen, ich komme halt nicht aus
einer, oder ich bin jetzt nicht geboren in einer Bergregion.
Ich habe schon Respekt, wenn es Downhill ist und sehr loses Geröll oder bei
uns war es dann auch so nach dem höchsten Punkt,
Eben auch durch die Regenfälle in der Nacht davor und weil wir natürlich irgendwo
mitten im Feld waren, waren ja schon ein paar Leute vor uns über diese Strecke
gegangen, war es teilweise sehr rutschig, sehr schmierig.
Also weißt du, so richtig lehmig, schmierig, was dann auch sich schön in dein
Profil reingesetzt hat. Das heißt, die Schuhe waren irgendwann trotzdem ultra
rutschig und da ist es schon um uns rum, auch mal bei mir einmal schon passiert,
dass du halt mal rutschst einfach so.
Das heißt, da haben wir das dann schon einigermaßen vorsichtig gemacht,
würde ich jetzt mal sagen und da ist nichts unnötig riskiert.
Also da, bei sowas habe ich schon Respekt. Ich finde es beeindruckend.
Ich kenne ja durchaus auch Leute, oder man ist ja auch mal im Allgäu oder so
mit Bekannten laufen gewesen, die halt von dort sind.
Und ich fand es erstaunlich, wie gut man dann auch immer noch drei Jahre nach
der Karriere ist, was das Kreislaufsystem anbelangt, wenn es bergauf geht.
Da kann man dann schon auch ganz gut mithalten.
Aber ich muss auch gleichzeitig sagen, wie schlecht man aussieht im Downhill,
wenn da Leute da runterspringen wie so Gämse.
Und man sich selber denkt, ey, ich kann gar nicht 17 Schritte vorausschauen,
so gefühlt, sondern du guckst so gefühlt zwei Meter halt vor dir,
was da für ein Stein oder für ein Absatz ist und die anderen Leute sind da schon
gedanklich 10 Meter weiter.
Das finde ich dann schon stark.
Bei deinem Marathon-Debüt 2014 in Frankfurt hast du ein DNF kandessiert.
2017 nochmal in Berlin, wo du gestauchelt bist, wo du ja auch in der Arme,
fand ich damals in der Wahnsinnsaktion auch von dir, wo du in dem Zuschauer,
glaube ich, gewesen, den du auch nachher auf Social Media gesucht hast.
Du hast damals gesagt, ich habe Verpflegung, Taktik komplett unterschätzt.
Hast du aus diesen Erlebnissen gelernt und auch gerade das, weil wir haben ja
darüber gesprochen, wir haben ja auch gesagt, Rayspace zum Beispiel,
wo man sowas simulieren kann, eine Taktik, Nutrition, Hydration Strategie, Pacing Strategie.
Glaubst du, es ist heute wichtig, auch so ein Thema anzugehen?
Ja, das ist essentiell. Also sobald du vorhast, eine Langzeitausdauersportart zu machen.
Da würde ich jetzt schon sagen, es beginnt für mich eigentlich ab 90 Minuten Belastungszeit,
also egal ob Radfahren, Triathlon, Marathonlaufen oder Trail-Sachen,
Ultras oder was auch immer, ist Nutrition heutzutage,
es ist heutzutage Gott sei Dank schon ein bisschen bekannter,
glaube ich, wie essentiell das ist.
Weil ich komme ja noch aus so einer Zeit, klar hast du da natürlich als Leistungssportler
ein bisschen anderen Zugrangen schon gehabt, aber da war trotzdem so dieses
Fueling-Strategie-Thema als Marathonläufer damals nicht ansatzweise mit der
Bedeutung versehen, die es eigentlich hat.
Da war noch so ein bisschen diese Mentalität, jo, long slow run am Wochenende
so und ansonsten machst du halt noch deine Marathon-spezifischen Tempo-Dauerläufe,
aber eigentlich musst du den Fettstoffwechsel ja gut trainieren und so weiter
und dann kann man gut Marathon laufen.
Und das ist ja heute alles vielfach überholt, auch für Amateure,
die dann vielleicht wegen mir 4 Stunden, 4 Stunden 30 oder so für einen Marathon brauchen.
Es ist ja heute wirklich klar, dass nun mal Kohlenhydrate die beste Fuel sind,
die der Körper eben nutzen kann und heute hast du natürlich auch entsprechend,
eine riesen Produktpalette, mit der man,
egal ob Profi oder Amateur, sich dementsprechend versorgen kann.
Und es ist einfach klar, viele Dinge kann man sogar, ohne dass du da jetzt in
ein Labor gehen musst und viel Geld ausgeben musst, zu Hause ja mal messen.
In den Bergen ist es in der Regel vielleicht noch ein bisschen kühler,
ja, als vielleicht im Hochsommer irgendwo bei einem Citylauf oder so.
Nichtsdestotrotz macht es, glaube ich, trotzdem Sinn, im Vorfeld mal zu testen,
hey, ich gehe mal eine Stunde laufen, vielleicht in einem ähnlichen Belastungslevel,
wie ich das dann auch in einem Wettkampf vorhabe, kann man ja zum Beispiel auch
über den Herzfrequenzbereich dann definieren.
Und ich wiege mich einmal vorher ohne Klamotten und ich wiege mich danach einmal
ohne Klamotten und dann wirst du ja irgendwie feststellen, da ist irgendein
Delta, weil man ja eben schwitzt und dann hast du so ein Feeling grob zumindest
mal, was du an Flüssigkeit zuführen solltest pro Stunde,
und ich glaube, da werden viele überrascht sein, wie viel das vielleicht auch ist,
und dann kann man sich ja mal überlegen, wie kann ich das denn in einem Wettkampf angehen,
wie kann ich das versorgen und wie kann ich mich da versorgen und dann geht
es ja eben darum, eben nicht nur Wasser zu sich zu nehmen, das ist ja klar,
Elektrolyte spielen ein großes Thema, also Stichpunkt Salz ist wichtig,
um Muskelkrämpfen vorzubeugen und dann ist der andere Aspekt natürlich Kohlenhydrate.
Da gibt es Möglichkeiten, dass man da selber entsprechend sich Getränke anmischt,
oder dann bei euch an den Verpflegungspunkten die Softflas auch dementsprechend wieder befüllt.
Gibt natürlich auch die Möglichkeit, das mit Gels zu regeln oder auch sogar
mit Riegeln. Ich glaube, das ist im Trail-Bereich oder im Ultra-Bereich eher
möglich, als es früher bei uns im Marathon auf dem Level möglich war.
Und wie gesagt, wir haben es jetzt nicht zeitlich so ernst genommen.
Das heißt, wir sind da auch dann mal kurz an so einem Verpflegungsstand stehen
geblieben und haben dann mal drei Minuten ein bisschen was gegessen,
bevor wir dann weitergelaufen sind.
Ich glaube, das ist entscheidend, um gut durch solche Herausforderungen,
durch solche Rennen zu kommen und vor allem auch, um dann Spaß dabei zu haben.
Ich glaube, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, es ist nicht schön,
einen Hungerast zu erleben. Und es waren ja im weitesten Sinne nichts anderes wie,
Wie die Sachen, die ich dann vielleicht 2014 erlebt habe oder auch 2017,
da waren damals relativ widrige Wetterbedingungen, da war ich vielleicht auch
ein bisschen stur, was mein Racing,
oder meinen Raceplan betraf und wollte das auf Teufel komm raus so durchziehen,
wie wir uns das in einem idealen Szenario ausgemalt haben und die Ergebnisse sind bekannt,
da kann es dann schon mal passieren, dass der Körper dir irgendwann den Stecker
zieht. Bist du ein salziger Schwitzer?
Ich brauche viel Salz und ich brauche auch viel Flüssigkeit.
Ich habe zu meiner Marathon-Zeit versucht, in einer Stunde 800 Milliliter bis
ein Liter zu trinken, was bedeutete, dass ich pro 5 Kilometer Abschnitt,
wir konnten ja alle 5 Kilometer unsere Flasche,
quasi nehmen, so 200 bis 250 Milliliter,
Kohlenhydratgetränk trinken musste.
Aber kennst du deine Schweißrate? Nee.
Solltest du dir mal den Podcast Anhören Nutrition, das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema.
Also ich glaube, dieses Thema Schweißrate, wie salzig man schwitzt,
also ich habe zum Beispiel eine hohe, ich bin bei 1300 Milligramm,
es gibt andere, die sind bei 800 Milligramm, die meisten pendeln sich so bei 1000 ein.
Und das ist auch genau das Wichtige, was du ja eigentlich wissen musst.
Das, was du gesagt hast, das ist ja der reine Schweißverlust.
Aber der sagt natürlich nicht, dann wie viel Sodium, Natrium du eigentlich zu dir nehmen musst.
Und deswegen kann ich dir einfach empfehlen, das ist auch ein hervorragender
Test, einer der wenigen Sporttests, wo man schwitzt, ohne was zu tun,
weil ja diese Elektrode auf dem Unterarm einfach nur stimuliert wird und dann
über die Schweißdrüste rausgekommt.
Und wir haben das mit Juli mit unserem Performance Nutritionist auch bei den
Experience Days und beim Community-Wochenende mit den Teilnehmern gemacht und
das ist ein Game-Changer.
Also auch für alle draußen, Es gibt verschiedene Centers, wo man sowas im Prinzip machen kann.
Precision Fuel and Hydration hat zum Beispiel ein Center in Frankfurt,
wo man sowas machen kann. Und dann hast du einfach mal so die Grunddaten.
Weißt du, wie viel Kohlenhydrate du verbrauchst pro Stunde?
Wir haben schon, als Marathonläufer habe ich immer so versucht,
um die 80 Gramm anzustreben. Okay, das ist so im normalen Bereich.
So 90 Gramm, das ist was Ausdauersportler, wenn sie jetzt mehr als eine Stunde
unterwegs sind und Gas geben, das ist ja die Voraussetzung, also Vollgas geben,
dann passt das ja eigentlich auch.
Trainierst du gezielt für Infinite Trails oder lässt es so nebenbei ein bisschen
laufen, weil du bist ja momentan noch für die 45k gemeldet.
Das ist ja jetzt auch kein, The Beast ist ja jetzt auch nicht gerade so ein
Zuckerschlecken und tausend Höhenmeter am Stück.
Wo trainiert man eigentlich Höhenmeter in Regensburg an der Bahalla oder du
hast vorhin gesagt, in Hamburg, wenn man in Hamburg sitzt, ich kann dir genau
erzählen, wie ein Hamburger für Infinite Trails trainiert, für den 60-Kart.
Ich bin gespannt. Stepper.
Oh ne, wirklich? Ja. Ja gut, wahrscheinlich hast du wirklich keine andere Möglichkeit,
da irgendwie vernünftig mal Höhenmeter zu simulieren. Okay, krass, das ist natürlich...
Ich meine, weißt du, du bist in der LT Hasbro Marathon Hamburg,
also du kennst Hamburg selber.
In Hamburg läuft man um die Alster, da gibt es einen Club, wo man drunter sein
muss und vor allem ist es so, er läuft zwei Stunden Stepper am Stück und das
ist ja genau diese Belastung.
Ich meine, du kennst das ja, das ist ja nicht nur jetzt einmal mal eine Skipiste
hoch, sondern das ist halt einfach 1000 Höhenmeter oder 1500 Höhenmeter,
das ist eine Belastung von einer Stunde oder zwei Stunden am Stück,
wo die Oberschenkel natürlich brennen. Kann man sowas trainieren?
Also natürlich haben wir jetzt auch nicht die krassen Erhebungen sozusagen,
um jetzt so einen echten Berg zu simulieren, aber so in der Gegend rund.
Um Marienhöhe, rund um Kneiting hinten vielleicht, Alsbrunnen da hinten,
Schwarze Labertal, da gibt es viel so Jura-Felsen und so.
Also da kannst du schon ohne Stress, sage ich jetzt mal, ohne dass du jetzt
wirklich stumpf Berge hoch und runter rennst hintereinander,
da kannst du schon 20 Kilometer Runden mal machen mit vielleicht 600 Höhenmeter.
Ich hatte mal eine 30er Runde mit knapp 1000 Höhenmeter.
Wenn du es jetzt darauf anlegen würdest, dass du den Höhenmeter maximierst,
dann müsstest du einfach in der Runde ein paar Mal die längeren Anstiege natürlich
hintereinander machen.
Aber am Stück ist schwierig. Das haben wir hier auch nicht.
Ähm, oder du fährst halt den Bayerischen Wald, also das ist ja auch möglich.
Oder ich würde den Bayerischen Wald fahren, genau, genau, das würde natürlich
auch gehen. Ähm, genau, die 45 waren, ähm,
So ein bisschen der Grundgedanke, dass wir sagen, hey, wir wollen natürlich
dann auch nochmal was anderes sehen und weil uns die 30 so gut gefallen haben,
haben wir gesagt, vielleicht wären ja dann die 45 die sinnvolle nächste Herausforderung.
Das steht noch ein bisschen jetzt auf der Kippe, weil wir wollen das dieses
Jahr eben auch wieder in einem größeren Verbund machen.
Ich glaube, wir wären sogar Stand
jetzt noch ein bisschen eine größere Laufgruppe, in Anführungszeichen.
Als es letztes Jahr der Fall war und da schwanken wir noch, ob es jetzt wirklich
die 45 wären oder wir müssen unsere Wände vielleicht dann doch teilen oder wir
die 30 wieder machen, weil da auch ein paar Rookies dabei sind.
Und wir wollen ja natürlich, dass es irgendwie allen Spaß macht und wiederum
die 30 waren letztes Jahr so monumental für mich als Erlebnis,
dass ich jetzt auf gar keinen Fall ein Problem damit hätte, das auch noch mal zu machen,
von dem her müssen wir da noch schauen, aber genau, nee, Training läuft schon
noch ein bisschen nebenher, wobei jetzt ja dann einfach Wochenends natürlich
einfach ein paar längere Läufe wieder anstehen, die ich mache jetzt nicht mehr viele,
wenn ich jetzt so für mich laufe, ohne Trainingsplan, laufe ich selten 20 Kilometer plus.
Das wird natürlich jetzt schon wieder im Juli, August natürlich kommen und vor
allem auch, dass man mal wieder regelmäßig mit Laufweste rennt.
Weil wenn ich jetzt so für mich so standardmäßig irgendwo 10,
15 Kilometer laufe, die ich so in meinen Alltag einbinde, die laufe ich in der
Regel ohne Weste und einfach fürs Feeling und dass man auch mal wieder mit Softflask
unterwegs ist, das wird dann jetzt auf jeden Fall auch noch kommen.
So der Wechsel von der Straße in den Trainernsport ist ja für den einen oder
anderen sehr erfolgreich abgelaufen, zum Beispiel wenn wir an der Hannah denken,
die eine der besten deutschen Marathonläuferinnen gewesen ist.
Welchen Tipp würdest du Leuten geben, die jetzt gerade so in dieser Phase sind,
boah, soll ich Trailrunning probieren oder soll ich auch vielleicht Trailrunning.
Im sportlichen Niveau ambitioniert angehen? Welchen Tipp gibst du?
Ich glaube, wenn das jemand ambitioniert machen möchte, ist trotzdem,
glaube ich, Demut ein guter Ratgeber erst mal. Also,
ich kenne, ich nenne es auch keinen Namen, aber ich kenne natürlich durchaus
auch Weggefährten von früher, die vielleicht vor zehn Jahren dieses ganze Trail-Laufen so ein bisschen,
ich nenne es jetzt mal fast ein bisschen belächelt haben, die gesagt haben,
ja, was ist nett, die Läufer, die jetzt halt auf der Straße oder auf der Bahn
nichts reißen oder so, wenn die mal einen Halbmarathon laufen,
da sind wir ja keine Ahnung, bis es so und so viele Minuten schneller.
Das ist sehr kurz gedacht. Das sind Aussagen, das kann nur Aussagen von Leuten
sein, die selber noch nie Trails gelaufen sind, weil vielleicht ist das so,
vielleicht mag das so sein.
Deswegen heißt das aber nicht, dass ein Straßenläufer oder jemand,
der einen Straßenlauf-Background hat und da vielleicht schon veritable Zeiten
erzielt hat, automatisch deswegen auch in den Bergen erfolgreich sein muss.
Denn wir haben es ja vorher schon erzählt oder darüber gesprochen,
da gibt es eben ganz andere Skills, die man braucht, um da dann wirklich top zu sein.
Also Thema Downhill ist so ein Thema, Verpflegung und so was und ich glaube,
dass das was ist, wo man sich im Vorfeld,
mal mit befassen sollte. Also wenn jemand wirklich vorhat, entweder eine super
lange Strecke zu laufen oder eben da halt dann auch mal zu gucken,
wie weit man da auch in so einem Rennen vorne liegen kann, dann wird sich auf
jeden Fall ein Urlaub anbieten in einer Region, vielleicht ja in Gastein,
um sich da dann auch mal mit der Umgebung vertraut zu machen.
Und ich würde jedem den Ratschlag geben, also es macht sehr viel Spaß,
in den Bergen zu laufen, aber.
Ich fand auch, selbst bei der 30K habe ich beim Downhill Part hinten raus,
der ist jetzt ja nicht, der ist am Anfang ein bisschen technisch vom Gipfel
runter, die ersten zwei Kilometer oder was das vielleicht ist,
dann kann man das ja sehr gut laufen.
Aber ich glaube auch dann selbst auf den Forstwegen, wenn das Leute nicht gewohnt
sind und da haben wir einige gesehen, die auch mit Krämpfen dann zu tun hatten
und zwischenzeitlich gehen mussten, wenn du nicht gewohnt bist,
mehr oder weniger, weiß nicht, was das dann waren, knapp 1000 Höhenmeter,
würde ich mal tippen, am Stück Downhill zu machen.
Dann wirst du da muskuläre Probleme bekommen.
Ich bin ein lebendes Beispiel dafür. Ich habe das als Selbstversuch extra nochmal
beim Community-Wochenende einen Tag gemacht, um mir die Strecke nochmal anzuschauen. Okay.
Ich konnte drei Tage mich kaum bewegen. Das ist einfach so. Das ist einfach so.
Ich bin Radfahrer, bin Mountainbiker. Ich kann 200 Kilometer auf dem Rad fahren.
Das macht mir überhaupt nichts aus.
Aber das ist eine ganz andere, das ist eine exzentrische Downhill-Belastung.
Und da fetzt die Muskelfibrillen auseinander. Das ist einfach so.
Und wenn dann nicht richtig regeneriert wird und eine richtige Recovery gemacht
wird, dann hast du einen Muskelkater, wo du ich froh gewesen bin,
dass das Hotel einen Aufzug hatte. Nur da eine Anekdote zu.
Am ersten Tag abends um 22 Uhr, nachdem wir ins Bett gehen wollten,
stand dann ein Schild am Aufzug.
Leider technischer Defekt und Luke wollte uns was ganz Besonderes tun und hat
uns das ruhigste Zimmer gegeben im fünften Stock. Ich brauche dir nicht zu sagen.
Was Treppensteigen auch für Marathonläufer betrifft. Man sieht es ja immer,
Nach dem Berlin-Marathon oder wie auch immer, wenn es runtergeht zur U-Bahn,
da versucht jeder irgendwie Volltreppe oder Treppe noch zu halten.
Also ich glaube, das ist genau so richtig.
Wenn ich auf die Uhr schaue, sind wir bei einer Stunde und 43 Minuten.
Ich glaube, wir könnten noch stundenlang miteinander reden. Du musst aber auch
gleich noch in deinen Podcast.
Es hat mir super, super viel Spaß gemacht. Vielen, vielen Dank für deine ganzen
Eindrücke und dass du dich auch so geöffnet hast. Das ist ja auch nicht selbstverständlich.
Das heißt, einfach auch über verschiedene Dinge einfach mal zu reden.
Uns hat es super viel Spaß gemacht. Wir freuen uns, die Laufgruppe.
Und da gehört noch Steffi Böder genauso dazu. Das ist eine Olympian-Liebchen-Langlauf,
die zwei Medaillen, Bronze und Silber, gewonnen hat. Einmal in Turin und einmal in Sochi.
Also ich glaube, das ist eine tolle Gruppe. Und das war das,
was wir gesagt haben. Ihr habt einfach diesen Spaß verkörpert.
Das war so ein typisches Beispiel.
Und man darf ja auch eins nicht unterschätzen. Du hast gesagt,
Vorbereitung ist wichtig.
Also weshalb Kai Pflaume so erfolgreich ist, er ist ja nicht jetzt irgendwie
ein Lauftalent, sondern der geht das ja richtig hart an mit Kick-Ass,
also mit Philipp Seilt, einer der erfolgreichsten Triathlon-Trainer von Laura Philipp zum Beispiel.
Und vielen, vielen anderen. Genauso wie du mit Renato Cannavo,
der ja ebenfalls Weltrekord-Trainer gewesen ist und von Arne Gabrius ja auch
der Trainer gewesen ist, die Hanna-Zwillinge und so weiter und so fort.
Man darf dem Zufall das nicht einfach überlassen. Das heißt,
konsequentes Training, aber Training, glaube ich, und das wäre so die Abschlussfrage,
wie schafft man das in so einen Alltag hineinzubringen?
Du hast es ja auch gesagt, es gibt ja bestimmte Zeiten und ich glaube,
den größten Fehler, den die meisten eigentlich machen, ist, sich noch zusätzlich
durch einen Trainingsplan in so eine Zeitmaschine hineinzubringen,
wo man selber mit Job eigentlich schon gar nicht mehr zurechtkommt.
Genau, ich glaube, da muss man.
Ich glaube, also für diejenigen, die sagen, ich möchte erstmal Sport in meinen
Alltag integrieren, ganz allgemein gesprochen, ist es, glaube ich,
schon manchmal hilfreich, sich einen Plan zu machen, um einfach eine feste,
eine Routine erstmal entwickeln zu können.
Aber wenn du sagst, ich bin schon jemand, der einfach die Bewegung braucht,
der gerne was für sich auch körperlich macht und du das in deinen Alltag flexibel
einbinden kannst, dann ist das oft besser, als wenn es zu starr ist.
Weil ich finde, Sport und Bewegung, das sollte in allererster Linie immer mal Spaß machen.
Und wenn es zu sehr so eine Verpflichtung ist und abarbeiten,
glaube ich, leidet der Spaß zumindest.
Und für mich ist es immer schon so gewesen, solche Events wie eben bei euch
Adidas, Infinite Trails.
Was Neues ausprobieren, all diese Dinge, die da mit reinspielen,
das ist ja so ein bisschen das Salz in der Suppe und das schafft besondere Erlebnisse.
Und dafür zu trainieren ist ja dann auch leicht, also was heißt leicht,
also das macht man ja dann gerne, weil du freust dich ja auf diese Erfahrung,
auf dieses Erlebnis, du freust dich auf eine vielleicht neue Herausforderung,
die du dich bisher noch nie getraut hast, sprich, das erste Mal ein Trailrennen
machen, das erste Mal vielleicht auch zu sagen, wow,
ich bin vielleicht schon mal einen Marathon gelaufen, jetzt möchte ich auf den
Trails nach meiner Premiere vielleicht auch mal einen Ultra machen,
das kann man bei euch ja perfekt, indem man schon mal die 45 macht,
also das ist ja dann schon länger als Marathon, aber auch natürlich mit einer
ordentlichen Portion Höhenmeter.
Und das ist es ja, was dann glaube ich auch einen leicht trainieren lässt,
weil du ja dafür einen guten Grund hast, dich zu bewegen, zu trainieren und
ein Highlight vor der Brust sozusagen, wovon man dann ja auch sehr lange zehren kann.
Das ist glaube ich so ein bisschen die Mischung, die es macht.
Ja, oder zum ersten Mal einen 45k Laufen.
Genau, genau. Zum ersten Mal eine 45K laufen, absolut. Deswegen würden wir uns
freuen, wenn die Laufgruppe gemeinsam auch die 45 in Angriff nimmt.
Ansonsten natürlich die 30K, weil sie einfach für mich auch eine der schönsten
Strecken ist, weil sie alles hat.
Alpin, im Wald, auf offenen Flächen, über die Gardauner Hochalm.
Also ich glaube, und dann auch die brutale Downhead-Section runter in Richtung
Brandner Hochalm und Aeroplan-Stadel.
Vielen, vielen Dank, wir wünschen dir bei deiner Vorbereitung natürlich für
Infinite Trails alles, alles Gute sammle weiter schön Höhlenmeter und vielen,
vielen Dank für die Einblicke in das Leben,
Eines Philipp Pflegers. Eigentlich wollte ich dich noch fragen,
wie geht man eigentlich damit um, wenn man so jemanden wie dich jetzt vorstellt?
Ist das so das Thema Ex-Marathonläufer, Ex-Profi oder wie fühlt man sich selber,
wenn man nicht mehr Profi ist?
Ja, ich habe leider bis heute noch nicht irgendwie für mich so diesen einen
griffigen Claim entwickelt oder definieren können, was ich heute eigentlich
bin, wenn es auch ums Berufliche irgendwie geht.
Also ich würde schon sagen, man kann, ich glaube heute Abend,
wie gesagt, bei dieser Podiumsdiskussion in dem Gymnasium, ich weiß gar nicht,
wer stand auf dem Plakat, Ex-Marathon-Profi und Olympiateilnehmer war,
glaube ich, so der Claim irgendwie, den sie gewählt hatten, die Schüler.
Und ich glaube, das trifft ja irgendwie die Vergangenheit auf jeden Fall ganz
gut und wenn es dann irgendwann in so eine Richtung noch geht,
Sportmoderator, dann wäre ich auch happy von dem her. Gucken wir mal,
was die Zukunft noch so bringt.
Ich finde den Begriff Laufambassador für dich am besten.
Aber ich würde den gerne noch ein Adjektiv davor stellen und zwar sympathischer
Laufambassador für den Sport. Vielen, vielen Dank Philipp Flieger.
Das war's mit dem Jubiläumspodcast des Infinite Talks, dem Podcast der Adidas
Infinite Trails in Gastein.
Hoffentlich habt ihr viele, viele spannende Themen mitnehmen können.
Den einen oder anderen Tipp, wenn ihr von der Straße auf den Trail wechseln
wollt. Ansonsten trainiert fleißig und hört euch die anderen Episoden genauso
an mit den spannenden Themen, was wir gerade aufgearbeitet haben.
Und freue mich, euch alle gesund an der Startlinie zu sehen bei Adidas Infinite
Trails in Gastein. Macht's gut. Vielen Dank.