EPISODE 19: Be safe - Be Searchable

Die Folge behandelt alpine Sicherheit, typische Unfallursachen und die Arbeit der Bergrettung. Außerdem geht es um RECCO-Reflektoren, Notfallorganisation, Tourenmeldung und Maßnahmen, die die Auffindbarkeit bei Unfällen verbessern.

14.07.2026 51 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von Infinite Talk sprechen wir über alpine Sicherheit unter dem Motto „Be Safe, Be Searchable“. Wir führen ein Szenario an, in dem eine Person bei einer Solo-Tour im steilen Gelände stürzt, bewusstlos wird und nicht genau lokalisiert werden kann. Daraus leiten wir die zentrale Frage ab, wie Such- und Rettungskräfte Betroffene schneller finden können.
Wir sprechen mit Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Stefan Schröck, Leiter der Bergrettung in der Steiermark und RECCO-Instructor, sowie Hans-Peter Halander von der Bergrettung Dorfgastein und dem Infinite-Trails-Team. Sie beschreiben, dass fehlende Ortsangaben, unklare Notfallsituationen und lange Suchaktionen in der Praxis häufig vorkommen und Zeit dabei entscheidend ist.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Zahlen zur Bergrettung in Österreich und Salzburg. Wir erwähnen die steigenden Einsatzzahlen, die häufigste Unfallursache Sturz und Stolpern sowie die hohe Bedeutung ehrenamtlicher Bergretterinnen und Bergretter. Außerdem sprechen wir darüber, dass mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind und dass sich Tourenplanung und Vorbereitung entsprechend anpassen müssen.
Danach erklären wir die RECCO-Technologie. Der Reflektor ist passiv, benötigt keinen Akku, kein Netz und keine Registrierung. Er wird von Detektoren am Boden oder am Hubschrauber erkannt und kann bei Suchaktionen im alpinen Gelände, aber auch bei Trailrunning oder im Winter helfen. Wir besprechen auch, wo der Reflektor am besten getragen wird und dass er an Kleidung, Helm, Rucksack oder Ausrüstung verbaut sein kann.
Zum Schluss geht es um Notfallorganisation, Verhalten bei einer Hubschrauberrettung und die Bedeutung von Tourenmeldung, Sicherheitsausrüstung und klarer Kommunikation mit Kontaktpersonen. Wir betonen, dass schon kleine Maßnahmen die Auffindbarkeit verbessern können. Abschließend wird eine Spende aus den Erlösen der RECCO-Reflektoren an Bergrettungsortstellen übergeben.

00:00:00 Intro
00:02:43 Rettungskette im Fokus
00:04:29Bergrettung im Einsatz
00:08:15 Einsatzstatistik der Berge
00:11:28 RECCO erklärt
00:16:00 Nicht nur im Winter
00:16:52 Trauerfall im Gelände
00:21:19 Reflektor richtig tragen
00:24:42 Ausrüstung schützt Leben
00:28:19 Sicherheitsdenken wächst
00:31:04 So funktioniert der Detektor
00:32:57 Alarmierung und Anfahrt
00:37:51 Rettung aus der Luft
00:39:45 Notruf und Tourenplanung
00:41:48 Verhalten beim Hubschrauber
00:42:48 Mehr Respekt am Berg
00:44:28 Wünsche an die Community
00:47:48 Dank und Spende

/// English


In this episode of Infinite Talk, we discuss alpine safety under the motto "Be Safe, Be Searchable." We present a scenario in which a person falls during a solo tour in steep terrain, becomes unconscious, and cannot be precisely located. From this, we derive the central question of how search and rescue teams can find victims more quickly.
We speak with Gerhard Kremser, District Head of the Pongau Mountain Rescue, Stefan Schröck, Head of the Mountain Rescue in Styria and a RECCO instructor, as well as Hans-Peter Halander from the Dorfgastein Mountain Rescue and the Infinite Trails team. They explain that a lack of location information, unclear emergency situations, and long search operations are common in practice, and that time is a critical factor.

A key focus is on statistics regarding mountain rescue in Austria and Salzburg. We mention the rising number of rescue missions, the most frequent causes of accidents—falls and tripping—and the high importance of volunteer mountain rescuers. Furthermore, we discuss how more people are heading into the mountains, which means trip planning and preparation must be adjusted accordingly.

Following this, we explain the RECCO technology. The reflector is passive, requires no battery, no network, and no registration. It is detected by detectors on the ground or via helicopter and can assist during search operations in alpine terrain, as well as in trail running or winter activities. We also discuss where the reflector is best worn and note that it can be integrated into clothing, helmets, backpacks, or equipment.

Finally, we address emergency organization, behavior during helicopter rescues, and the importance of leaving trip plans, carrying safety equipment, and maintaining clear communication with contact persons. We emphasize that even small measures can significantly improve one's detectability. To conclude, a donation from the proceeds of the RECCO reflectors is presented to local mountain rescue stations.
 
00:00:00 Intro 
00:02:43 Rescue chain in focus 
00:04:29 Mountain rescue in action 
00:08:15 Mountain rescue incident statistics 
00:11:28 RECCO explained 00:16:00 Not just in winter 
00:16:52 A fatal accident in the terrain 
00:21:19 How to wear the reflector correctly 
00:24:42 Equipment saves lives 
00:28:19 Growing safety awareness 
00:31:04 How the detector works 
00:32:57 Alerting and arrival 
00:37:51 Aerial rescue 
00:39:45 Emergency calls and trip planning 
00:41:48 Behavior during helicopter operations 
00:42:48 More respect on the mountain 
00:44:28 Wishes for the community 
00:47:48 Acknowledgments and donation
 

 

Transkript

So, herzlich willkommen zum INFINITE TALK, dem Podcast der adidas INFINITE TRAILS in Gastein. Heute mit dem Thema "Be Safe, Be Searchable". Mittlerweile Podcast Nummer 20, also schon viele, viele. Und vielen, vielen Dank für euer großartiges Feedback für alle Podcasts. Mittlerweile haben wir 500 Downloads pro Monat, also es lohnt sich für uns, für euch weiterzumachen. Heute das Thema Be Safe und Be Searchable. Ich habe spannende und sehr, sehr kompetente Gäste heute bei mir, die ich euch gleich noch näher vorstellen werde. Aber ich will so ein bisschen einsteigen mit einem Szenario, dass ihr euch vorstellen könnt, worum es eigentlich heute geht. Stell dir vor, es ist ein perfekter Trainingstag. Du bist allein unterwegs auf einem dieser einsamen, ausgesetzten Trails, die wir alle so lieben. Kaum Menschen, Natur pur, der Fokus liegt voll auf dem nächsten Schritt. Und dann reicht eine feuchte Wurzel oder ein loser Stein. Du rutschst weg, stürzt im steilen Gelände, in unwegsamen Gelände ab. Du schlägst mit dem Kopf auf, und verlierst das Bewusstsein. Was wir keinem wünschen, dass dieses Szenario überhaupt passiert. Dennoch, aber ist es genau das, was passieren kann. Und deswegen sind da vier Fragen, auf die du jetzt eigentlich genau eine Antwort brauchst. Und zwar die erste Frage ist, weiß überhaupt jemand, wo du gerade bist? Hast du vor deinem Aufbruch jemandem Bescheid gegeben, welche Route du heute gewählt hast? Ab wann vermisst man dich überhaupt zu Hause? Oder wirst du überhaupt zu Hause vermisst? Wie viele Stunden vergehen, bis überhaupt jemand Alarm schlägt? Trägst du ein Device bei dir, das sich für Rettungsteams eigentlich auffindbar macht? Selbst wenn du bewusstlos bist, dein Akku des Handys eigentlich leer ist, und vielleicht auch beim Sturz zerstört wurde? Oder du bist in einer Area, wo es überhaupt keinen Empfang gibt. Das sind ja alles genau diese Dinge, die passieren können. Und was passiert eigentlich mit dir, wenn du jetzt da stundenlang liegst und, es kalt wird, in die Nacht hineingeht? Also wie sieht es eigentlich aus? Bist du gut gerüstet? Hast du genügend Ausrüstung eigentlich dabei? Jetzt sind wir doch mal ganz ehrlich, oder? Die Wahrheit ist, die wenigsten von uns setzen sich im Training mit diesem Szenario eigentlich auseinander. Aber wenn du im ausgesetzten Gelände unterwegs bist, musst du das eigentlich tun. Nämlich gerade hier bist du für die Retter die sprichwörtliche Nadel im Häufhaufen. Und ich glaube, da könnt ihr mit Sicherheit noch mehr dazu erzählen. Und am Ende ist es ja auch so, da zählt jede Minute, um gefunden zu werden. Und genau in dieser Folge dreht sich alles um genau dieses Thema in INFINITE TALK unter dem Motto "Be Safe, Be Searchable" sprechen wir über alpine Sicherheit. Wir wollen euch ein bisschen erklären, wie die Rettungskette aussieht und die moderne Technik im Ernstfall auch Leben retten kann. Und deswegen freue ich mich ganz besonders heute, unsere Gäste erstmal vorzustellen. Zwei absolute Profis, die Situationen aus der Praxis schildern, von denen wir lernen können und die wissen, wie wir es den Rettern so einfach wie möglich machen können, euch zu finden. Herzlich willkommen. Gerhard Kremser ist der Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau von der Ortstelle in Bad Gasshain. Wir kennen uns schon viele Jahre, Gerhard, Spitzname, der Hausmeister vom Graukogel. Also ich glaube, keiner ist so viele Male auf dem Graukugel unterwegs gewesen wie du, oder? Ja, sehr oft. Ist das so ein typisches Szenario, was sich gerade geschildert hat, was eigentlich sehr oft passieren könnte? Natürlich, für uns ist das, wir haben viele Suchaktionen auch und das Blödste, was da sein kann, wenn man einfach nicht weiß, wo die Personen sind und wir haben das immer wieder, auch wenn sie sich selbst noch alarmieren können, die wissen oft nicht, wo sie sind. Und das Wichtigste für uns ist, dass einfach die Leute das wissen, dass sie sich gut vorbereiten. Da gehört eben das dazu, dass man genau weiß, wo man ist. Ja, neben mir sitzt Stefan Schröck, er ist der Leiter der Bergrettung Steiermark. Das heißt also, in der Hierarchie ja noch eins höher, das heißt der oberste Bergretter in der Steiermark. Du bist aber auch Mountain Ranger und viele, viele andere Dinge. Du bist so richtig naturverbunden auf jeden Fall. Aber heute nicht als Leiter der Bergrettung Steiermark da, sondern du bist auch ein RECCO-Instructor und RECCO ist ja unser alpiner Sicherheitspartner, worüber wir sehr, sehr froh sind, dass wir RECCO als Partner auch für alpine Sicherheit gewinnen konnten. Auch schon mal so ein Szenario erlebt, Stefan? Leider zu oft schon solche Szenarien erlebt, wo einfach Personen im alpinen Gelände vermisst sind oder auch verletzt irgendwo im alpinen Gelände sind und wie der Gerhard gesagt hat, hat sich selbst nicht artikulieren können, wo sie sich eigentlich befinden und daraus langwierige Suchaktionen resultieren. Der Faktor Zeit spielt eine Riesenrolle und da gibt es eben Möglichkeiten und Technologien, die vielleicht die Auffindung von Personen unter gewissen Voraussetzungen stark erleichtern. Ja und ebenfalls neben mir, die Community kennt ihn eigentlich, Hans-Peter Harlander, das ist der Leiter der Ortstelle in Dorfgestein, aber nicht nur bei der Bergrettung, sondern mein Race Manager bei INFINITE TRAILS und deswegen auch den meisten eigentlich nur als HP bekannt. Das ist so ein typisches Szenario, was ich eben geschildert habe, was passieren kann, oder? Gerade im Trainrunning. Wir sind ja gerade beim Community Weekend hier in Gastein. Hätte auch heute passieren können, wenn man alleine unterwegs gewesen wäre. Ja, definitiv. Von dem ist man nie gefeit. Es geht einfach schnell. Man merkt es jetzt bei den Temperaturen raus zur Tagesmitte nach drei, vier Stunden. Die Konzentration lässt nach. Nichts leichter wie das oder wie schnell das Unfall passiert. Und wenn du dann alleine unterwegs bist und das Szenario, was du geschüttet hast, kann jeden von uns, so gut wie er auch noch ist, treffen. Wir haben ja so ein bisschen die Hausaufgaben gemacht und deswegen wollten wir auch natürlich ein paar Zahlen noch schicken. Und zwar, du hast es eben gesagt, vielleicht ziehe ich das eine Szenario nochmal vor. Heute waren es 35 Grad im Gasteinertal. Das heißt, unheimlich hohe Temperaturen, sehr, sehr viel Flüssigkeitsverlust, wenn ich da nicht achte, dann setzt dann irgendwann mein Gehirn aus. Das heißt, ich verliere dann irgendwo koordinative Fähigkeiten und bei meiner Statistik-Recherche bin ich darauf gekommen, dass das größte Unfall-Szenario eigentlich das Stolpern ist. Und ich habe das jetzt mal zusammengefasst und da möchten wir uns auch als INFINITE TRAILS Community bei euch, bei den Bergrettern recht herzlich bedanken. Die meisten kennen die Bergretter nur aus irgendwelchen Filmen und Fernsehserien momentan. Das ist ja mittlerweile Standard geworden. Überall muss ein Helikopter fliegen. Ob es in Österreich ist oder in Deutschland, das sind halt einfach beliebte Sendungen. Aber mal Spaß beiseite. Die Bergrettung ist ein ehrenamtliches Netz. Und das muss man einfach mal sagen. Getragen wird sie in Österreich von über 13.000 ehrenamtlichen Bergrettern und Bergretterinnen,und 228 Bergrettungshunden, also das darf man auch nicht vergessen, in fast 300 Ortstellen insgesamt genau, 288. Also da nochmal ein riesen, riesen Dankeschön und die Frage, Gerd, wie lange bist du schon in der Bergrettung? Ja, ich habe eher später angefangen gehabt, ich bin jetzt 23 Jahre bei der Bergrettung. Stefan? Ich bin 24 Jahre bei der Bergrettung. Da bin ich jetzt ein bisschen überrascht, ich bin 27 Jahre dabei. Also klarer Gewinn an HP. Aber auch das ist, glaube ich, wenn ich rede über Ehrenamtlichkeit. Es ist einfach was anderes. Im Tal gehört das dazu. Also entweder du bist bei der Freiwilligen Feuerwehr, du bist bei der Bergrettung oder im Trachtenverein oder in der Passe oder wie auch immer. Ist das auch nochmal so, wenn es das nicht gäbe, so die Traditionen, die weitergegeben werden von Familie zu Familie, wäre es wahrscheinlich auch schwieriger, oder? Natürlich ist das schwierig. Wir haben zum Glück jetzt wenig Probleme mit Nachwuchs. Ich habe jetzt gerade einmal geschaut, letzte Woche allein im Pongau habe ich 500 aktive Bergretter und davon sind 100 in Ausbildung und im Probejahr. Also da sind wir sehr gut aufgestellt. Aber es sind auch viele, die, wo die Eltern schon bei der Bergrettung sind, der Opa schon bei der Bergrettung war und auch die Jungen dann bei der Bergrettung sind. Ich komme aus einer Rotkreuzler-Familie, da ist es halt einfach genauso mitgegeben worden. Schauen wir uns die Zahlen an für das Einsatzjahr 2025. Die österreichische Bergrettung rückte in 2025 zu 10.912 Einsätzen aus. Das ist leider ein Anstieg von über 8% im Vergleich zu 2024 und setzt seit Jahren einen anhaltenden, massiven Trend nach oben fort. Das haben wir ja schon mal, wenn du dich erinnerst, in einem unserer Podcasts zum Thema Mountain Awareness besprochen. Insgesamt wurden bei den Einsätzen 11.104 Personen von Bergrettern geborgen. 78 Prozent wurden verletzt geborgen, 2233 davon unverletzt, aber auch leider 234 Menschen, die nur noch tot geborgen werden konnten. Und alleine bei der Bergrettung in Salzburg, wozu natürlich der Pongau und das Gasteinertal gehört, sind es in 2025 725 Einsätze gewesen. Das heißt, im Schnitt rückt die Salzburger Bergrettung also mindestens zweimal am Tag aus. Bei euch waren es in Salzburg 631 geborgene Personen, davon 31 leider tot. Und die Unfallursache Nummer eins, was ich gesagt habe, ist mit großem Abstand das Stürzen und Stolpern, exakt das Szenario aus meinem Intro, oder? Genau, ja. Kann man da was ändern? Ich glaube, es steigen die Einsatzzahlen, aber es sind auch viel mehr Personen in den Bergen unterwegs momentan. Früher waren weniger unterwegs, jetzt sind es mehr. Und was noch ein Unterschied ist, die, die früher in die Berge gegangen sind, das waren Bergsteiger, das waren Alpinisten, die damals unterwegs waren. Heute haben wir irrsinnig viele Touristen, die unterwegs sind. Und durch die mehr Touristen haben wir natürlich mehr Einsätze. Was uns aber auch aufgefallen ist, die schweren Einsätze, also die schweren Unfälle, die passieren eher den erfahrenen Leuten. Die kleineren Einsätze, also wenn heute einer nur hinfällt, Schulter verletzt, Hand verletzt, Fuß verletzt, das sind eher die Touristen. Die schweren, tödlichen Unfälle sind eher die erfahrenen Personen. Aber die begeben sich halt natürlich auch in ein anderes Gelände wie die anderen. Ja, weil wahrscheinlich auch die Risikobereitschaft einfach nach oben geht. Man kriegt das in Deutschland ja auch mittlerweile mit, dass eigentlich jeden Tag irgendwo der Heli im Höllental an der Zugspitze ist, weil es halt einfach so suggeriert wird, es ist eine super leichte, Bergwanderung oder wir erinnern uns im Kleinen Walsertal, wenn die Strecken auf Komood veröffentlicht werden, dass dann Lehrer mit Schulklassen gehen und dann zehn Helikopter nachher die Schulklassen bergen müssen. Und ich glaube, das ist so ein großes Thema. Ich kann mich erinnern, du hast mal gesagt, wir kommentieren das nicht. Wir sind als Bergretter im Prinzip dafür da, die Leute aus einer Notlage herauszubringen. Aber im Prinzip kommentiert man schon im Kopf eigentlich schon selber, oder? Natürlich denkt man nach. Und warum hat das passieren müssen? Aber wir als Bergretter haben eben das, wir sind einfach da, wenn im alpinen Gelände, jemand Hilfe braucht, dann geben wir ihm die Hilfe, egal wer das ist und warum das passiert ist. Aber natürlich denkt man oft einmal nach, ob das wirklich so sein hat müssen. Thema Sicherheit und vor allem Sichtbarkeit. Es heißt ja, be safe, be searchable. Das ist der Claim von RECCO. Stefan, lass uns über RECCO kurz sprechen. RECCO ist ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Schweden, die seit vielen, vielen Jahren am Markt sind. Mit einem sogenannten RECCO Reflektor. Was ist das ganz genau? RECCO Reflektor ist ein Werkzeug in einem Werkzeugkasten, das helfen kann, vermisste Personen im alpinen Gelände oder auch im unwegsamen Gelände oder in sehr weitläufigem Gelände zu finden. Der Vorteil ist, dass das mit einer einmaligen Anschaffung getan ist und wenn ich den bei mir trage, brauche ich den weder an einen Akku anstecken oder neu aufladen oder sonst irgendwas. Das Ding funktioniert prinzipiell ein Leben lang. Ist relativ kostengünstig, in gewissen Kleidungsstücken oder Ausrüstungsgegenständen wird es generell schon durch Hersteller verbaut. Und funktionieren tut das Ganze so, dass die Einsatzorganisationen, sprich alpine Rettungsorganisationen, auch Polizeieinheiten bzw. bei Liftbetreibern gibt es RECCO-Detektoren, die senden ein Signal aus auf einer gewissen Frequenz und der Reflektor reflektiert dieses Signal in einem gewissen Umfeld und dadurch können Personen gefunden werden. Eine zweite Variante ist auch noch relativ neu seit ein paar Jahren, dass auf den Hubschrauberstützpunkten in Österreich des Bundesministeriums für Inneres dann ein RECCO-SAR, Search and Rescue Detektor stationiert ist, der eine ungefähr zehnmalhöhere Leistung hat, wo dann aus der Luft Personen gesucht werden können und ein sehr großes Gebiet relativ schnell abgesucht werden kann. Ja, ich glaube, man muss sich das einfach so vorstellen, das ist wie so eine Abrissbirne, die man kennt, die unter dem Helikopter hängt, oder? Genau, die ist deswegen so groß, weil es natürlich sehr viel Batterie braucht, damit ein starkes Signal abgesendet werden kann, das dann auch wieder reflektiert werden kann durch den Reflektor und das erfordert halt eine gewisse Technik, die da drinnen verbaut ist und auch der Kontakt, dass man die Auswertung im Hubschrauber dann kriegt, erfordert ein bisschen Platz in dieser RECCO-Tonne, sagt man landläufig, also in diesem RECCO-Sar-Detektor. Und das muss sehr gut geübt werden, das Zusammenspiel zwischen Pilot, Flight Operator und RECCO Operator im Hubschrauber erfordert sehr viel Feinfühligkeit und sehr viel Zusammenspiel und Übung. Das erinnert mich so ein bisschen, ich bin ja auch auf dem Helikopter WESCAM Operator gewesen, also, da muss man den Piloten genau anleiten, auch die Pilotensprache verstehen, also wie heißen die Geschwindigkeiten, das ist ja nicht nur einfach links, rechts oder wie auch immer, sondern ich glaube, das ist dann genau dieses Zusammenspiel und das Verständnis auch zu haben. Es ist eigentlich ja so - es gibt so ein paar Mythen, mit denen wollen wir auch an diesem Tag einfach mal aufräumen. Das ist nicht ein System, was ich nur im Winter habe, weil viele denken, das ist einfach nur ein System, was im alpinen Winter vorkommt, das ist ein Lawinensuchgerät oder wie auch immer. Aber ich finde, es gibt ein sehr, sehr cooles Beispiel von POC, ein Helmhersteller im Mountainbike-Bereich, der im Prinzip auch die Reflektoren mittlerweile schon verbaut hat, wo es eine Challenge gab in Schweden, vom Headquarter aus, wo Mountainbiker in einen Trail hineingefahren ist und einfach weg. Und man hat ihm eine halbe Stunde Vorsprung gegeben und nach einer halben Stunde ist die Hubschraubermannschaft gestartet und nach einer halben Stunde hat man ihn gefunden, obwohl er sich im Dickicht versteckt hat. Wie läuft so eine Suche dann ab? Weil das ist ja so das Szenario eigentlich. Gibt es da irgendwie ein System, dass man rauf, runter in Schleifen fliegt oder wie auch immer und wie breit stahlt das ab? Ich habe mal gelesen, glaube ich, es ist so ungefähr eine Fläche von einem Fußballfeld? Wenn man sich das dann vorstellt, dann kann man sich vorstellen, wie schnell man eigentlich wahrscheinlich mit dem Helikopter dann auch dementsprechend jemanden finden kann. Man muss sich natürlich je nach Gelände,vor allem im alpinen Gelände, wenn es Täler oder Grate oder Steillaufflanken gibt, eine Strategie zurechtlegen. Und die sind meistens Mäander, wo man mit dem Hubschrauber diese Mäander abfliegt in einem gewissen Bereich. Der RECCO-SAR-Detektor hat eine Reichweite von bis zu 500 Metern und geht durch Hindernisse durch. Also die einzigen Hindernisse, wo man nicht durchkommt, ist eine Stahlwand oder eine Betonstahlwand und Wasser. Alles andere, also Gebüsch- oder Geländekanten halten dieses Signal nicht unbedingt ab. Vielleicht gibt es eine Reflektion, aber das Signal ist immer auf beinahe 500 Meter jederzeit erreichbar. Somit ist gewährleistet, dass eine sehr große Fläche in sehr kurzer Zeit durch diesen RECCO-SAR-Detektor aus dem Hubschrauber abgesucht werden kann. Jetzt waren wir bei dem Thema, RECCO ist doch nur was für den Winter für Lawinen. Ich bin Trailrunner, ich bin vielleicht noch Skitourengeher, aber im Sommer brauche ich sowas überhaupt nicht. Das ist falsch, oder? Im Winter ist RECCO ein Teil einer Sicherheitsausrüstung. Es wird niemals ein lawinenverschüttetes Suchgerät ersetzen, aber kann auch bei einer Vermisstensuche zum Erfolg führen, wenn gewisse Parameter erfüllt sind. Im Sommer ist die Geschichte so, dass gerade Trailrunner oder Personen, die mit leichtem Gepäck unterwegs sind, nicht viel Ausrüstung mittragen wollen oder können. Da kann dieser Reflektor extreme Hilfe bieten. Wenn ich mir vorstelle, dass ich bei einem Trailrun in unberührter Natur, in eine entlegenden Gegend am Laufen bin und wie du beschrieben hast, vielleicht stolpere, vielleicht auf den Kopf falle, vielleicht bewusstlos bin, vielleicht mein Mobiltelefon nicht funktioniert, weil kein Empfang ist, kann ich mit diesem Reflektor relativ schnell gefunden werden. Wir haben uns im Vorfeld schon mal unterhalten und du hast mir ein sehr prägnantes Einsatzerlebnis mitgeteilt. Vielleicht erzählst du mal, was einem Trailrunner aus Wien passiert ist. In der Steiermark ist ein junger, sehr fitter Trailrunner aus Wien angereist, an einem Samstagabend oder Sonntag. Er ist dann kurz vor einem massiven Wetterumschwung im Spätherbst einen langen, sehr alpinen Trail gelaufen, ist dort leider in der Mitte ungefähr zum Sturz gekommen, ein Stückchen abgestürzt, war aber noch am Leben und hat sich vermutlich über Stunden oder vielleicht einen halben Tag auf den Ellbogen weitergerobt, um eben in einen Bereich zu kommen, wo vielleicht das Handy gehen würde. Wir haben diese Person nach dem Wintereinbruch dann zwei Tage gesucht, konnten sie nicht finden. Man ist auch mit dem RECCO-SAR-Detektor geflogen. Die Person hatte leider keinen RECCO-Reflektor bei sich. Wir haben ihn dann Tage später gefunden. Er ist vermutlich leider an Erschöpfung gestorben im alpinen Gelände. Wäre hier ein RECCO Reflektor vorhanden gewesen, hätten wir ihn wahrscheinlich nach wenigen Stunden gefunden. Ja, du hast es ja auch eben gesagt, also einen Quadratkilometer schafft der Helikopter in knapp sechs Minuten. Und jetzt ist natürlich immer so das Bild, was heißt ein Quadratkilometer? Ein Quadratkilometer heißt 30 Fußballfelder. Und das ist, glaube ich, dann schon mal eine Fläche, die man hat. Jetzt waren wir eben auch beim Mittagessen mit unserer Community, wo dann auch der eine oder andere gesagt hat, ja, das ist ja völliger Schwachsinn, das beim Trailrun zu machen, bei einem Rennen. Aber ich glaube, uns geht es ja nicht darum, das beim Rennen zu machen, sondern für uns ist es halt einfach, INFINITE TRAILS möchte seine Teilnehmer glücklich, zufrieden, sicher und gesund über die Ziellinie bringen und dazu gehört das Training genauso dazu. Das heißt, gerade das, was du geschildert hast, diese Auffindbarkeit, also gerade, ich hatte die Diskussion ja auch am Anfang, wo Leute dann gesagt haben, ja, aber, Entschuldige, aber ich habe ja das neueste iPhone 17 gerade mit SOS-Knopf am Handy, Satelliten und so weiter und so fort. Aber das ist ja super, wenn man so ein tolles Handy hat, aber wenn man bewusstlos ist, dann nützt es einem auch nichts mehr, oder? Oder der Akku ist aus oder das Handy ist kaputt gegangen oder ich habe es zufällig zu Hause vergessen oder wie auch immer. Und da bietet dieser RECCO-Reflektor halt den Vorteil, dass er ohne Akku, ohne Einschalten immer funktioniert. Was sagst du, HP? Ja, Mike, wir sind eh auf der gleichen Schiene. Für uns ist das Wichtigste die Sicherheit der Athleten beim Bewerb. Und wie du schon gesagt hast, wir wollen mit den Reflektoren einfach mitgeben, wenn sie privat unterwegs sind, wenn sie privat trainieren. Also wie gesagt, jetzt beim Bewerb selber sind wir ja, Gerhard, mit genug Bergrettern im Einsatz, wo wir abdecken können, auch bei schlechten Wetter, bei schönem Wetter, mit dem Helikopter. Und man will ja da ein Bewusstsein schaffen, auch für andere Läufer, die jetzt nicht bei uns mitlaufen, aber schau, wir gehen da in die richtige Richtung. Wir gehen da ein bisschen in eine Vorreiterstellung. Uns ist Sicherheit am Berg wichtig, gerade als Bergretter sowieso, weil wir müssen bei jedem Wetter rausgehen, daheim von der Familie weg. Und wenn man das natürlich auch über so eine hohe Teilnehmerzahl raustragen kann, ist das glaube ich der richtige Weg, wo wir das vielleicht für uns ein bisschen leichter machen können oder den einen oder anderen viel schneller und vielleicht auch noch lebend finden. Es ist ja auch mittlerweile so, dass es jetzt nicht irgendwie ein kleines Teil ist, was mal irgendwann in der Skijacke, in einem Skiboot verbaut wird oder so. Mittlerweile sind es 150 Hersteller, die mit RECCO zusammenarbeiten. Also das heißt, es geht ja in diesem Thema einfach immer weiter. Und ich glaube, das ist auch das Entscheidende. Das ist ja auch unser Ziel, im Prinzip einfach diese Awareness zu schaffen für ein Gerät, was nicht viel kostet. INFINITE TRAILS Teilnehmer bekommen das Ganze ja statt für 29 Euro für 19,90 Euro. Das heißt, das ist ein Ding, was mir das Leben retten kann, oder? Diese einmalige Anschaffung von knapp 20 Euro oder 30 Euro im Geschäft kann wirklich Leben retten. Im besten Fall brauche ich es nie. Im zweitbesten Fall werde ich lebend gefunden. Und auf der anderen Seite, Awareness ist wichtig, Tourenvorbereitung, Tourenplanung und Auseinandersetzen, mit den alpinen Gefahren, subjektiv oder objektiv, ist extrem wichtig. Und wenn ich vielleicht einen Reflektor trage und eine andere Person, einen Freund, einen Bekannten, einen Kollegen darauf aufmerksam mache und dieser wird vielleicht dadurch gerettet, habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Lass uns nochmal auf den Reflektor selber kommen. Also das ist ein ganz kleines, Teil. Das sieht aus wie so ein Leder-Tag im Prinzip. Vier Gramm schwer. Du hast schon gesagt, du musst nichts registrieren. Das heißt also, der ist nicht mit einem Namen verbunden, sondern es ist halt ein passives Gerät. Das heißt, passiv heißt, ich brauche kein Strom, ich brauche kein Telefonnetz, kein GSM-Netz, ich brauche kein GPS-Signal, ich brauche das Ganze nicht zu aktivieren, sondern raus aus der Verpackung und ran an die Weste. Und ich weiß nicht, ob du das gesehen hast, wie sie eben alle reingekommen sind. Mittlerweile ist es ja auch schon angekommen und die Leute haben es einfach dran und müssen es einfach nur lernen. Ich wollte mit dir nochmal gerne sprechen zum Thema Positionierung. Das ist ja jetzt einfach so, wir haben es gelernt, es ist spiegelt ein Signal wider und lass uns mal so nehmen, die Situation, wenn der Läufer bewusstlos im Gebüsch liegt und er hat den Reflektor jetzt beim Sturz nicht massiv zerstört, dann funktioniert das Ganze ja. Aber gibt es irgendwo bestimmte Punkte, wo du sagst, okay, für einen Trailrunner, da wäre es eigentlich optimal, vorne, hinten an der Weste oder auch aus Erfahrung. Aus Verletzungsmustern, die ihr wahrscheinlich kennt, wie liegt jemand so, wenn er stürzt oder wie auch immer. Das heißt, meistens ist er beim Stürzen nach vorne oder wie auch immer, die Hände vielleicht vorne im Gesicht noch oder so. Gibt es so eine Position, wo ihr sagt,aus Erfahrung das ist das Beste? Der Reflektor selbst kann nicht kaputt gehen. Also auch wenn der in der Mitte durchbricht, reflektiert der immer noch das Signal. Das ist das Erste. Das Zweite, die Positionierung empfiehlt sich immer ein bisschen an den Extremitäten oder im Kopfbereich. Hat den Grund, dass das Einzige, wo der Reflektor nicht richtig durchgeht, ist Wasser. Und der Körper besteht natürlich zu Großteilen aus Wasser. Das heißt, wenn ich ihn am Bauch oder am Rücken tragen würde und drauf falle, dann schirme ich den Reflektor ein bisschen ab, beziehungsweise in blöden Situationen schirme ich ihn gänzlich ab. Deswegen ist immer in den fix verbauten Kleidungsstücken oder Ausrüstungsgegenständen, das entweder am Fuß bei den Extremitäten oder bei den Händen im Schulterbereich oder im Nackenbereich positioniert, beziehungsweise in Helmen. Und wenn ich mir einen Reflektor kaufe, den gibt es als Sticker beziehungsweise mit einem Bändchen zum Anmachen, dann empfiehlt es sich irgendwo eben auch bei der Rucksackdeckel-Tasche, bei der Trailrunning-Weste, ich kann es auf der Kappe innen draufpicken, es gibt mittlerweile auch Hüttenkappen, wo der Reflektor innen schon verbaut ist. Also irgendwo, wo man nicht unbedingt drauf liegen kann. Dann hast du es mit deiner Gruppe richtig gemacht, HP, oder? Ja, ich denke schon. Also wo habt ihr es hin festgemacht? Also man hat jede Laufwesten hinten im Nackenbereich kleine Laschen und da bietet sich das natürlich perfekt und dass man den da dranmacht. Jetzt kriege ich natürlich als Race Director die eine oder andere E-Mail auch vom Teilnehmer, die sagen, ich habe die und die Regenjacke oder wie auch immer, und dann brauche ich mir das Ding ja jetzt eigentlich nicht kaufen. Jetzt wird natürlich die Regenjacke oder die Gore-Tex-Jacke einfach zu einem kleinen Päckchen gepackt und dann kommt sie hinten in die Weste. Funktioniert das dann auch noch? Selbstverständlich. Also die Kleidungsstücke oder Textilien oder sonstige Materialien halten den Reflektor nicht davon ab, das Signal vom Detektor zu reflektieren. Jetzt bleiben wir in unserem Szenario, was wir eben noch geschildert haben. Du hast das Dramatische geschildert. Bleiben wir einfach mal im Szenario. Wenn die Temperaturen nicht so hoch gewesen wären, hätten wir gerne ein paar Übungen gemacht. Auch dann Verletzungsbergung und so weiter und so fort. Aber ich glaube bei 35 Grad im Tal und knapp 25, 26 Grad am Gamskarkogel, da war jeder froh, wie er wieder unten gewesen ist. Aber jetzt haben wir die Situation, ich bin gestürzt, ich bin bewusstlos, das ist das, was Gerd ja gesagt hat, eben nicht noch im Fallen das Notrufsignal absetzen, und vielleicht auch am Ende, das passiert ja meistens am Ende, das ist ja wie beim Skifahren auch, die meisten Verletzungen passieren nach 14 oder 15 Uhr, das ist genauso für einen Trailrunner. Das heißt, dann ist der Akku ja schon leer fast. Ich habe noch Fotos gemacht, ich habe meinen Trail noch getrackt und diese ganzen Geschichten und ich liege jetzt eigentlich da, und bin bewusstlos. Das kennen wir ja eigentlich, HP, oder? Wie wichtig ist dann eigentlich die richtige Ausrüstung dabei zu haben? Ja, gut. Es ist ja lebenswichtig, dass man die Ausrüstung mit hat. Und es gibt einfach ein paar Grundregeln, die man einfach am Berg, man hat es heute einfach gesehen, wir haben 35 Grad und du bist am Frauenkogel oben, wir machen drei Minuten Pause, und die ersten Mädels sagen, können wir weiter, weil es ist kalt. Es geht ein bisschen Wind und so schnell geht es dann. Und dann werden aus 18 Grad, 15 Grad oder mal schnell 9 Grad. Und wenn ich nachher einfach mal fünf Minuten da oben liegen bleibe, bei Hausnummer 9 Grad oder 10 Grad und ich bin verletzt, ich muss jetzt nicht unweigerlich bewusstlos sein. Da kommt der Stressfaktor nachher noch dazu, weil alles, was ich friere oder heiß ist, unverletzt bin, natürlich ist das dann eine psychische Geschichte und das spielt natürlich nachher alles eine Rolle. Umso wichtiger ist, dass man halt auch, wenn man zu zweit unterwegs ist, auch das richtige Equipment mit hat. Vom Erste Hilfe Set mit Rettungsdecke, das was einfach essentiell ist, dass man die Sachen einfach mit sich hat Und ich weiß, sie sind alle immer noch leichtgewichtiger unterwegs. Aber wir haben es heute echt probiert, bei mir in der Laufweste. Ich habe von der Hose, über die Jacken, die Haube, bis hin zu Handschuhen, alles mitgehabt, bei 35 Grad plus. Inklusive Verbandpaket. Inklusive Verbandspaket. Und ein RECCO-Detektor drauf. Und ein Liter Wasser und ein paar Gels. Und es geht in eine minimalistische Jacke hinein. Und wenn du die Jacke dann aufhebst, was wiegt denn das? Wir sagen ja schon seit Jahren eigentlich, dass der Begriff Pflichtausrüstung der falsche Ausdruck ist. Aber der hat sich halt einfach so festgesetzt. Eigentlich ist es ja keine Pflichtausrüstung. Wir wollen ja niemanden verpflichten. Eigentlich sollten die Leute ja das als Sicherheitsausrüstung sehen, oder? Genau. Es ist ja eigentlich der Hausverstand. Wir haben schon darüber geredet, ein Bergsteiger, wenn er auf den Berg geht, der hat halt dementsprechend den Rucksack mit und da sind einfach Sachen drinnen. Ohne den geht man nicht aus dem Haus oder geht man nicht auf den Berg. Ja. Ob ich jetzt gehe oder laufe, macht ja keinen Unterschied. Ich kann auch mit einer minimalistischen Jacke und Hose, die fast nichts wiegt, einfach schon einmal die erste Zeit überbrücken, bis die Retter da sind. Und das kann im schlechten Fall, bei einem schlechten Wetter, wo kein Hubschrauber fliegt, bis zu einer Stunde dauern, bis wir oben sind. Das muss einem bewusst sein. Also wir wollen ja nicht diese Szenarien schildern, aber, erinnern wir uns einfach an 2023 in China, wo es ein Ultra-Rennen gegeben hat und am Ende 23 Athleten tot gewesen sind, weil eben das kleine, Rettungsdäckchen halt eben nicht ausgereicht hat und man auch die Wetterbedingungen sich einfach nicht angeschaut hat. Merkst du eigentlich, dass es vielleicht doch schon so ein bisschen einen Bewusstseinswechsel innerhalb der Community gibt? Ja schon, also ich glaube, wenn man rein am Race Day schaut, was wir vor ein paar Jahren noch gehabt haben, was für Diskussionen wir haben führen müssen mit dem Mandatory Equipment, wo eigentlich jetzt jeder schon, wenn du reinschaust in den Rucksack, dass es eigentlich, sage ich mal, zur Gänze passt. Es sind immer wieder welche dabei, aber es ist schon ein bisschen ein Bewusstsein geschaffen worden. Und sie merken es auch, und gerade heute sieht man bei so einem Community Run, oder wir wir das vor zwei Jahren gehabt haben, mit Schneefall, wenn mandie Teilnehmer einfach einmal fünf Minuten im Schnee stehen lässt, mit der kurzen Hose und mit dem Wind. Und dann sagt so, und jetzt kommt aber kein Hubschrauber, jetzt dauert es 45 Minuten und wir sind da. Und du liegst aber mit einem gebrochenen Knöchel da. Und das wird einem dann schon mal relativ schnell bewusst, wie lange drei Minuten sind im Schnee, wenn ich in einer kurzen Hose und einem kurzen Top bin. Und nichts blöder, als wenn das nicht mir selber passiert, sondern einem Partner, den ich mit habe, und ich kann dem nicht helfen. Ich habe nichts mit. Es ist das Gleiche mit dem RECCO. Da darf es normal gar keine Diskussion geben, ob ich den jetzt bei einem Rennen brauche, wo ich gut überwacht bin eigentlich oder nicht, sondern das ist einfach ein Must-Have. Das ist gleiche wie beim Klettern, wenn ich in den Klettergarten gehe, dann mache ich beim Seil hinten einen Knopf rein. Und wenn das nur 15 Meter sind und ich weiß, dass ich ein 60-Meter-Seil mithabe, das ist einfach Standard. Ich glaube, das auch zu dem Thema nochmal, da sind wir in einer guten Diskussion auch gerade. Also ich habe das so ein bisschen verglichen mit einem Helm beim Fahrradfahren. Also irgendwann, jeder hat sich dagegen gesträubt. Ich brauche das nicht und was will ich damit? Und heute ist es einfach Standard. Oder beim Skifahren genau dasselbe. Und das mag auch jetzt einfach so klingen, dass wir uns das zum Ziel gesetzt haben. Aber ich glaube, wenn wir uns alle solche Ziele setzen, einen Sport oder eine Community sicherer zu machen, dann schaffen wir es eigentlich. Ich glaube, es gibt kaum einen, der so viel auf dem Heli fliegt, wie du bei Einsätzen, oder Gerhard? Ja, viel, ja. Selbst schon mal mit dem RECCO Detektor geflogen und selbst beim Einsatz, auch im Sommer schon mal? Am Hubschrauber nicht, aber wir haben es schon natürlich verwendet, bei Einsätzen, aber im Winter, im Sommer, im Herbst haben wir es gehabt, beim Ankogel, bei der Suchaktion, da haben wir leider keinen Erfolg gehabt, weil der vermutlich irgendwo in einer Spalten gefallen ist, haben wir bis heute noch nicht gefunden. Aber wir haben, das war auch im Sommer, im Juni, einen mit dem RECCO gefunden, der war ein paar Tage vorher in, das war ein Berggeher, der ist runtergegangen, da war ein Gebirgsbach, da war noch Schnee drinnen, der ist ausgerutscht, da war ein offenes Loch, der ist in das reingefallen, und den hat es dann weitergespült und da waren gewisse Teile von dem Gebirgsbach, die waren noch mit Schnee bedeckt, und den haben wir dann mit RECCO gefunden, da drinnen. Ihr habt einen Handdetektor mitgebracht, Stefan. Vielleicht erklären wir mal, wie das Ganze funktioniert. Also ich habe ja, ich spiele jetzt mal den Trailrunner. Das heißt, es gibt also den Großen. Das ist wie gesagt, also die große Birne, die unten irgendwo dran ist. Und da hört man es eigentlich auch schon. Das ist ruhig, das kann ruhig piepsten. Also das ist das berühmte Signal. Man hört die Aussendung von dem Signal vom Detektor an den Reflektor. Und die Rücksendung wirft dann ein akustisches Signal aus. Das wird immer lauter, je näher ich mich dem Reflektor nähere. Und dadurch kann die geschulte Person, die vermisste Person, im Gelände oder unter dem Schnee finden. Jetzt ist es so, viele denken halt auch, im Sommer ist es was anderes als im Winter, richtig? Das heißt, das ersetzt aber nicht mein Pieps oder mein Lawinensuchgerät. Und wir haben das schon mal gesagt, also wenn es zu einer Lawine kommt, wenn ich Freerider bin oder weiß was ich, das ist immer Kameradenbergung, oder? Aber trotzdem, sowas kann ja auch auf einer Skipiste passieren. In der Schweiz hat man es gesehen, diesen Winter mehrfach, muss man ja sagen, dass es Lawinen gewesen sind. Und dann kann mir das schon helfen, oder? Weil wer hat einen Pieps irgendwo auf der Piste? Genau, wir sagen, jeder Lawineneinsatz ist ein RECCO Einsatz. Also bei jeder Lawine geht der RECCO mit. Weil ich weiß ja nicht, hat der ein LVS oder hat der keins? Ich beobachte es sehr oft am Hüttenkugel. Also ich setze mich da oft oben hin, wenn die raufgehen, die Tourengeher. Also da sind, das ist jetzt kein schwieriger Berg, das war vorher noch als ein Skigebiet offen, da waren es nur mehr 200 Höhenmeter bis zum Gipfel und da habe ich mich gesetzt und da hat wirklich die Hälfte kein LVS eingeschalten da rauf. Und wann dann was passiert und ich habe da selber einmal eine große Lawine abgetreten da oben, also da können Lawinen abgehen, und ich habe nichts mit, dann kann ich halt nicht damit gefunden werden. Was sonst, was sehr schwer wird. Jetzt nochmal zum Thema Sicherheitsausrüstung. Ich meine, wir haben es ja gesehen, wir haben es durchgezogen, HP, von Anfang an. Und sehen aber die Progression eigentlich, dass die Leute eigentlich auch nicht mehr diskutieren. Das sind vielleicht neue, die sagen, warum habt ihr so ein großes Paket? Eigentlich sind das gar nicht mehr die großen Pakete, eigentlich machen alle uns nach, oder? Genau, das wollte ich gerade sagen. Wir waren da schon in einer gewissen Vorreiterrolle, aber weil wir halt auch, ich will jetzt nicht sagen, stur, sondern eher konsequent waren, weil uns alle von Anfang an, ich glaube auch dem geschuldet, in unserem ersten Jahr die Absage durch extreme Wetterbedingungen und Vereisungen, wo wir gesagt haben, die Sicherheit ist einfach das höchste Gut für jeden, ob das der Helfer ist oder der Athlet oder die Bergretter. Es sind nicht nur die Athleten am Berg unterwegs, sondern auch hunderte von Helfern, was wir jetzt mittlerweile haben, ehrenamtlich, und auf die muss man auch schauen. Und auch diese haben ihre Ausrüstung mit, mit einem Verbandspackerl. Jeder Streckenposten hat ein Verbandspackerl mit und seine Jacken. Der kriegt seine Liste, was er mitzunehmen hat. Da gibt es keine Diskussion. Der steht da halt oben fünf, sechs Stunden und der hat gern was mit. Und uns ist das schon klar, der Läufer, der Profi, der vorne mitmischen will. Aber genauso, dem kann es auch passieren. Da sind wir wieder beim Erfohrensten, beim Besten, beim Schnellsten. Geht es einfach mal, zack, über Wurzel, gestolpert. Es kann in jedem passieren. Ja, lass uns mal auf das Thema eingehen, wie lange das eigentlich dauert, bis jemand zur Rettung kommt. Also der RECCO-Reflektor hilft ja, die Zeit dementsprechend zu verkürzen. Lass uns einfach mal das Beispiel nehmen, es wäre jetzt einfach, ich würde eine Tour laufen und ich stürze an der Palfner Scharte zum Beispiel. Jetzt sind wir auf der Rückseite vom Graukogel. Ihr seid jetzt i Bad Gastein. Wie lange dauert es, ohne die Rettungskette jetzt zu nehmen? Also Anruf, Alarmierung und diese ganzen Geschichten. Lass uns das einfach mal durchgehen. Das heißt, ich bin auch in der Lage, Notruf abzusetzen. Viele wissen noch nicht mal die Notrufnummer. Das ist ja auch genau so ein Thema, oder Stefan? In Europa ist es 112, in Amerika ist es 911, aber wenn jetzt dann die Information kommt, viele sind ja auch dann aufgeregt, die können ja sicher nicht mal artikulieren, diese Punkte. Was braucht ihr für Infos? Für uns ist einmal das Wichtigste die Informationen, wo ist das passiert und was ist passiert. Und wir müssen wissen, wo. Also Schnelligkeit haben wir nur, wenn wir wissen, wo das ist. Wenn wir zuerst lang suchen müssen, was wir schon gehabt haben, was ganz auf einem anderen Berg ist, dann müssen wir, wenn wir mit denen noch Kontakt aufnehmen können, dann müssen wir mal fragen, wo ist das? Und wir haben schon Fälle gehabt, der weiß nicht, wo er ist. Das ist das größte Problem. Schnell geht es nur, wenn wir die Informationen kriegen, wo ist das und was ist passiert. Und dann kommt es natürlich darauf an, auf das Wetter. Haben wir ein Flugwetter? Ist ein Flugwetter, sind wir relativ schnell dort. Aber es kann natürlich sein, dass es kein Flugwetter ist. Und das heißt nicht nur, dass bei uns ein Flugwetter ist. Es kann sein, dass der Hubschrauber in St. Johann nicht starten kann oder in Salzburg nicht starten kann, weil der Nebel hat. Oder auch im Einsatz ist bei anderen, weil das ist ja nicht so, dass es überall 50 Hubschrauber gibt. Wir haben zwar viele Hubschrauber, aber die können natürlich nicht verfügbar sein oder nicht schnell verfügbar, oder die können nicht starten. Wir haben es schon gehabt, im Herbst haben wir schönes Wetter drinnen, aber wir kriegen keinen Hubschrauber, weil die auf den Stützpunkten einfach nicht wegfliegen können. Und wenn man dann zu Fuß hin muss, haben wir es immer wieder, dass Leute dann anrufen, wie lange dauert das noch? Dann habe ich schon ein paar Mal gefragt, wie lange hast du dort hin gebraucht? Dann sagt er drei Stunden, dann sage ich, da werden unsere schnellsten anderthalb brauchen, bis sie dort sind. Also man muss immer in was für einem Gebiet, dass man sich bewegt. Und das gehört eben schon zur Tourenpanung dazu. Bei der Tourenplanung, da haben wir ja schon einmal... Das Wichtigste, was vorn ist, was ich immer wieder sehe bei den Sachen, ist die Kombination aus Selbstüberschätzung und der Unterschätzung von dem Vorhaben, dann was da ist, das haben wir immer wieder. Das ist eine ganz schlechte Kombination. Das muss ich zuerst einmal in der Tourenplanung machen. Da muss ich meine Tour planen, wo bin ich, wie geht das? Und ganz wichtig, was mache ich, wenn irgendwas passiert? Und dann, wenn ich die Planung gemacht habe, dann weiß ich auch, aha, wenn ich jetzt in dem Gebiet bin, muss ich so und so lange bei einer Rettung warten. Du hast das geschildert. Also die meisten wissen, ich schildere das ja und deswegen haben wir ja auch eine eigene Notfallnummer bei INFINITE TRAILS implementiert, weil dort im Ops-Center sitzen halt einfach Leute, die Ortskenntnisse haben. Ansonsten kann es dir passieren, du landest in Salzburg oder du landest in Wien, wenn die Leitungen belegt sind, dann hast du einen Leitstellendisponenten da und der sagt, ich bin da und da, da hinten runter bei dem Bach und wie auch immer und 100% der in Wien wird niemals gehört haben, wo er Bach in Gastein ist und hat überhaupt keine Ortskenntnis, oder? Genau, das ist eben irrsinnig schwierig. Desto mehr Informationen wir haben, desto besser ist für uns und desto schneller sind wir. Jetzt nehmen wir mal, Stefan, das Szenario eigentlich, okay, ich habe jetzt einen Notruf abgesetzt, also die Palfner Scharte, entweder fahrt ihr mit dem Auto hoch bis zur Graukogel oder mit der Bahn, je nachdem, aber meistens wahrscheinlich mit dem Fahrzeug wegen Ausrüstung. Dann ist es eine dreiviertel Stunde bis zur Palfner Scharte oder es ist jetzt Flugwetter oder wie auch immer, aber ihr seid immer noch nicht da. So, jetzt kommt der Helikopter reingeflogen, weil er ja die Information bekommen hat, ich bin an der Palfner Scharte. Jetzt bin ich zu zweit unterwegs gewesen und habe meinen Kumpel dabei. Mein Kumpel liegt da, ist bewusstlos und jetzt kommt der Helikopter, Stefan. Da braucht ja jetzt der Pilot wahrscheinlich auch Informationen, oder? Ja, gerade in einem vielbesuchten Gelände, und jetzt wird die Schilderung schon war, auf dem Berg dürfte er relativ los sein zum Beispiel, muss ich mir immer erkenntlich machen, dass ich der bin, der Hilfe braucht. Weil wenn dort 100 Leute auf dem Berg herumrennen, dann wird der Pilot aus der Luft nicht entscheiden können, okay, wer braucht jetzt Hilfe. Es gibt internationale Zeichen dafür, also mit Yes und No. Oder ich mache mich anders bemerkbar, wenn es noch Kontakt zur Bergrettung gibt, wird die Bergrettung demjenigen mitteilen, wie man das auch macht oder was er tun kann. Das kann ein optisches Signal, das kann auch notfalls ein akustisches Signal oder ein Zeichen irgendwie halt, wie ja immer sein. Und dann kommt es natürlich darauf an, welche Art von Hubschrauber da ist, ob der eine Wende hat, ob er sich direkt abseiteln kann, ob der wieder wegfliegen muss und eine Dauerrettung vorbereiten muss, ob er dorthin landen kann. Und das wird noch immer in Kombination mit dem Einsatzleiter der Bergrettung besprochen, wie die Rettung dann vor sich geht. Und das ist halt auch wie überall Teamwork und das richtige oder essentielle Mittel, was man für Erachtens oder einsetzbar sieht, wird dort auch zum Einsatz gebracht. Aber auch Einweisen kann passieren, oder? Selbstverständlich, also die Piloten sind natürlich sehr froh, wenn ein profunder Einweiser dort vor Ort ist, wenn es keinen gibt, dann gibt es keinen, dann würde das auch notfalls alleine machen, aber wenn das jemand richtig macht und kann und sich Gedanken macht darüber, ist das natürlich ein Riesenvorteil für den Piloten und macht die ganze Aktion schneller und sicherer. Ja, wir haben vorhin gesagt, also Notfallnummer, vielleicht gehen wir da nochmal drauf ein, also Nordamerika 9-1-1. Asien ist es 1-1-9, in Neuseeland 1-1-1, in Europa 1-1-2, also die klassischen Notfallnummern und ihr habt alle einen Plan bekommen von RECCO, das ist ein kleines Leaflet, wo alle Informationen drin sind. Nehmt euch die Zeit, schaut euch das an, einfach mal durchlesen und dann hat man eigentlich die Informationen. Da ist bildlich aufgezeigt, wie das Y aussieht, wie das N aussieht und solche Dinge. Aber auch, ihr habt es eben auch schon besprochen, was hilft es mir, wenn ich einen RECCO-Reflektor an meiner Weste habe, ich stürze, aber niemand weiß, wo ich bin, oder? Also ich glaube, das ist ja genau so ein Thema, Stefan, was sich RECCO eigentlich auch zur Aufgabe gemacht hat, nämlich eine Aufklärungsarbeit, Mountain Awareness zu schaffen. Das heißt, wie sollte das aussehen? Sollte das so sein, dass ich, wenn ich jetzt hier im Sendelhofer's bin oder weiß, was ich, und gehe jetzt auf eine Tour, bin zu zweit oder alleine, gebe ich da einen Zettel an der Rezeption ab oder was wäre eine Lösung? Wie der Gerhard auch schon gesagt hat, das gehört zur Tourenplanung und Tourenvorbereitung, dass ich irgendjemandem kundtue, was ich vorhabe. Das kann ein Familienmitglied sein, das kann ein Freund sein, das kann die Rezeption des Hotels sein, schriftlich, mündlich, wie auch immer. Und es ist extrem wichtig, dass ich halt mein Vorhaben im alpinen Gelände entsprechend einer weiteren Person mitteile, dass wenn ich zu einem gewissen Zeitpunkt nicht zurückkehre, von einem Unfall ausgegangen werden muss und schnellstmöglich eine Rettungskette in Gang gesetzt werden kann. Also ich glaube, wir werden das einfach als Formular machen, oder? Ja, das können wir. Ja, weil ich glaube, das ist halt genau wieder dieses Thema. Also ich glaube, das braucht halt einfach wieder ein Ding, was die Leute sich runterladen können, weil du hörst halt immer, ja, meine Uhr kann das, ja, das kann meine Uhr oder kann mein Radcomputer auch. Wenn ich stürze, dann wird das Signal ausgesendet zu meinem Bruder, zum nächsten Angehörigen mit GPS-Koordinaten. Aber das ist halt, nicht jeder hat das halt einfach. Und ich glaube, das ist entscheidend. Was mir noch eingefallen ist, auch für den Hubschrauberpiloten, ist es ja einfach immer wieder eine schwierige Situation. Das ist ja nicht einfach nur ein bisschen Heli fliegen. Ich glaube, da kann man auch sagen, alles, was um einen herum ist, lose Gegenstände und so Sachen sichern, oder? Also einfach zu Acht zu geben, dass nicht irgendwas aufgewirbelt werden könnte, wenn der Hubschrauber runterkommt. Da ist ein Downdraft einfach da. Da muss man halt Acht geben, da sollte man vielleicht die Augen schützen oder habt ihr sonst noch solche Hilfen oder Tipps, wenn ein Hubschrauber halt wirklich landen muss? Wichtig ist, dass man nicht unkontrolliert sich dem Hubschrauber nähert. Nur auf Zeichen des Piloten oder des Flugretters, der drinnen ist. Und da gibt es einfach irrsinnige Gefahren. Von oben nach unten sollte man sich nie nähern, weil man dann blödestenfalls in den Rotor hineinläuft, auch nicht von hinten. Und auf den Anweisungen des Piloten oder des Flugretters einfach hören und im blödesten Fall einfach an Ort und Stelle verharren und sich nicht bewegen. Zum Abschluss. Es zieht immer mehr Leute in die Berge, Gerd. Und vor allem ins alpine Gelände. Weil es uns einfach auf Social Media eigentlich vorgegaukelt wird, dass es easy ist und total einfach. Und du siehst halt, wie die Leute dann in die Berge gehen, wie ich am Dienstag auf dem 30K unterwegs war und an der Schlossalm vorbeigekommen bin und dann die Leute aus der Gondel habe aussteigen sehen und gut, dann laufen sie vielleicht Gott sei Dank nur um den Speichersee herum, aber du siehst sie trotzdem Richtung Brandner Hochalm und jeder weiß, wie der Weg durch Mauskar hinuntergeht. Das ist nicht mehr das Birkenstockgelände. Also deswegen glaube ich, ist das ziemlich wichtig. Wir haben zwar am Anfang gesagt, ihr kommentiert nicht. Ihr seid da zum Retten. Aber was würdet ihr euch einfach noch wünschen? Genau das, was wir immer wieder sagen. Es ist grundsätzlich gut, dass sich die Personen in der Natur bewegen, dass die rausgehen. Das ist ja sehr positiv. Aber sie müssen, wenn sie in so ein Gelände gehen, sich einfach perfekt und gut vorbereiten. Das muss einfach passen. Es muss jeder wissen, wo geht der. Er muss einen Kontakt haben, der weiß, wo ist er hingegangen. Er muss die Tour richtig planen, auch wenn es eine kleine Tour ist. Es passiert auch bei den kleinen Touren was. Er muss sich die Touren gut planen, gut vorbereiten und dann hat er sicher viel Spaß. Ich sage auch immer, das Gleiche im Winter bei den Skitourengehern, die oft anfangen, wenn sie sich vielleicht einmal einen Bergführer nehmen, der kann einem so viele Sachen zeigen, das kostet zwar einmal ein bisschen Geld, aber der kann einem so viele Sachen zeigen, dass sie bei den nächsten Touren sicher entspannter unterwegs sind und dadurch auch viel mehr Freude haben. Das denke ich mir. HP, was wünschst du dir von der Community? Du bist ja in so einer Zwitterposition. Selbst begeisterter Trailrunner, aber genauso natürlich Bergretter. Das sind so zwei Herzen in einer Brust, die aber bei dir perfekt verschmolzen sind. Was wünscht man sich? Es wird ja immer besser. Die Selbstüberschätzung wird auch, früher war das echt viel, wo Selbstüberschätzung stattgefunden hat. Die Ausrüstung wird immer besser und wie gesagt, für ein iPhone gibt man auch fast einmal 2000 Euro aus, was kostet jetzt sowas um 19 Euro oder einmal eine Jacken. Also wie gesagt, es geht in die richtige Richtung, wir haben immer noch genug, die was mit einem Birkenstock unterwegs sind oder was wir bergen müssen, auf jeden Fall. Ich wünsche mir, es macht alle, gerade die Community, so coole Bilder von Gipfelkreuzern hin und her, schaut es einmal genau, da ist ein Fachallohn mit einem Gipfelbuch, schreibt es euch rein, lasst einen Spruch drinnen, wichtig, Datum und Uhrzeit, das ist für uns das Bergretter essentiell, weil wir manchmal einfach nicht wissen, wo ihr seid, wann wir kein Flugwetter haben, etc. Das sind für uns einfach Benchmarkers, da schauen wir rein, aha, ihr wart da um die Uhrzeit, wir können euren Standort vielleicht eingrenzen und so auch schneller finden. Und wie gesagt, die Zeit muss sein für coole Fotos, gibt es auch genug Zeit und ich glaube, so ein Gipfelbucheintrag ist absolut in Ordnung und nicht altmodisch, sondern am Ende des Tages vielleicht sogar lebensrettend. Ja, ganz wichtig, wenn ich einfach dann weiß, wo wer ist. Zum Beispiel, ich bin irrsinnig viel allein unterwegs und bei mir wissen sie immer genau, wo ich bin. Zum Beispiel wäre ich oft, wenn ich die Graukugelplatten allein runterfahre, dann ruf ich oben an. Wenn ich mir jetzt nicht ganz sicher bin, dann ruf ich oben an, sage ich, du pass auf, ich fahre jetzt die Graukugelplatten, in zehn Minuten melde ich mich wieder. Wenn ich mich in zehn Minuten nicht melde, dann ist irgendwas. In letzter Zeit verwende ich eine App. Es gibt jetzt eine eigene App für das, die mich verfolgt. Ich mag die Apps nicht, die planen. Denn planen möchte man das Ganze schon selbe. Aber es gibt ja auch eine App jetzt, wo ich meine Planung in die App eingegebe, da sage ich, wo ich bin und ich sage, ich, mache diese Runde und ich melde mich um 14 Uhr zurück. Und wenn ich mich um 14 Uhr nicht zurückmelde, dann alarmiert die meine Kontaktpersonen, die ich habe. Das mache ich jedes Mal, wenn ich allein unterwegs bin. Stefan, RECCO-Instruktor und Bergrettungschef in der Steiermark, was wünschst du dir? Natürlich neben dem, dass jeder begeisterte Sportler im Gelände einen RECCO-Reflektor entweder in der Ausrüstung verbaut oder sich irgendwo draufgehängt hat, wünsche ich mir auch, was der Gerhard und der HP schon gesagt haben, zusätzlich noch zur Tourenplanung, Tourenvorbereitung und zur richtigen Sicherheitsausrüstung, dass alle eine große Portion Respekt und Demut am Berg in den Rucksack packen. Ja, und wir wünschen uns, dass wir nicht immer die Schritte vornehmen müssen, um die Leute selbst vor ihrem Übel zu bewahren. Das ist, glaube ich, genau so ein Thema. und deswegen habe ich ja als Race Director auch den Schritt unternommen, um mit RECCO gemeinsam zusammen zu sagen, man muss Vorreiter sein. Man ist Bleeding Edger und das ist nie immer angenehm, wenn man irgendwas Neues implementieren will. Aber ich glaube, was man sagen kann, HP, es ist gut angekommen. Es ist richtig gut angekommen. Auf jeden Fall. Also jeder ist eigentlich begeistert und ich glaube, das brauchte einfach die Zeit, weil es niemand gekannt hat. Also in dem Bereich ist es halt noch nicht angekommen und das, glaube ich, haben wir geschafft. Die INFINITE TRAILS Community ist eine Community, die sehr, sehr viel zurückgibt. Du weißt es, Gerhard, wir spenden jedes Jahr über 500 Bäume, die in Wiederaufforstungsprogrammen, gerade im Bereich Grüner Baum und in die Posssau hinein oder an der Poserhöhe für Wiederaufforstungsarbeiten gepflanzt werden. Und das ist mittlerweile Standard und freut uns auch jedes Jahr, dass wirklich fast jeder oder jeder zweite oder jeder dritte Bäume spendet. Der Tobi Reinthaler von RECCO und ich haben uns auch überlegt, was können wir eigentlich machen und deswegen war es uns auch einfach heute wichtig, nicht nur den Podcast zu machen und einfach ein bisschen über die Ehrenamtlichkeit eures Jobs zu sprechen, das muss man halt einfach auch sagen, das ist halt Ehrenamt und wenn man sich mal überlegt wir sind nicht so eine Nation wie Kanada oder andere englisch sprachige Länder wo Volunteering einfach an oberster Stellesteht, wo jeder irgendwo eine gemeinnützige Arbeit mache, weil es einfach dazugehört. Aber deswegen haben wir uns entschlossen, aus den Verkaufserlösen des RECCO-Reflektors bei INFINITE TRAILS, und das möchte ich dir symbolisch übergeben, Gerhard, und zwar eine Summe von 3.000 Euro, die aufgesplittet werden soll, auf die drei Bergrettungsortstellen Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein, dass ihr im Prinzip Ausrüstung kaufen könnt, um euren Job einfach auch sicherer zu machen und damit auch natürlich die Community was davon hat. Ja, super, auf jeden Fall einmal danke, mit dem ist uns immer sehr geholfen. Es ist eben wichtig, dass wir eben viel Ehrenamtliche kriegen. Man hört zwar dann immer wieder, ja, die machen das eh alles freiwillig und die sind selber dazugegangen, das ist schon richtig. Aber das ganze Freiwillige ist nicht eine Beliebligkeit, die wir da haben. Die entscheiden sich freiwillig, ein Ehrenamt zu übernehmen. Sie können freiwillig aufhören, aber dazwischen haben sie gewisse Regeln und Aufgaben, die sie erfüllen müssen. Und das ist schon ganz schön, dass das wirklich noch so viele Leute machen. Ja, es ist auch belastend, muss man ja auch sagen. Also das ist ja nicht irgendwo, das sieht man ja bei den meisten Einsätzen, dass irgendwo ein Krisenseelsorger auch mit dabei zukommt. Und ich glaube, das ist einfach nochmal auch ein Appell an alle, denkt einfach mal drüber nach, was man selber machen kann. Das ist jetzt der RECCO-Reflektor als Mandatory Equipment bei INFINITE TRAILS, ist die kleinste Stufe, die man machen kann. Und das war unser Ziel. Und ich glaube, Stefan, wenn wir das gemeinsam mit RECCO erreichen, dass ein Bewusstsein gesteigert wird, dass die Leute sich vernünftig vorbereiten und planen, dass wir einfach weniger Einsätze haben, dann ist eigentlich allen geholfen, oder? Wenn das Bewusstsein da ist, hilft es allen Einsatzkräften, der Bergrettung, der Polizei, wie immer, wenn eine vermisste Person gesucht wird. Und mit diesem kleinen Schritt kann man ganz, ganz viel Sicherheit für sich selbst, aber auch für andere erreichen. Das war's. Ich hoffe, euch hat es Spaß gemacht mit dem INFINITE TALK, dem Podcast der INFINITE TRAILS mit der 20. Episode. Nochmal vielen, vielen Dank an euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Auch an einem Freitagnachmittag. Du wahrscheinlich auf dem Graukogel. Warst schon. Der HP war schon auf dem Gamskarkogel. Du bist aus der Steiermark reingefahren. Mir hat super viel Spaß gemacht und ich glaube, wir haben einiges rüberbringen können in diesen 51 Minuten gewesen. Also vielen Dank.