EPISODE 05: Technik Hacks

Die Infinite Talk-Podcast Episode 05 diskutiert Trailrunning-Ausrüstung, von Schuhen über Westen, bis zu Trailstöcken. Es gibt Anwendertips und den einen oder anderen Hack.

15.07.2024 72 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wir sind zurück mit dem Infinite Talk, dem Podcast der adidas TERREX Infinite Trails in Gastein, heute mit Episode 5. Dieses Mal dreht sich alles um Technik und Equipment. Wir haben spannende Gäste bei uns, darunter Felix Ellmauer, Malte Lüttermann und Lukas Pisoni. Wir tauschen Ideen über die Bedeutung von Stöcken im Trailrunning und die individuelle Anpassung von Schuhen an das Gelände aus.  In dieser Podcast-Episode konzentrieren wir uns darauf, wie entscheidend es ist, den passenden Schuh für das Trailrunning zu finden. Wir erörtern verschiedene Aspekte wie Passform, Lauftechnik, Materialien der Schuhe und verschiedene Schnürsysteme. Wir diskutieren auch Themen wie Einlagen und die Auswahl von Laufsocken.  Zudem klären wir über Begriffe wie Drop, Grip, Speedlocker und Rocker auf, die das Verständnis von Trailrunningschuhen erleichtern. In dieser Episode des Podcasts wird die Wichtigkeit von Trailrunning-Westen und Stöcken für Läufer diskutiert. Insbesondere bei längeren Strecken und anspruchsvollem Gelände sind Stabilität und Grip von großer Bedeutung. Bezüglich der Stöcke wird auf Gewicht, Material und Passform für die Leistung hingewiesen. Wir geben Ratschläge zur Auswahl und Verwendung von Stöcken und betonen die Bedeutung des Trainings der Armmuskulatur. Es wird betont, wie wichtig es ist, die Stöcke schnell und effizient zu handhaben, insbesondere in Rennsituationen. Des Weiteren wird auf die Auswahl von Stöcken basierend auf Gewicht, Stabilität und Haltbarkeit eingegangen. Wir unterstreichen auch die Bedeutung des Mandatory Equipments für die persönliche Sicherheit und Selbsthilfe in Notsituationen. Zudem geben wir Tipps zur mentalen Vorbereitung und zum kreativen Einsatz von Erste-Hilfe-Ausrüstung. Abschließend diskutieren wir die Bedeutung der richtigen Verwendung von Sportuhren, insbesondere im Trailrunning, und betonen die Vielseitigkeit der Funktionen für Läufer.

Transkript

Music. So, da sind wir wieder mit INFINITE TALK, dem Podcast der Adidas Directs Infinite Trails in Gastein. Heute mit Episode 5. Wenn ihr euch noch erinnert, letztes Mal haben wir uns unterhalten über Einsteiger-Tipps mit den Hahner Twins. Heute gehen wir ein bisschen weiter in Sachen Technik und Equipment. Und wir haben ein paar sehr, sehr interessante Gesprächspartner für euch mitgebracht. Und wir sind heute, wie man sehen kann, hören kann man es natürlich nicht, im Leki Showroom hier in Innsbruck, also in einer der Capitals wenn es um Outdoor-Sport geht und natürlich auch um Trailrunning. Für unseren Equipment Hack Talk habe ich mir sehr interessante Gesprächsparter mitgebracht, die folgende Kriterien erfüllen: Leidenschaftliche, ambitionierte Trailrunner, sie kennen die Trails im Gasteiner Tal, sie sind bei INFINITE TRAILS am Start, sie sind Equipment Nerds, glaube ich, kann man schon sagen, Schuhtester, und beschäftigen sich beruflich oder im Nebenjob mit der Vorstellung und Erläuterung von Trailrunningschuhen. Kurzum, die Jungs haben Ahnung und wissen, wo sie heute drüber reden. Ich freue mich ganz besonders, dass Felix Ellmauer und Malte Lüttermann bei mir heute zu Gast sind. Geht es euch gut, Jungs? Ja, danke für die Einladung. Danke dir, Mike. Ja, ich meine, wenn man aus dem Fenster schaut, das ist schon ein geiler Platz hier. Wenn man die Nordkette jetzt gerade so im Abendlicht sieht, Sonnwendfeuer, also da tut sich was in Innsbruck. Innsbruck ist the "Place To Be", gerade fürs Trailrunning. Da sind wir sehr, sehr froh hier, um unsere Innsbrucker Berge. Trainingsbedingungen könnten nicht besser sein. Und ja, es macht echt sehr, sehr viel Spaß, auf den Trails unterwegs zu sein. Ist wahrscheinlich das zweitschönste Tal nach dem Gasteinertal, Felix, oder? Ja, absolut. Ich habe mir für irgendeine Stadt sicher werden müssen, dass ich dort studiere. Und es ist nicht ohne Grund die Wahl auf Innsbruck gefallen. Es ist wohl die beste Studentenstadt, die man sich vorstellen kann. Ja, und dass es hier eine Uni gibt und in Gastein eben nicht. Wir haben ja schon gesprochen über Equipment, wir haben eben schon den Einstieg gemacht, in Richtung Schuhwerk, aber neben dem richtigen Schuhwerk sind Stöcke im Trailrunning ja auch mittlerweile im bergigen oder alpinen Gelände ein wahrer Game Changer. Und damit ist unser dritter Gast heute vom Fach, und zwar wenn es um die Stöcke geht, Lucas Pisoni von Leki, im Showroom von Innsbruck. Ich habe schon gesagt, das macht richtig Spaß hier, wenn man in dem Showroom ist, oder? Ja, schön, dass ihr bei mir da seid im Büro und ich freue mich auf den Talk, dass wir ein bisschen mehr auf das Equipment eingehen können und ich freue mich auf ein bisschen Input von den Athleten. Das ist auch immer spannend. Ja, ich denke, das ist auch das Ziel heute, so wie ihr das von den anderen Podcast-Episoden kennt, dass wir einfach mal reden über Equipment, vielleicht den einen oder anderen Tipp noch mitkriegen. Ganz kurz gesagt, Stöcke sind wahnsinnig wichtig im Trailrunning, oder? Ja, also im Profibereich gibt es eigentlich keinen mehr, der aufwärts die Stöcke nicht verwendet. Das werden die Jungs dann auch eh noch bestätigen. Runterwärts geht es dann bei den Trailrunnern meistens ohne Stecken, weil sie da einfach schneller sind. Da habe ich dann später ein spannendes Beispiel. Wir fragen mal die Jungs, wie schnell sie dann wirklich sind. Aber aufwärts sind die Stecken einfach unumgänglich und man ist einfach viel schneller, man ist ausgelasteter. Das ist einfach mega cool, mit denen zu laufen. Ich muss dich leider korrigieren, es gibt noch eine Profiathletin, die ohne Stöcke unterwegs ist, zumindest bis vor einem Jahr, das ist Sheila Avilès, Spanierin aus dem TERREX-Team. Wer die mal gesehen hat bei Beinhoat, das ist ein Vertical im Gasteinertal, da werden die Hände auf die Oberschenkel gelegt und dann geht das Rambazamba hoch. Ich kann mich noch erinnern, da war das Duell zwischen Vicky Kreuzer und ihr, die eine mit Stöcken, die andere ohne Stöcke. Aber die, die Stöcke mithatte, hat gewonnen auf jeden Fall. Stimmt, da hast du recht. Das ist auch so eine Technik, aber ich bin gespannt, was die Jungs sagen. Da fragen wir nochmal die Jungs. Wir sind ja ein Podcast für die adidas TERREX INFINITE TRAILS. Wann wart ihr das erste Mal dabei, Malte? Und was war der erste Eindruck oder was hast du mitgenommen? Genau, bei mir war es das erste Mal tatsächlich 2019. Ich war da Brand Ambassador für adidas Running, hab damals noch in Köln gewohnt und die Jungs und Mädels von adidas TERREX hatten Support gebraucht und hatten mich halt angefragt und dann war ich das erste Mal komplett als Newbie eben da mal vor Ort und bin dann ganz spontan damals noch den Prolog gelaufen. Das war mein erster, allererster Trailrun überhaupt. Also da ist genau dieser Funke übergesprungen, glaube ich. Und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen. Seitdem habe ich mein Hobby so ein bisschen zum Beruf machen können und das verbindet mich so ein bisschen mit den INFINITE TRAILS. Genau, seit 2019 eben da wirklich sehr, sehr passioniert mit vor Ort und dabei. Bei dir war es auch 2019, oder? Ja, also mein erster wirklicher Kontakt hat eigentlich dann erst später stattgefunden. Mein erster INFINITE TRAILS, an dem ich selber Läufer war, war erst 2021. Ich habe natürlich die Ausgaben davor doch irgendwie alle miterlebt, aber da ich zu dem Zeitpunkt ein Biathlet war, aktiver Biathlet, war ich meistens oder eben bei den Ausgaben davor immer eigentlich auf Trainingslager und deswegen hat es doch gedauert, bis ich dann selber an den Start gehen konnte. Aber seither bin ich bei jedem INFINITE TRAILS irgendwie involviert gewesen, ob als Läufer oder eben als Ambassador auf der Messe. Deine Mutter hat mir vor drei Wochen noch erzählt, dass du so begeistert gewesen bist, wie du durch die Expo-Area gegangen bist und dann gesagt hast, Mensch, das möchte ich auch unbedingt machen. Also mehr zu wissen über die Schuhe und natürlich ist es ein großer Vorteil, wenn man Musterschuhgröße hat, oder? Absolut. Also ja, dieses Nerd-Dasein habe ich wahrscheinlich irgendwo aus dem Biathlon übernommen und einfach ins Trailrunning mitgenommen. Im Biathlon braucht es auch eine gewisse Affinität für die Technik, für das Gewehr, für die Ski und so weiter und diese Faszination habe ich dann einfach mit ins Trailrunning genommen. Und wie du sagst, habe ich das Glück, Mustergröße zu haben, die Sample Size UK 8,5, die goldene Schuhgröße. Mit dieser Schuhgröße kann man die Prototypen quasi für adidas TERREX testen und so ein bisschen an der Mitentwicklung der Schuhe involviert sein. Und da bin ich sehr glücklich, dass ich diese goldene Schuhgröße habe. Schon cool, oder? Ja, absolut. Ich bin jetzt auch immer wieder mittlerweile in sehr frühen Stadien Tester für das Innovation-Lab und es macht mega Spaß, welche Sachen sie sich da so einfallen lassen. Lucas, wann war für dich das erste Mal INFINITE TRAILS? Ja, ehrlich gesagt, letztes Jahr. Natürlich beruflich bei mir und ich war sehr überwältigt von der ganzen Veranstaltung und natürlich für mich war es jetzt eine andere Sicht, natürlich von Industriepartnern her, aber es war echt ein toller Austausch mit Athleten, natürlich ein bisschen fachsimpeln und ja, oft hat man natürlich auch Probleme zu lösen. Das gehört bei mir auch dazu. Und ich gehe halt immer am Tag davor ein bisschen laufen, so ein bisschen inkognito, sage ich jetzt mal. Und dann kann ich auch ein bisschen mitreden. Aber natürlich nur einen Teil der Strecke. Ich bin halt zum Arbeiten da. Aber trotzdem fasziniert. Und dich hat es eigentlich auch ganz gut gepackt mit den INFINITE TRAILS. Das ist ein anderer Event als die anderen Events, die man kennt. Community steht im Vordergrund. Und ich glaube, das merkt man auch beim Event, oder? Voll, ja. Also erstens mal auch die Mitarbeiter sind super nett. Und man wird einfach gut aufgenommen, auch wenn man das erste Mal da ist und man fühlt sich eigentlich so, als ob man eh schon öfters da war und das Arbeiten geht dann sehr leicht von der Hand. Malte, Funktionalität von Sportartikeln zu erklären ist heute dein Beruf. Woher kommt die Leidenschaft dafür? Ja, es hat sich halt so ein bisschen durch die jahrelange Erfahrung irgendwie als Brand Ambassador entwickelt. Ich hatte, wie gesagt, eben als Running Brand Ambassador angefangen und bin dann eben mehr und mehr in dieses Thema Trailrunning reingekommen. Ich habe dann auch ein Praktikum bei Gore-Tex gemacht, bin da halt auch immer tiefer in die Materie eingedrungen und auch dadurch, dass ich den Sport einfach selber so ambitioniert betreibe, ja, fuchst man sich da natürlich total rein und will irgendwie das beste Equipment haben und beliest sich im Internet, spricht mit anderen Begeisterten, mit anderen Gear-Nerds und ja, seit zweieinhalb Jahren darf ich jetzt einfach diese Technologien auch an Händler und an Konsument:innen, weitergeben und bin da extrem froh, einfach so ein bisschen Hobby und Beruf wirklich vereinen zu können und den ganzen Tag über Training und über Technik Training, was auch immer, sprechen zu dürfen das macht sehr viel Spaß. Du hast schon gesagt Laufen - also Straße und Trail - ist was komplett unterschiedliches und ich glaube da steigen wir auch jetzt mal ein. Man sieht immer wieder Trailrunner oder auch Beginner, die das mit einem normalen Laufschuh machen. Kann man machen, sollte man aber nicht machen, oder? Genau, es gibt natürlich grundlegende Unterschiede von einem Trailrunning-Schuh zu einem Straßenlaufschuh. Ich glaube, wenn man gerade mal so ein bisschen in die Isartrails reinschnuppert in München oder hier und da mal auf den Forstweg abbiegt, dann kann man auch gerne mal mit einem Straßenschuh quasi die ersten Kilometer bewältigen. Ich glaube, der große Unterschied, den Trailrunning-Schuh eben machen, das ist einmal das Thema Grip. Also wir haben wirklich einfach ein Stollenprofil unter den Schuhen, die mir einfach die Haftung am Boden bieten. Und das ist eben einfach der eine große Unterschied. Das zweite Thema ist eben Stabilität. Da haben wir oftmals irgendwie ein stabilisierungsgebendes Element mit drin, eine Platte, eine TPU, Steinschutz, wir haben EVA-Frame und so weiter und so fort. Also da wirklich einfach ein stabilisierungsgebendes Element. Und natürlich auch das Thema Schutz ist dann im Obermaterial auch extrem wichtig, gerade wenn ich oben am Graukogel beispielsweise unterwegs bin, wo wirklich das große technische Know-how von Nöten ist, da brauche ich dann eben auch ein bisschen Schutz im Obermaterial vom Fuß und da haben wir dann einfach schützende Folien, eine Toecap, die einfach den Fuß auch wirklich schützen können. Kennst du dieses Emoji, wo der Dachdeckel wegfliegt? Ich glaube, das passiert gerade bei einigen. Es hagelt schon so viele Fremdworte oder Fachbegriffe. Aber das ist genau das, was wir heute machen wollen. Wir wollen ja heute einfach darüber reden, was ist wichtig, damit man das einfach mal versteht, wenn man in den Sportfachhandel geht, in den Outdoorfachhandel, damit man versteht, was der Verkäufer oder der Berater im Prinzip einem transportieren will. Oder auch die richtigen Fragen zu stellen, weil manchmal ist das ja auch das Problem. Deswegen gibt es ja so Leute wie dich, die in den Sportfachhandel gehen, die ihr Know-how auch weitergeben, damit das auch beim Endkonsumenten im Prinzip ankommt. Du hast schon gesagt Schuhwerk für Trail unterscheidet sich zur Straße auf jeden Fall durch das Profil. Stabilität ist ein ganz, ganz wichtiges Thema. Aber was macht denn Leichtigkeit versus Stabilität aus, Felix? Ja, also im Grunde muss man den Schuh genauso an sein individuelles Gelände anpassen. Und da variiert es natürlich sehr, ob man jetzt einen Schuh braucht, der möglichst viel Stabilität und Schutz bietet oder ob man einfach am Berg nur so schnell wie möglich raufrennen will und es viel mehr Stellenwert hat, dass der Schuh möglichst leicht ist. Also auf jeden Fall ist das eine Entscheidung, die man vor seinem Run oder vor seinem Rennen treffen muss oder sollte. Und dann ist eben genau das anzupassen an sein Ziel, das man hat. Es gibt Schuhe, die mega Leichtbauteile sind, wo wirklich dann auch fast keine Stützelemente mehr verbaut sind, und die sich dann schon wieder sehr den Straßenlaufschuhen annähern, was die Bauweise betrifft. Und dann auf der anderen Seite gibt es Schuhe, die durchaus noch mehrere Lagen im Upper verwenden, um den Schuh stabiler zu machen, Stützelemente verwenden, um einfach das Laufgefühl dann im technischen Terrain auf spitzen Steinen, im schwierigen Gelände so einfach wie möglich zu machen. Also es gibt ein großes Spektrum und man sollte sich da schon Gedanken machen, welche Waffe man sich unter die Füße schnallt. Das ist der richtige Begriff eigentlich. Ich glaube, bei INFINITE TRAILS passiert es nicht, dass man die Schuhe wechselt. Das ist bei den großen 100-Miler- oder 100k-Rennen einfach der Fall. Wenn man das so in den letzten Jahren gesehen hat, ja, da wechseln die Profis bis zu drei, viermal die Schuhe, je nachdem, ob es bergauf geht oder bergrunter geht oder über lange Distanzen, über flaches Terrain. Ist das so, Malte? Ja, das kommt auch noch vor allen Dingen auf den Untergrund an. Also laufe ich viel über steiniges, gerölliges Gelände, dann nehme ich vielleicht eher einen festeren Schuh her. Und wenn ich viel bergab laufe und dann vielleicht auch einfach einen flowigen Trail habe, der einfach so dahin gleitet, dann nehme ich dann eher einen Schuh, der mich schnell nach vorne bringt, der mich dämpft. Und da wechseln die Profis dann durchaus die Schuhe. Wie finde ich denn jetzt den richtigen Schuh? Gute Frage. Am besten kommt ihr in den Sportfachhandel, testet das Schuhwerk und nutzt Test-and-Try-Angebote. Wir sind mit adidas TERREX eben auch bei den INFINITE TRAILS beispielsweise mit vor Ort mit Testware, wo ihr wirklich von A bis Z das ganze Sortiment eben testen könnt und wirklich auf den Trails auch testen könnt. Das ist der große Vorteil gegenüber dem normalen Testen im Fachhandel, wo ich eben auf der Fläche nur testen kann. Bei INFINITE TRAILS, aber auch bei anderen Events. Ja, Isar Trails in München. Bei den Isar Trails beispielsweise sind wir auch unterwegs, genau, beim IATF waren wir auch mit einem ganz großen Testing-Setup mit vor Ort und so weiter und so fort. Also es gibt viele Möglichkeiten, eben das komplette Sortiment zu testen. Deswegen im Internet bestellen, bin ich nicht so der Fan von, ich bin Fan von Brick and Mortar, also den stationären Handel einfach zu unterstützen und da wirklich in den Handel reinzugehen und sich eine kompetente Beratung abzuholen bei eurem Spezialisten vor Ort. Und dann kann man das Ganze eben testen und sucht dann eben das Modell aus, was für einen persönlich, ja einfach für seine persönlichen Anforderungen eben am besten passt. Nehmen wir einfach mal ein Beispiel. Moni will den 15K laufen, hat sich jetzt entschlossen, hat sich angemeldet, hat zusätzlich das Fit for aIT-Programm gebucht. Welchen Tipp würdest du jetzt geben? Also wenn sie jetzt den 15K läuft, was soll das für ein Schuh sein? Was kostet so was ungefähr? Wir brauchen jetzt keine Modelle extra zu nennen oder so, sondern einfach so Standard. Jetzt ist jemand da, der ist fasziniert, findet Trailrunning richtig cool und super und will jetzt richtig anfangen mit dem Sport und will einen vernünftigen Schuh. Was muss man ungefähr investieren? Genau, du hast gerade ein gutes Thema gesagt. Ich würde erstmal nach dem Wissen oder nach den Kilometern, die man so läuft, fragen. Also quasi nach der Erfahrung. Du hast anfangen gesagt, dementsprechend für einen Anfängerschuh kommt man gut zwischen 100 und 150 Euro, kommt man ganz gut hin. Nach oben sind da natürlich noch einige Schritte zu machen. Aber ich glaube, mit einem Schuh bei 140 Euro ungefähr habe ich ein sehr, sehr solides Modell, mit dem ich extrem viel Spaß haben kann auf dem Trail. Es ist ja immer so das Thema, Männer sind ja in so einer Situation, dass man immer das Neueste und das Beste und das Teuerste haben will. Das Teuerste und das Beste, Felix, muss nicht unbedingt das sein, was man braucht, oder? Ja, das ist vielleicht gerade aktuell auch mitzugeben, dass man Hypes eigentlich immer zu einem gewissen Grad hinterfragen muss und soll. Natürlich gibt es immer das nächstgrößere Bling-Bling, das dann auch mega groß vermarktet wird und das vielleicht für Profis und andere Läufer super funktioniert. Aber doch gerade beim Laufschuh ist das sowas Individuelles, wo man einfach seine eigene Wahl treffen muss und da sollte man sich nicht zu viel von externen Faktoren beeinflussen lassen, sondern einfach wirklich in den Laden zum Test and Try hingehen, ganz ohne Vorbeeinflussung schauen, was einem taugt, was funktioniert für einen, was entspricht den eigenen Anforderungen, und sich dann nicht von Hype-Schuhen verleiten lassen. Ja, ich glaube, der Hype ist ein ganz gutes Beispiel, insbesondere auf der Straße mit Carbon-Schuhen. Also da purzeln natürlich die Weltrekorde, aber die purzeln natürlich bei den Top-Athleten, also die gerade noch das Letzte aus sich herauskitzeln können. Ich glaube, man kann standardmäßig sagen, wenn du einen Kilometer beim Marathon über 3,30 min läufst, dann brauchst du keinen Carbon-Schuh mehr, Malte, oder? Ja, ich glaube, der Benefit, der ist schon noch da. Es ist halt die Frage, wie viel Spaß macht es dann? Also auch die Top-Schuhe kann ich als Anfänger laufen. Das wird mir aber nicht so viel Spaß bereiten, wenn ich quasi das Formel-1-Modell nicht fahren kann. Da brauche ich mich nicht in einen Formel-1-Wagen setzen, sondern da reicht vielleicht auch der Porsche oder der A4 irgendwie, mit dem ich da wirklich spaßig fahren kann. Und da muss man auch so ein bisschen sein Testosteron in der Tasche lassen, glaube ich, und einfach sich ein Herz nehmen und wirklich schauen, was für mich eben passt und ja, individuell eben einfach schauen. Ja, und gerade zum Thema Carbon-Schuhe, da kommt es ja wirklich auf die Lauftechnik drauf an. Es gibt Läufer, wenn man sich die anschaut, mit der Lauftechnik kann der Schuh nicht funktionieren. Da muss man ganz nüchtern bleiben. Da macht so ein Schuh dann auch nicht Sinn. Im Grunde ist das Geld dann... ja, der Schuh schaut gut aus und wird gut vermarktet, aber wirklich weiterbringen tut einen der Schuh dann nicht, sondern vielleicht provoziert er sogar mehr Verletzungen, weil einfach die Lauftechnik nicht zum Schuh passt. Passform war ein gutes Stichwort eben, was ihr noch gegeben habt. Wie kann ich denn so eine Passform beurteilen? Also wann merke ich denn, der Schuh sitzt? Also ich sage jetzt mal, früher, wenn du Schuhe gekauft hast, dann kam der berühmte Daumen oben drauf und es wurde geguckt, wie viel Platz habe ich denn noch. Wer auf Trails oder beim Hiken, Speedhiken unterwegs ist und den Schuh zu klein gekauft hat, hat dann blaue Zehen, wenn es Berg runter geht. Also gibt es so einen Mittelweg oder gibt es irgendwie so einen Punkt, wo man sagt, das ist so ja, das sind so die Hacks eigentlich so für den Normalo? Ja, also dieser berühmte Daumen, die Faustregel mag funktionieren, aber kommt vor allem aus dem Straßenlauf, wo grundsätzlich linear gelaufen wird und ganz wenig scharfe Turns und Kurven gemacht werden, wo das Terrain quasi nicht vorhanden ist, und da kann man ruhig ein bisschen mehr Platz im Schuh lassen, da ist das nicht so wichtig. Aber im Trailrunning ist gerade die Passform, wie sich der Schuh am Fuß anschmiegt umso wichtiger, der Halt, den der Schuh am Fuß generiert, und deswegen sollte der Schuh auch nicht zu groß sein. Also die blauen Zehen kommen dann meistens im Trail-Laufschuh davon, dass der Schuh zu groß gewählt ist und man im Downhill das Rutschen anfängt, und dann quasi noch vorrutscht. Wenn man anfängt, sich im Schuh zu bewegen, werden dadurch Druckstellen und Blasen und so weiter generiert. Genau, und deswegen sollte man einen Trailrunning-Schuh doch wesentlich besser passend kaufen als zum Beispiel einen Straßenlaufschuh. Ja, ich glaube, das ist eine interessante Sache. Das wissen wahrscheinlich die wenigsten, dass es gerade so ist, dass je besser der Schuh am Fuß sitzt, desto mehr Stabilität habe ich auch, Malte, oder? Ja, ganz genau. Also ich glaube, der berühmte Daumen ist immer so eine gute Faustregel. Wichtig ist natürlich dabei, dass ich satt im Schuh stehe und mein ganzes Gewicht auch im Schuh steht, weil ich meinen Fuß einfach nochmal deutlich mehr ausspreize, als wenn ich quasi beim Sitzen den Schuh anschnüre und dann halt teste. Das ist was ganz anderes. Es geht natürlich immer unter vollem Gewicht. Dann muss der Schuh natürlich nicht nur vorne passen, wo der Daumen ist, sondern auch im Obermaterial. Ich muss den Schuh genauso schnüren, als wenn ich auf den Trail gehen würde. Es bringt nichts im Laden, den Schuh super locker zu schnüren, weil dann ist einfach dieses Gefühl ganz anders, als wenn ich wirklich auf den Trail gehe und dann auch von unten nach oben alles durchschnüren, dass alles satt am Fuß sitzt. Und dann ist auch dieses Thema Seiten halt extrem wichtig, dass mein Schuh nicht zu weit oder auch nicht zu schmal ist, dass ich da einfach satt im Schuh drin stehe, dass ich ein gutes Gefühl habe, auch im Laden direkt schon, dieser Step-In-Komfort, der ist enorm wichtig, dass man sich da halt einfach wirklich wohl fühlt in seinem Schuh, vorne ein bisschen Platz hat, gut umschlossen wird und auch hinten an der Ferse nicht rausrutscht, das ist auch nochmal ein Thema. Da haben wir noch ein, zwei Hacks, darauf können wir glaube ich gleich nochmal drauf eingehen, was man eben machen kann, wenn man irgendwie aus der Ferse hinten rausschlüpft, die verrückte Marathonschnürung fällt dann natürlich sofort. Genau, das sind eben so die wichtigen Punkte beim Schuhkauf. Empfehlt ihr, aufs Laufband zu gehen zum Testen? Ja, absolut. Also wenn man nicht die Möglichkeit hat, den Schuh wirklich sogar schon auf den Trails zu testen, wie bei unseren Test & Trys, dann macht es auf jeden Fall Sinn, den Schuh möglichst viel zu laufen und da bietet im Store natürlich das Laufband die beste Möglichkeit. Was vielleicht zuvor noch anzumerken ist, so ein Schuh muss natürlich auch immer zur individuellen Fußform passen. Und da gibt es natürlich so Sachen wie zum Beispiel einen Hallux, wo der Großzehenballen irgendwie sehr prominent ist und Irritationen verursachen kann. Und da gibt es halt dann wirklich auch Schuhe, wenn ich das schon beim Anziehen merke und eben da merke, da ist Zug drauf und Druck drauf, der wird nicht weniger werden. Und da wirklich ein Augenmerk drauf legen, wenn ich da so individuelle Problemstellen habe, dass ich da Schuhe nehme, die auch zu diesem Fuß passen. Jetzt kommt die Stunde für Malte. Der Technik-Nerd, vorhin hast du ja schon mal richtiges Feuerwerk rausgeballert mit Fachbegriffen. Drop, Grip, Speedlocker, Rocker und so weiter und so fort. Welche Begriffe, Basic-Begriffe sollte man verstehen oder kennen, damit man auch den guten Fachverkäufer im Laden versteht? Genau, also die werden dir natürlich irgendwas von dem Drop oder der Stack erzählen. Dann sag mal, was der Drop ist. Der Drop ist die Differenz der Sohlenstärke von Ferse zu Vorfuss. Also quasi, wenn ich hinten auf 38 mm Dämpfung stehe und vorne auf 28, dann habe ich einen Drop von 10 mm. Also diese berühmte Sprengung, da geht es dann eben drum. Und ja, standardmäßig ist beim Trailrunning so ein moderater Drop von so um die 8 mm eigentlich standardmäßig. Es gibt auch Marken, die einen 0 mm Drop haben, also vorne und hinten komplett gleich. Da wird die Achillessehne sehr, sehr beansprucht. Also da muss man ein bisschen aufpassen, dass man nicht aus einem 10 mm Straßenlauf, was eher so im Straßenlauf der Standard ist, dann direkt auf einen kompletten 0 mm Dropshoe geht, wo es dann sehr, sehr anspruchsvoll auf die Wade hinten drauf geht. Und wie gesagt, im Trailrunning eigentlich so moderates Mittelmaß sind so acht Millimeter. Ja, könnt ihr euch einfach merken, droppen heißt ja eigentlich runterfallen. So wie es bei Mountainbiken einen Drop gibt, ist eigentlich ganz leicht zu verstehen. Also das heißt, das ist der Unterschied zwischen Ferse und Fuß vorne. Grip haben wir schon gesagt. Grip, sag es nochmal. Genau, der Grip ist einfach, wie gut der Halt eben im Gelände ist. Da möchte ich einfach durch die Stollen und das Stollenprofil, auch durch die Gummimischung, bestmöglichen Grip generieren. Wichtig ist da halt auch einfach, dass es sehr, sehr kurze Kontaktzeiten eben hat, das sehr, sehr schwierig für ein gutes Gummi eben dort den bestmöglichen Grip zu generieren und dann auch im nassen Terrain, ihr kennt das sicherlich alle, wenn man über nasse Steine, nasse Wurzeln läuft, extrem schwierig und da haben wir mit Continental glaube ich einen Partner, der die adidas TERREX Schuhe eben sehr, sehr gut mit dem besten Grip am Markt eben dort ausstattet. Was sehr, sehr gutes Feedback bringt, auch bei den ganzen Test & Trys, die ich halt schon betreut habe, lautet immer wieder das Feedback, boah, ey, dieser Grip bei den Schuhen ist enorm. Wir hatten es jetzt gerade beim Community-Wochenende total verregnet, alles voller Schnee oben an den Gipfeln und es sind die wenigsten ausgerutscht und wenn es mal passiert ist, dann ging's sofort weiter. Beim Grip geht es einfach um den Halt. Ein Fachbegriff, den man da vielleicht noch reinhauen kann, ist eben die Lack Size, was eben nichts anderes heißt als Stollentiefe. Aber das wird gerade bei TERREX schon ganz oft verwendet. Die meisten Schuhe bedienen sich da so ungefähr 3 mm. Ab 4 mm kann man dann schon von sehr aggressiven Profilen sprechen. Nur, dass man mit dem Begriff dann auch umgehen kann. Hervorragend, auf jeden Fall. Rocker, was ist der Rocker? Genau, Rocker ist quasi diese bananenartige Vorform des Schuhs. Das bringt mir einfach ein besonders gutes Abrollverhalten, pusht mich im Downhill, aber auch im Uphill extrem nach vorne, kommt aus dem Snowboarden und aus dem Skifahrbereich, wo auch eben die Ski so ein bisschen bananenartig vorgeformt sind. Und das hilft mir einfach enorm, einfach diesen, ja, einfach zu rollen, auf den Trails einfach zu rollen, vorwärts zu gehen. Unser Chief Engineer, quasi aus dem Development Büro, der hatte so die Analogie, ich glaube, der hat irgendwie sowas gesagt wie, hey, ein Kreis rollt besser als ein Dreieck oder als ein Viereck. Und genau das war so die Analogie, die er eben auch bei den Schuhen verwendet hat. Und da gehen auch diese Profi-Schuhe, die wirklich sehr, sehr mit dem Drive nach vorne gehen, eben immer mehr hin und haben einen sehr aggressiven Rocker dann auch. Gerade auf den langen Distanzen. Also man kann sich eh die Tendenz anschauen, weg vom Track, wo quasi die Spitzen eigentlich nur im Vorfussbereich sind und da in der Ferse gar nichts quasi stattfindet. Umso länger die Distanz wird, umso mehr verschiebt sich der Schwerpunkt nach hinten, weil vor allem die Wade entlastet wird, weil man quasi den Fuß weiter hinten aufsetzen kann. Und gerade im Ultra-Bereich werden sehr, sehr rockerlastige Schuhe verwendet. TPU war noch ein Begriff, ne? Genau, TPU ist ein Plastik eigentlich und wird einfach in verschiedenen Formen verwendet, sowohl als Schutzkappe im Zehenbereich wird eine TPU-Toe-Cap verwendet, aber auch eine TPU-Platte wird beispielsweise verwendet als stabilisierungsgebendes Element. Im Moment TPU, die Trail Energy Rods vom berühmten Agravic Speed Ultra sind beispielsweise auch eben aus einem Pepax, was auch ein TPU-Material ist. Also es ist eigentlich eine spezielle Form des Plastiks. Ja, das ist ein wichtiges Thema, nämlich der ASU hat kein Carbon, was viele immer wieder sagen. Ja genau, das wird viel falsch gedacht, dass von den berühmten Carbon-Schuhen jetzt auch auf dem Trail, der Agravic Speed Ultra hat die Trail-Energy-Rods, die eben nicht aus Carbon sind, weil Carbon am Trail nicht so gut funktioniert. Es bricht deutlich schneller, man kann sich nicht so gut an den Untergrund auch anpassen und deswegen ist einfach ein TPU-Material, was sich dem Untergrund eben sehr, sehr gut anpasst, dort eben deutlich besser im Trailrunning-Bereich. Danke euch. Das war eine richtig gute Einführung. Ich hoffe, ihr habt euch die meisten Eselsbrücken noch gemerkt. Bleiben wir einfach beim Schuh und kommen mal zur Schnürung. Das haben wir eben schon gesagt, ein ganz, ganz wichtiges Thema. Je fester der Schuh sitzt, desto mehr Stabilität habe ich. Jetzt gibt es ja verschiedene Systeme. Klassische Schnürsysteme, Locksysteme. Was haltet ihr davon? Vorteile, Nachteile? Achte ich auf sowas oder ist es die klassische Schnürung? Hochgezogen und festgemacht. Ja, also ich bin immer noch ein starker Verfechter der normalen Schnürung, weil es einfach den besten individuellen Sitz erlaubt. Ich kann wirklich von vorne weg den Schuh genau so schnüren, wie er auf meinen Fuß passt. Natürlich, also man muss es wie so ziemlich alles ausprobieren. Also es gibt natürlich zum Beispiel das Speedlock-System, das wahrscheinlich jeder kennt, wo man einfach quasi zuzieht und wo die Schnürung sich dann halt ja quasi ohne Masche festigt. Dann natürlich in aller Munde ist Boa, das immer wieder von so ziemlich allen Marken irgendwann einmal aufgegriffen wird und ja genau, also man muss es quasi ausprobieren. Für viele Leute funktioniert das sehr gut. Ich für mich persönlich bin der Meinung gerade wenn es um Performance geht, dass da nichts an die wirklich normale Schnürung einfach rankommt, weil sie den besten individuellen Sitz erlaubt. Und wir reden da von einer speziellen Schnürung. Du hast vorhin schon mal gesagt, Marathonschnürung und solche Sachen. Das ist nicht so das Fashion-Style-Schnüren, was man immer wieder auf Social Media sieht, ne? Ja, genau. Also man muss den Schuh natürlich schön von unten nach oben schnüren, dass er wirklich satt am Fuß sitzt. Hatten wir eben auch schon. Und da geht es natürlich darum, einfach den bestmöglichen Halt zu generieren. Und wenn ihr eben das Problem habt, dass ich aus der Ferse so ein bisschen rausschlüpfe, dann gibt es die berühmte Marathonschnürung. Funktioniert wie folgt, dass ich quasi auf der gleichen Seite mit meinen Schnürsenkeln wieder in diese zweite Öse, dafür ist die zweite Öse auch da in deinem Trailrunning-Schuh, dort eben wieder reinfädele. Dann habe ich so zwei kleine Öhrchen und dann auf der jeweils anderen Seite fädele ich die Öhrchen eben ein und dann wird ganz normal geschnürt. Das sorgt einfach dafür, dass ich deutlich mehr in die Ferse reingezogen werde und da einfach viel, viel besseren Halt eben bekomme. Wenn ihr die Erklärung nicht ganz verstanden habt, schaut gerne mal bei YouTube rein, da gibt es sicherlich gute Videos. Ich wollte gerade sagen, YouTube oder TikTok, aber ich glaube, jeder hat jetzt wahrscheinlich schon unterwegs angefangen zu googeln. Das wird oft unterschätzt, oder? Gerade diese Kleinigkeiten, wie ein festsitzender Schuh. Das ist einfach... es ist wie bei einem Rad. Beim Rad musst du auch darauf achten, dass das Rad festgeschraubt ist am Auto und nicht irgendwo eine Radmutter locker ist. Und das ist nun mal, der Schuh ist ja die Verbindung vom Körper zum Terrain. Also das ist eigentlich das wichtigste Verbindungsstück. Ja, auf jeden Fall. Der gute Schuh, dass der zum Körper passt, zu den Anforderungen passt, das ist wirklich das A und O. Und ja, man sagt ja so schön, Trailrunning oder Laufen an sich ist das Einfachste, man braucht Schuhe und los. Und das zeigt einfach auch diese Wichtigkeit von Schuhen eben, es ist einfach die Verbindung. Und da haben wir einfach mit verschiedensten Schuhen, ich glaube, eine sehr, sehr große Auswahl. Man kann sich da total verirren, aber wenn man mal so seine Wahl gefunden hat, dann ist man, glaube ich, auf einem guten Weg. Ein Thema, das da vielleicht auch noch reinspielt in diese Connection zwischen Fuß und Schuh, ist das Thema Einlagen, das nach wie vor immer noch wahrscheinlich zu wenig Stellenwert hat im Laufsport generell. Aber jeder Mensch hat ein sehr individuelles Fußgewölbe und der Schuh kann nur so gut funktionieren, wie die Verbindung zwischen Fuß und Schuh funktioniert. Und da kann eben eine Einlage sehr viel helfen, gerade wenn ich ein problematisches Fußgewölbe habe. Wenn wir schon bei dem Thema sind, ich würde den Socken noch ganz gerne reinspielen, weil das ist ja eigentlich wiederum so eine Verbindung zwischen Haut und Schuh und ja, da werden die billigen Tennissocken aus dem Discounter gekauft und der Schuh, der 200 Euro kostet oder so, weil auch das ist ein Thema, was von vielen unterschätzt wird, oder? Ja, ganz genau. Also man sagt das, die Dreifaltigkeit, also der Schuh, die Sohle und der Socke, das muss alles sehr, sehr technisch sein und alles gut aufeinander angepasst sein. Und da geht es auch wirklich darum, einen technischen Socken auszusuchen. Keinen Tennissocken, keinen Baumwollsocken, weil das dann extrem als Dampfsperre funktioniert. Der Tennissocke verliert seine Form. Das berühmte Thema Blasen ist dann sofort ein Thema und mit einem technischen Socken, da habe ich eben dieses Problem nicht. Ganz wichtig ist auch da, dass möglichst wenig Rutsch irgendwie passiert im Schuh, also dass ich möglichst wenig rutsche. Es gibt auch Socken, die haben eine Gummierung mit im Faden, so dass ich noch mal weniger auf der Sohle rutsche. Es gibt auch Sohlen, die gummiert sind. Also man kann sich da richtig "reinnerden", wenn man genau das finden möchte, was man braucht. Wo wir da schon bei Nerdtalk sind. Es gibt Marken, die jetzt wieder das aufgreifen, diese fünf Zehensocken in dem Fall, weil es braucht jeden Zeh, jeden individuellen Zeh, um das Fußgewölbe zu spannen. Und in den normalen Socken werden eigentlich alle Zehen zu einem zusammengespannt und es soll quasi Vorteile bringen, wenn jeder Zeh für sich arbeiten kann und das Fußgewölbe besser spannen. Also selbst bei den Socken ist der Goldstandard noch nicht gefunden. Spannendes Thema, oder? Welchen Tipp, du kennst jetzt als Gasteiner natürlich die Berge und das Terrain bestens, welchen Schuh, jetzt nicht aus der TERREX-Kollektion, sondern allgemein gesprochen, was empfiehlst du? Also nehmen wir mal den 15K, das ist ein Allround-Schuhe oder... Ja genau, also wie gesagt, sehr individuelles Thema, diese Schuhwahl, gerade so auf dem 15K muss man sich jetzt nicht so viel Gedanken um die Dämpfung machen, also da wirklich ein Schuh, der möglichst gute Passform, möglichst guten Grip, gutes Laufgefühl bietet. Wenn es dann länger wird, hat der Laufspaß natürlich sehr damit zu tun, wie frisch mich der Schuh hält und da ist natürlich dann die Dämpfung das Thema. Ich bleibe umso länger frisch, je besser die Dämpfung im Schuh ist. Deswegen bekommt das ganze Thema auch im Performance-Sektor wieder viel mehr Stellenwert, weil das Gewicht dann nebensächlich ist, wenn der Muskel weniger Schaden nimmt, weil der Impact verringert wird durch diese Dämpfung, dann kann ich weiter hinten im Rennen umso mehr attackieren und im Endeffekt bessere Zeiten laufen. Aber genau, so auf den 15 Kilometern ist das jetzt noch nicht so der Stellenwert. 60K als Pendant oder extrem, da geht es schon ein bisschen ans Eingemachte, auch ins hochalpine Gelände, da braucht es Stabilität und mit Sicherheit viel Grip. Ja, absolut. Also bei diesen Laufzeiten, wie du gesagt hast, kriegt das dann eben an Stellenwert, weil es mich nach hinten raus einfach frischer hält. Also da ist dann lange Zeit, gerade im Marathonlauf, war die Devise ja, möglichst leichte Schuhe zu laufen. Da hat man so mega Leichtbauschuhe auf den Markt gebracht. Und jetzt in den letzten Jahren hat sich das quasi wieder um 180 Grad gedreht, weil man erkannt hat, dass es viel mehr bringt, zeittechnisch, wenn man frischer bleibt, wenn die Muskulatur mehr geschont wird, weil man später im Rennen einfach noch viel mehr Energie und viel mehr Leistung zur Verfügung hat und das natürlich in wesentlich schnellere Zeiten resultiert am Ende. Richtig gut, Jungs. Also das macht richtig Spaß mit euch zu fachsimpeln und ich glaube auch, jeder, der jetzt diesem Podcast zuhört, ihr wisst nicht nur, was die Schuhe können, sondern ihr wisst auch wirklich, was die Schuhe oder der Körper damit tun muss. Also schon mal vielen, vielen Dank für die erste Session. Bleiben wir beim Thema Equipment. Trailrun-Weste. Malte, genauso ein wichtiges Thema. Es gibt die unterschiedlichsten, vom ultraschweren Modell bis zum superleichten Modell, mit Köcher für die Stöcke, ohne Köcher. Was bringt mir eine Trailrun-Weste? Kann ich das nicht mit dem Rucksack auch machen? Ja, der große Vorteil, oder vielleicht gehen wir mal einen Schritt zurück und schauen uns mal an, warum brauche ich denn überhaupt die Trailrunning-Weste am Trail? Warum kann ich nicht einfach laufen gehen? Wir sind teilweise im hochalpinen Gelände, brauchen eine Jacke eventuell, wenn man irgendwie länger unterwegs ist, brauchen wir auf jeden Fall auch ein Safety-Kit, dass man eine Rettungsdecke, Pflaster und so weiter und so fort alles mit dabei hat. Und auch wenn es dann Richtung Rennen geht, da braucht man Mandatory Equipment, wo dann halt auch eine lange Hose dazugehört, wo ein Wechsel-Shirt dazugehört, auch wetterangepasste Kleidung, ob es eine Cap ist oder aber auch eine Mütze oder sowas, das braucht man alles und muss alles irgendwie mitkommen. Und da kommt dann eben diese Trailrunning-Weste mit dazu. Du hast gerade gefragt, warum nicht einfach mit einem Rucksack? Die Trailrunning-Weste sitzt einfach deutlich enger am Körper und der Rucksack, der springt ja total hin und her und mit einer gut passenden, auch wichtig, gut passenden Trailrunning-Weste, die gut an meinen Oberkörper angepasst ist, wo ich gut zuziehen kann, wo ich diverse Verstau-Möglichkeiten eben habe, wo ich alles mitbekomme, damit habe ich eben den größtmöglichen Spaß und ja, einfach die beste Performance am Trail. Ja, früher hat man ja die Trink-Rucksäcke gehabt. Also jetzt sind mittlerweile dann vorne zwei Taschen, wo die Flask reinkommen. Das heißt, eigentlich sehe ich so ein bisschen aus, als ob ich zum Fallschirmspringen gehen will oder wie auch immer. Aber ich habe halt alles am Mann und das ist sofort auch erreichbar. Ganz genau. Also das Thema Verpflegung ist auch extrem wichtig, dass ich meine Flaschen vorne direkt griffbar habe, dass ich auch wenn ich zur Verpflegungsstation komme, nicht extra mein Camelbag irgendwie hinten rausgreifen muss, sondern halt die Soft Flask einfach rausnehme. Dadurch kann ich deutlich schneller auch durch die Verpflegungsstationen durchlaufen und mich eben verpflegen. Und auch so Thema Gels und andere Verpflegung oder auch der Riegel, dass ich diese eben einfach griffbereit habe. Oder auch eine Regenjacke, dass ich wirklich einfach nach hinten greifen kann, von da aus dann direkt die Regenjacke auch über den Trailrunning-Rucksack anziehen kann, wenn es da mal oben am Grat einfach extrem kalt sein sollte. Und die kann ich dann schnell wieder ausziehen, wieder hinten reinstopfen und kann das Ganze im Laufen, on the go machen, und kann da natürlich extrem viel Zeit sparen. Es ist ja ein richtiges kleines Raumwunder, wenn man das mal so nennen will. Also es ist ja immer die Frage, Mike, wie soll ich das ganze Mandatory Equipment denn da reinkriegen? Das kriegt man da rein, weil die sind extrem flexibel. Das heißt, man kann wirklich alles reinpacken und den Tipp, den wir euch auch geben können, packt sie zu Hause einfach mal. Nehmt euch die Zeit, legt euch alles aufs Bett oder auf die Couch oder auf den Küchentisch oder was auch immer und dann versucht auch für euch, das Ganze wirklich zu verpacken. Wir haben das gesehen beim Community Weekend. Die, die das schon öfters gemacht haben, haben dann Ziploc-Beutel, da sind wichtige Sachen nochmal sicherer. Das Handy kommt auch in den Ziploc-Beutel, weil es vielleicht nachher bei vier Stunden Regen dann doch irgendwann Wasser zieht. Welchen Tipp würdet ihr denn noch den Rookies geben? Also auch was kostet eine Weste? Wie viele Liter sollte sie haben? Welches Material? Weil es gibt ja verschiedenes Material, ganz leichtes, ein bisschen was festeres, auch Schnürungen, gibt es da Unterschiede? Genau, ich glaube, so fünf Liter, mit einer Fünf-Liter-Weste kommt man eigentlich immer sehr, sehr gut hin. Also ich bin bei allen meinen Rennen, auch in den Ultradistanzen, mit fünf Litern immer sehr, sehr gut klargekommen. Kommt natürlich auch immer so ein bisschen darauf an, wie klein zusammenpackbar ist denn meine Regenjacke, meine Hose, was auch immer, da geht es natürlich dann auch immer wieder weiter ins Eingemachte und, grundlegend, ja, sollte ich da einfach schauen, dass ich alles eben verstaut bekomme. Ich glaube, über 10 Liter braucht man da nicht wirklich gehen, es sei denn, man ist wirklich seine 48 Stunden beim UTMB unterwegs und hiked das ganze Ding. Da brauche ich vielleicht ein bisschen was größeres. Aber grundlegend komme ich mit einem 5-Liter-Rucksack sowohl an den kurzen Tagen, wo ich vielleicht nur vorne meine Soft flask und mein Safety-Kit dabei habe, aber auch an den längeren Tagen, wo ich wirklich das komplette Mandatory-Equipment habe, sehr, sehr gut klar. Ja, ist eigentlich auch so ein Tool, was ich auch öfters einsetzen kann, nicht nur zum Trailrunning. Also ich sehe es im Marathon immer mehr, dass die Leute mit einer Trailrun-Weste unterwegs sind. Ich würde sagen, mittlerweile sind das wahrscheinlich 10, 15 Prozent der Teilnehmer oder vielleicht auch 20 Prozent siehst du bei einem Marathon mit einer Trailrun-Weste. Auch bei den Community-Runs in den großen Städten. Ich bin letztens in München gewesen und die Hälfte der Leute, die kommen halt mit einer Trailrunning-Weste dahin, die haben da ihr Wechselshirt drin, können das halt mitnehmen, laufen dann die Runde, können sich dann beim Bierchen irgendwie das trockene Wechselshirt anziehen und laufen dann von da aus eben nachhause. Also diese Weste, die ist so multifunktional einsetzbar, auch wenn ich mit der Familie eine kleine Wanderung mache, dann kann ich die Weste mitnehmen, schnüre sie vielleicht vorne nicht so ganz so eng, dann ist es einfach ein bisschen bequemer und sehr, sehr multifunktional eben auch einsetzbar. Sogar im Gravel-Sektor sieht man solche Westen jetzt immer mehr, weil die Leute halt drauf kommen, dass es Vorteile bringt, wenn die Masse, das Gewicht, das man mithat, einfach symmetrisch um den Körper verteilt ist und nicht alles am Rücken sitzt. Ja, und vor allem kriegst du halt wirklich auch was rein. Also das ist egal, ob du einen Trailrun machst oder einen Hike machst. Es gibt ja noch so einen Hybrid, das nennt sich Speed Hiking Rucksack. Das ist so eine Kombination aus Weste und aus Rucksack. Auch gut geeignet, aber Malte hat schon recht. Je enger das Ding natürlich am Körper sitzt, desto angenehmer ist es, weil nichts mehr bounct. Und ich habe halt wirklich irgendwie das Gefühl, es ist am Körper. Und ich habe eigentlich das Gefühl, man merkt es gar nicht. Genau, man merkt es gar nicht, man wird eins, wichtig auch dabei, vielleicht oder vor allen Dingen dann auch im Training das Ganze schon mal üben, schon mal die Key Sessions, die Long Runs und so weiter, alles schon mal im Training mit komplettem Race Mandatory Equipment schon mal üben, damit mich nicht dieses Gewicht, was ich dann eben auch noch am Körper habe, wo dann meine beiden Soft Flask mal ein Kilo wiegen und dann hinten das ganze Gewicht vom Mandatory Equipment, dass mich das nicht so komplett überrascht am Renntag. Und da ist es total wichtig, das Ganze einfach auch schon mal zu üben im Training. Der Tipp von mir, hört euch Podcast Nummer 2 an, mentale Vorbereitung. Da haben wir nämlich auch darüber gesprochen. Alles, was du schon mal gemacht hast vor dem Rennen, ist dir vertraut. Alles, was du nicht gemacht hast, ist dir unvertraut und ist eigentlich dann zum Scheitern verurteilt. Ja, ganz genau. Absolut. Und vor allem auch eben dieses, wie Malte schon gesagt hat, dieses Gewicht gewohnt werden. Wenn man immer ohne Weste unterwegs ist, ist das schon ein Unterschied, ob man dann mit einem Kilo Wasser aktuell unterwegs ist. Und das sollte auch trainiert werden. Was dann vielleicht noch anzumerken ist, zu der Weste selber, ist, wenn man mit Stöcken unterwegs ist, sollte man sich Gedanken machen, wie man die Stöcke eventuell verstaut. Und da kommen wir zum richtigen Stichwort, Stöcke. Lucas hat jetzt knapp 45 Minuten gewartet, dass wir mal richtig loslegen können zum Thema Stöcke. Stöcke, welcher grundsätzliche Benefit ist das? Ich erkläre das ganz gern mit einem Auto. Also ich wohne jetzt in so einem kleinen Bergdorf, also komme ursprünglich aus Vorarlberg, vielleicht hört man es noch ein bisschen. Und wenn ich im Flachen fahre mit dem Auto, dann ist es egal, ob ich jetzt Front- oder Heckantrieb habe, aber wenn es steiler rauf geht, dann braucht man einen Allrad oder einen Quattro, also wie man es nennen will. Und das machen genau die Stecken. Also wenn ich jetzt ohne Stecken gehe, kann ich natürlich, so wie du am Anfang schon gesagt hast, auf die Oberschenkel drücken und so auch ein bisschen den Allrad simulieren. Aber einfach mit den Stöcken kann ich noch mehr Power auf die Strecke bringen und natürlich auch die Beine entlasten, so dass ich auch weiter laufen kann. Gibt es Unterschiede bei Stöcken? Ja, extrem viel. Wenn man sich hier umschaut, sieht das so aus, ne? Ja, genau. Als Hintergrund haben wir die Winterstöcke. Aber vor uns sehen wir die Trailstöcke. Erstens mal, Gewicht ist ein großes Thema. Sie müssen faltbar sein in dem Gebiet. Es gibt natürlich auch Fixlängen, aber die werden eher weniger verwendet. Und sie müssen halt richtig passen. Also gerade auf die Strecke und auf die Person. Gewicht hast du eben schon angesprochen. Wir haben uns vorher ein bisschen unterhalten über den einen oder anderen Stock. Du hast mir den Stock gegeben, hast mir den Stock gegeben. Das eine war der Carbon und der leichteste. Dann sagst du, der wiegt 50 Gramm weniger oder mehr, wie man das sieht. Dann habe ich gesagt, das merkt man doch kaum. Dann nimmst du die beiden Stöcke in die Hand und Malte, da sind 50 Gramm richtig viel, oder? Ja, das merkst du total, wenn du 5, 6, 7, 8, 10, 12 Stunden, wie auch immer lange unterwegs bist an Stunden, da merkst du jedes Gramm und da bist du um jedes Gramm froh, das du sparst. Ich glaube, im Radsport ist es noch krasser, weil du ja da auch wirklich, ja, teilweise werden da Löcher irgendwie in die Streben reingebohrt und so weiter, da wird wirklich jedes Gramm gespart und natürlich auch beim Trailrunning ist es extrem wichtig, dass du gute Performance hast, dass du gerade in diesem High-Performance-Bereich wirklich schnellstmöglich diesen Berg hoch und wieder runter kommst. Und da zählt jedes Gramm. Lucas, wenn wir jetzt mal den 15K-Läufer wieder nehmen, den Einsteiger, wie geht er an das Thema heran? Also wo bekommt er eigentlich Stöcke? Wo kann er sich beraten lassen? Und gibt es so einen Allrounder? Also prinzipiell würde ich jedem empfehlen, bevor ihr so ein Rennen macht, davor schon mal mit Stöcke gelaufen zu sein. Also jetzt, ich bin vor Ort bei INFINITE TRAILS und ihr könnt natürlich zu mir kommen. Ich habe Leihstöcke auch dabei und ihr könnt natürlich das auch nehmen und gleich beim Rennen probieren. Ist jetzt aber nicht meine Empfehlung. Also ihr könnt euch auch bei mir beraten lassen oder wie die Jungs davor schon gesagt haben, im Sportfachhandel, in einem gut sortierten, habe ich einfach ja mittlerweile auch viele Trailrun Stöcke, viele Modelle, auch viele von uns natürlich. Und da kann ich mich natürlich ein bisschen durchprobieren. Beim Probieren ist jetzt halt der Unterschied zum Schuh, da reicht es natürlich nicht, wenn ich im Geschäft fünf Meter auf und ab gehe. Und dann ist natürlich jetzt wie bei INFINITE TRAILS einfach super, ihr kommt zu mir, ich gebe euch den passenden Stock und dann könnt ihr einfach mal im Training davor, danach, währenddessen natürlich auch probieren. Der Tipp ist nur von uns, wer sich Stöcke ausleihen will, muss früh aufstehen, weil das war letztes Jahr sehr gefragt, da standen die Leute ja schon vor dem Zelt, bevor der Lucas gekommen ist und der war um 9 Uhr da. Aber ihr könnt es auch damit verbinden, dass ihr früh zur Registration geht. Also das ist so eigentlich eine ganz gute Geschichte. Lass uns bei den Stöcken bleiben. Für die Größenermittlung, gibt es da so eine Standardregel, was man sagt? Früher hat man ja gesagt, unter die Armbeuge oder was auch immer gibt es das so, oder ausgestreckte Arme, ein bisschen so wie beim Skifahren? Genau, also das mit Armbeuge da bist du ja schon im nordischen Bereich dann sind sie nämlich zu lang. Prinzipiell ist es eins zu eins wie im Skifahren du stellst dich gerade hin dann hast du den Stock so in etwa da, wo deine Füße sind und dann sollte zwischen Unterarm und Oberarm so ein 90 Grad Winkel sein Das ist jetzt gerade für Anfänger eine gute Faustregel. Aber gerade im Trailrun-Bereich, wenn jetzt die Läufer besser werden, dann nehmen sie auch gerne mal längere Stöcke her, dass sie einfach mehr schieben können. Aber auch wenn es sehr steil ist, dann werden die Stöcke wieder ein bisschen kürzer. Also sprich für den Anfänger, 90 Grad zwischen Oberarm und Daumen, das ist so eine gute Einstiegsregel, sage ich jetzt mal. Also hat der Profi einfach mehrere Stöcke und passt die dann gemäß dem Terrain an? Genau, also wenn man jetzt zum Dolomitenmann schaut, da haben sie oft mal ganz, ganz kurze Stöcke mit, weil es einfach einen Teil gibt, der extrem steil ist. Und wenn ich da dann einen 1,20er Stock habe, dann bin ich einfach aufgeschmissen und muss dann die Hände so weit raufgeben und das ist dann viel anstrengender, wenn ich einfach kurze Stöcke dabei habe. Wie ist das bei euch? Lauft ihr gerne mit Stöcken? Weil viele sagen ja. Oder wann setzt ihr Stöcke wirklich ein? Ja, also gerade bei mir war es so, dass ich ja aus dem Langlauf komme und mir das gerade am Anfang extrem viel gebracht hat, weil ich es einfach gewohnt bin, einen Teil meiner Leistung über die Arme zu generieren. Und deswegen war ich am Anfang meiner Trailrunning-Karriere unter Anführungszeichen fast nur mit Stöcke unterwegs. Ich habe es mir jetzt über die Jahre angeeignet, ja viel auch ohne Stöcke zu laufen, um mich einfach daran zu gewöhnen. Aber genau, ich kann einfach den Körper viel ausgeglichener belasten. Also ich habe Abnehmer, das ist meine Muskulatur, über die Muskeln kann ich Energie generieren und meine Beine sind irgendwann ausgeschöpft an der Menge von Sauerstoff, den sie abschöpfen können und dann kann ich anfangen Leistung über die Hände zu generieren und umgehe dieses Bottleneck, den halt irgendwann die Beine einfach darstellen und das ist halt wichtig, auch diese Muskulatur zu trainieren. Gerade wenn ich vorhabe, das erste Mal, Rennen mit Stöcken zu bestreiten, es sind genauso Muskeln, genauso Muskelphasen, die trainiert gehören, die auf Ausdauer trainiert gehören und so weiter. Sonst werde ich es ganz schnell merken, dass mir das Laktat einschießt in die Hände und dann bringt es mir auch nichts mehr. Also es ist wirklich wichtig, auch wirklich viel die Arme zu trainieren, wie ich es mit den Beinen sowieso immer mache. Also der Muskelkater ist auch in den Armen vorprogrammiert. Lucas, verschiedene Stöcke, verschiedene Modelle, verschiedene Materialien, wahrscheinlich auch verschiedene Gewichte. Im Trailrun-Bereich hat sich eigentlich das Carbon durchgesetzt. Wir bei Leki verwenden da unser bestes Carbon für die Trailrun-Stöcke, weil es einfach das leichteste ist und mit die besten Performance hat. Es gibt auch Stöcke, die aus Aluminium gemacht sind, die werden aber relativ selten verwendet, haben aber dann natürlich den Vorteil, dass sie länger halten. Aber wie wir schon vorher gesagt haben, das Gewicht ist einfach sehr, sehr ausschlaggebend. Wir haben am Anfang, bevor wir den Podcast gestartet haben, nochmal die Stöcke angeschaut. Es gibt ja auch Allrounder-Stöcke, die also quasi einen Verstellverschluss haben, einen Schnapper haben, wo ich dann wirklich auch flexibel meine Stockhöhe verändern kann. Genau, da wären wir in dem Bereich, was du schon gesagt hast, in dem Speed Hiking. Also wenn ich jetzt ein schnelles Gehen mache, ab und zu mal laufe, aber auch schnelles Gehen oder Wandern. Diese Stöcke sind bei uns aber auch aus Carbon gemacht und daher sind sie auch relativ leicht, sage ich jetzt mal. Also zum Vergleich, dass ihr euch was vorstellen könnt, der leichteste Stock bei uns bei 1,20 hat 120 Gramm, ein Stock. Und dieser verstellbare hat eben diese 182 Gramm. Das macht dann schon einiges aus. Genau. Aber ich hätte es nie gedacht, also wirklich, dass es so viel ausmacht. Also 50 Gramm ist jetzt irgendwie nicht so viel, wenn man denkt. Das ist eigentlich gar nichts. Aber wenn man die 50 Gramm mal in den Händen hat und die über, wie Malte schon gesagt hat, über Stunden eigentlich dann im Einsatz hat, dann sind 50 Gramm Unterschied schon viel. Genau, extrem viel. Oder aber, wenn man es jetzt quasi zu Aluminium vergleicht, dann sind es 100 Gramm. Okay. Also pro Stock. Das heißt, ihr habt dann pro Seite 100 Gramm mehr und ich spare sonst ja immer ein, beim Mandatory Equipment und so weiter, und da muss ich natürlich bei den Stöcken auch schauen, dass das einfach leicht und perfekt ist. So ein Stock sieht jetzt aus wie ein Langlaufstock, also sagen wir mal so wie die in der Nordischen, also Cross-Country oder wie auch immer. Ist irgendwo, hat unten seinen Stecken drin, hat eine Spitze, hat oben einen Korkgriff, damit er auch wirklich gut in der Hand liegt, auch die Feuchtigkeit absorbiert. Und ich glaube, das ist einer der USPs eigentlich bei Leki, dass ich eine Handschlaufe habe, die ich oben also schnellstmöglich mit einem Schnellverschluss einfach einklinken kann. Vielleicht kannst du da mal ein bisschen was dazu erzählen. Was sind denn die Besonderheiten jetzt gerade an so einem Trailrun-Stock? Weil der eine oder andere sagt ja vielleicht, ich habe noch so ein paar alte Stöcke da vom Wandern, oder wie auch immer. Für den Anfang wird das wahrscheinlich funktionieren, aber wenn man ambitionierter ist, dann will man ja auch was anderes haben. Und warum macht ihr das eigentlich mit den Handschlaufen? Also die Handschlaufe kennt man aus dem Skibereich, also dieses Trigger-System und hat einfach folgenden Vorteil, dass der Stock immer da ist, wo ich ihn brauche. Also wenn ich hinten einmal, wenn ich abgestoßen habe und mich da auch mal entlaste, die Hand einmal weg tue vom Stock, kann ich sofort wieder hingreifen und habe den Stock sofort wieder in der Hand. Ja, der Nachteil ist, dass ich einfach unter der Schlaufe, gerade wenn es jetzt so Temperaturen hat wie heute, Innsbruck, 32 Grad, dann schwitze ich natürlich unter dieser Handschlaufe. Aber der Vorteil ist wieder, wenn ich runterlaufe, sehr schnell, habe ich dann natürlich auch schon Schutz. Das heißt, wenn ich einen Sturz hätte, bin ich natürlich bei der Hand geschützt. Und das bringt natürlich auch Vorteile, gerade wenn es jetzt technisch schwieriger wird. Also das heißt, Felix, man lässt eigentlich die Handschlaufe an der Hand und macht nur den Stock dann ab? Ja genau, also eben bei diesem Leki-System, das ist eben dieser USP, dass ich mit einem Klick sofort die Hand frei habe, bei der Labestation das Gel greifen kann, die Flask auffüllen kann und dann sofort wieder drinnen bin und da nicht irgendwie mit Adrenalin wieder den Stecken in die Schlaufe einfädeln muss und wieder Gas geben kann, sondern es geht einfach viel, viel schneller und viel, viel unkomplizierter. Und deswegen hat sich das vermutlich auch so durchgesetzt. Alles, was man beherrschen will, muss man üben. Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig. Ich habe gestern erst noch ein ziemlich cooles Video auf Social Media gesehen vom Ski Mountaineering, wo einer in 2,4 Sekunden seine Felle runtergezogen hat von den Ski und auch gleichzeitig verpackt hat, wieder im Anzug. Stöcke sind einfach gewöhnungsbedürftig, wenn man sie aufmacht und zusammenschiebt. Es gibt die verschiedensten Systeme, sowas sollte man üben, oder? Damit man auch genau das, was Felix ja eben gesagt hat, damit das Adrenalin eben nicht da ist. Das heißt, je öfter ich das mache, desto besser ist es. Genau, und gerade auch im Training einmal versuchen, wenn ich auch schon ermüdet bin, weil meistens muss ich es ja zusammenbauen, wenn ich schon was geleistet habe und da muss ich natürlich auch das mal trainieren. Ihr könnt natürlich auch bei INFINITE TRAILS zu mir vorbeikommen, ich habe so eine Messstation dabei, da könnt ihr schauen, wie schnell seid ihr jetzt, um die Stöcke zusammenzubauen und dann wieder auseinanderbauen. Also da gibt es so ganz gute Challenges und da waren schon ein paar unter drei Sekunden. Ich persönlich war so bei 3,6. Das war vielleicht so ein Lucky Punch, aber kommt vorbei und probiert es einfach mal, weil es ist recht spannend. Ja, wir machen das auch. Die Leki Stock Challenge am Freitag ab 9 Uhr gibt es eine Qualifikation. Mittags gibt es dann das Semifinale und anschließend das Finale. Das heißt also auch deshalb ein Grund, wieder früh zur Registrierung zu kommen. Jungs, habt ihr das schon mal gemacht? Ich muss ehrlich sein, noch nie. Ich werde es auf jeden Fall probieren beim nächsten Mal. Ich war letztes Jahr am Stand. Ich habe so dreieinhalb Sekunden oder sowas gebraucht. Oh, er hat dich geschlagen, Lucas. Hast du gehört? Ja, der Malte ist ein Profi. Genau. Ich übe es aber auch im Training sehr, sehr viel. Das ist ganz oft, dass ich vor allen Dingen nach meinen Intervall-Sessions, wo du, Lucas, schon sagtest, dann einfach ermüdet nach Hause komme und dann auf den letzten drei, vier, Kilometern, wenn ich einfach nur noch locker auslaufe, einfach meinen Stock fünf, sechs Mal zusammen, auseinander, zusammen, auseinanderfalte und wirklich das Ganze übe. Ob dann in den Köcher hinten rein oder hinten in die Stockschlaufen an der Hose, das Ganze einfach übe, übe, übe, damit es auch im Rennen einfach möglichst gut passt. Genau, wie der Malte schon gesagt hat, vor allem auch das Verstauen dann trainieren. Da gibt es ja jetzt mittlerweile auch verschiedenste Systeme, wie man Stöcke am besten an seinem Körper verstaut. Zum einen eben diese, das nennt sich Pole Loops, das sind so angenähte Schlaufen an der Hose, wo ich die Stöcke durchschieben kann. Immer mehr durchsetzen tun sie jetzt diese Köcher, die an den Trailrun-Westen angebracht werden. Genau, und dass ich das halt wirklich auch trainiere, diese Stöcke da so schnell wie möglich im Köcher oder in den Loops verstauen. Jetzt gilt immer, Gewicht heißt irgendwo Kompromisse eingehen. Das heißt, Gewicht versus Stabilität versus Langlebigkeit, das ist so ein Thema, was man einfach abwägen muss und auch verstehen muss, dass wenn ich mir einen Carbon-Stock hole, dass der eigentlich für eine kleinere Gruppe geeignet ist und nicht für den normalen Läufer. Hat wahrscheinlich auch was mit Gewicht zu tun, denn ich spare mir zwar Gewicht, aber ich darf wahrscheinlich auch nicht zu viel Gewicht drauf setzen. Genau, also ich hole ein bisschen aus. Also beim leichtesten Stock bei uns ist das obere Rohr 14 mm und das untere 12 mm. Also wenn man sich das auf dem Lineal anschaut, der Durchmesser, das ist nicht viel. Und wir sagen auch immer dazu, das ist ein Rennprodukt und es ist auch wirklich für die Rennen ausgelegt. Und wir haben aber auch einen Stock, der ist ein bisschen dicker, stabiler. Gerade für Trainingszwecke kann man den auch super verwenden. Und dann habe ich auch zum Beispiel zwei. Oder die Profis haben oft mal mehrere. So wie du sagst, abwägen, der kostet natürlich was, das ist klar, aber wie gesagt, ein Rennprodukt und ist halt auf Leichtigkeit ausgelegt. Wegen der Stabilität, von oben Druck hält der relativ viel aus, also 130 Kilo von oben ist relativ viel, aber man weiß, man kennt das von den Carbon-Stöcken, seitliche Belastungen, da wird es natürlich schwierig oder wenn ich irgendwo bei einer Wurzel einhänge, ist halt der Bruch vorprogrammiert, sage ich jetzt mal. Aber da sind unsere Stöcke oder sage ich mal, wir versuchen da nachhaltig zu arbeiten. Wir können jedes Teil wechseln. Also ich habe meistens irgendwas dabei, dass ich irgendwie aushelfen kann, Schlaufen etc. Und gerade auch jetzt einfach Leki fragen oder beim Händler kaufen, dann hingehen, der wechselt das auch kostenfrei aus und dann können sie dann sofort wieder laufen gehen. Also das versuchen wir von Leki natürlich, dass wir da sofort den Kunden auch bedienen können und das ist ein Glück. So Technical Failures können ja ganz schöne Pain Points sein in so einem Rennen. Wenn man ganz gut vorne liegt, dann passiert irgendwas. Welchen Tipp gebt ihr? Habt ihr bestimmt auch schon erlebt, wenn man so einen Pain Point hat oder Erlebnisse wie mir ist der Stock gebrochen, mir ist der Schuh kaputt gegangen oder so. Wie kann man sich auf sowas vorbereiten? Ich glaube, Vorbereitung ist genau das Ding. Ich hatte das tatsächlich vor zwei Jahren. Mir ist es vorher noch nie passiert. Ich habe mir noch nie über einen Stockbruch Gedanken gemacht. Ich bin den L-Loop gelaufen und dann zum Stubnerkugel hoch ist mir der Stock gebrochen und ich konnte ihn nicht zusammenschieben. Das heißt, die obersten zwei Glieder sind ineinander verhakt und ich hatte so einen halblangen Stock. Und da war es natürlich dann enorm stressig, einfach mit dieser Situation umzugehen. Deswegen hätte ich im Vorfeld mir mal diese Worst-Case-Szenarien so ein bisschen ausmalen, mich mental drauf einstellen sollen. Ich glaube, wir hatten es ja auch in einem vorherigen Podcast schon, so diese mentale Einstellung, die Worst-Case-Szenarien mal so durchspielen, dann ist es gar nicht so schlimm. Ich habe meinen Stock dann halt irgendwie oben in die Weste reingesteckt und habe dann gepowerhiked. Das kann ich eh und das mache ich eh im Training. Und dann hat es auch gepasst. Aber diese stressigen 15 Minuten, die ich da hatte und dann irgendwie hantiert habe mit dem Stock, die hätte ich mir echt sparen können. Und ja, ich glaube, da ist einfach dieses Worst-Case-Szenarien ausmalen, visualisieren enorm von Vorteil, wenn man das im Vorfeld macht. Ja, ich glaube, alles, was du schon mal probiert hast, das speichert das Gehirn ja ab. Und wenn dann so eine Situation kommt, dann kannst du es auch dementsprechend wieder abrufen. Und ich glaube, mit solchen Sachen muss man sich einfach viel mehr beschäftigen. Und das gehört zur mentalen Vorbereitung halt einfach auch. Das heißt, so wie du sagst, einfach mit dem Thema beschäftigen, was kann mir passieren oder so. Soll ich mir so eine zweite Handschlaufe mitnehmen? Könnte man, aber die Handschlaufen, also meine Empfehlung ist natürlich wenn ich so einen Wettkampf mache, dann schaue ich dass das Material passt, also ich schaue jetzt an, dass ich jetzt halt nicht einen Stock habe, mit dem ich schon 300 Kilometer gelaufen bin, sondern ich schaue, dass ich einfach ein Rennprodukt habe, das nehme ich für das Rennen her und ein Trainingsprodukt und somit kann ich schon relativ viele, Materialfehler beheben, also wenn ich eine Schlaufe habe, eine zweite, die ich nur fürs Rennen hernehme dann hält die ja relativ lange und dann habe ich einfach die Sicherheit okay, ich weiß, dass das Material passt. Ich kann mich voll auf meine Leistung konzentrieren und das ist eigentlich der Tipp, den ich so weitergebe für das Material. Also im Prinzip ist es einfach immer wieder eine Kopfsache. Alles das, was man vorbereiten kann, wo man sagt, hey, ich bin körperlich gut, ich habe das beste Material, ich habe alles durchgespielt. Aber dann kann trotzdem was schief gehen, oder? Felix, man kann stürzen, man kann sich wehtun, man kann sich ein Bein brechen, einen Arm brechen. Und Felix ist ja Medizinstudent und deswegen auch eine gute Überleitung. Ich kann einen Stock nehmen, um auch eine Verletzung zu schienen draußen. Genau, ganz nach dem Thema, it's not stupid if it works, ist das Thema auch in der ersten Hilfe. Ja, im Grunde, es geht darum, den Patienten oder mich selber bestmöglich zu versorgen, bestmöglich vom Berg runter zu bringen und da kann ich auch kreativ werden. Also da kann ich, wie gesagt, zum Beispiel den Stock dann als Schiene verwenden und dann zum Beispiel mit einer Jacke quasi das das Ganze fixieren, da gibt es ganz viele Sachen, die man sich einfallen lassen kann. Auch so dann, was ihr aus dem First Aid-Paket rausholen könnt. Was kann man denn noch rausholen? Spannendes Thema. Einiges, ja. Also gerade so, was die Rettungsdecke betrifft. Man kann die Rettungsdecke, wenn man die näher betrachtet, ist sie ganz leicht durchscheinend. Wenn ich jetzt zum Beispiel irgendwo unterwegs bin und ich verliere meine Sonnenbrille, kann ich die zum Beispiel als behelfsmäßige Sonnenbrille verwenden. Wenn ich so einen Streifen aus der Hilfedecke verwende und mir die vor das Gesicht halte, irgendwie unter der Kappe fixiere, dann kann ich zum Beispiel Schneeblindheit so vorbeugen. Oder zum Beispiel die Körperwindel, wo ich die Rettungsdecke hinten in die Jacke reinstopfe, unterm Schritt hochziehe und mir vorne in die Leiste reinstopfe. Was so die beste Möglichkeit ist, um einer Unterkühlung entgegenzuwirken. Genauso wie eben zum Beispiel die Regenjacke kann ich als behelfsmäßiges Dreieck-Tuch verwenden, um zum Beispiel bei einer Schulterluxation die Schulter zu entlasten. Ja, genau. Und einfach kreativ werden, die bestmögliche Lösung finden. Es gibt nicht für alles Leitlinien. Also das ist in der Bergrettung generell einfach so. Und solange es dem Patienten oder mir hilft, ist es absolut gerechtfertigt. Und da kommen wir nochmal zum Thema der Sinn und Zweck des Mandatory Equipments. Ist ja nicht dafür da, dass man am Start steht und lang, lang losläuft, sondern das Mandatory Equipment ist ja eigentlich dafür da, dass ich in einer extremen Situation, die kann wetterbedingt sein, die kann aber auch durch eine Verletzung oder einen Sturz passiert sein, dass ich da irgendwo liege und es dauert mal eine Stunde oder anderthalb Stunden bis eine Bergrettung oder Rettungskräfte da sind, je nachdem, bei einem Ultra- oder bei einem 100k-Rennen. Das wird in Gastein nicht passieren, aber jetzt bei großen Rennen über 170 Kilometer, da kann es auch irgendwo mal, wenn du in der Botanik bist, mal länger dauern, bis jemand kommt. Und dafür ist es ja eigentlich gedacht, dass ich mich dann selbst schützen kann und mir auch selbst helfen kann, weil das nützt mir ja gar nichts, wenn ich dann da, ja, dann warte ich eine Stunde und bin dann ausgekühlt und bin dann auch hops, oder wie? Ja, absolut. Also eben, wie gesagt, es hat schon einen Sinn, wenn der Mike im Auftakt zum Rennen immer wieder auf die Wichtigkeit dieses Safety Equipments verweist. Es ist einfach so wichtig und es soll Läufer geben, die da nicht ehrlich sind, nicht alles einpacken, die gewisse Workarounds sich einfallen lassen, zum Beispiel Seidenunterhosen als lange Unterhosen verwenden oder sonst irgendwelche Spitzenunterwäsche, weil sie halt am leichtesten ist. Aber da muss man mal ganz ehrlich sein und den Sinn dahinter hinterfragen. Der Sinn ist nicht gegeben. Und zweitens komme ich wieder auf das Thema mentale Vorbereitung. Du gehst ja zum Start mit einem Stresspotenzial, wo du denkst, bitte, bitte, jetzt lass mich nur nicht kontrolliert werden. Also das heißt, ich versuche ja nicht zu betrügen oder was weiß ich, aber ich versuche irgendwie den anderen Weg zu nehmen und bringe mich da in eine Stresssituation. Und wenn ich dann wirklich nachher in einer Gefahrensituation bin, dann wird mir die Seitenstrumpfhose nichts nutzen. Ich fand es super, super spannend mit euch dreien heute über das Thema Technik zu reden. Einen Punkt wollte ich noch bringen und zwar Technik. Es geht um Nerds. Es geht immer wieder um Elektronik. Und Malte, das Thema Uhr, ich glaube, da könnten wir eine Stunde lang drüber reden. Das, was wir euch mitgeben wollen, ist, dass jeder Uhrenhersteller ein eigenes Profil hat. Das heißt, wenn man mit einer Garmin, mit einer Suunto, mit einer Apple Watch, mit was auch immer, mit einer Coros zusammen läuft, dann wird jeder eine andere Höhenmeterzahl und jeder eine andere Kilometerzahl haben, richtig? Ja, das kann passieren und wir sind in den Bergen unterwegs, da ist manchmal das Satellitensignal nicht so gut und das ist halt Trailrunning, also das hat auch einen gewissen Charme, dass wir jetzt nicht unsere Strecken nur nach der Pace und auf 42,195 Kilometer genau auf die Sekunde abstoppen, sondern es geht doch um die Erfahrung am Berg, oder? Und da soll man wirklich einfach eine gute Zeit haben am Berg und natürlich sind die Uhren extrem gute Hilfsmittel. Es ist auch extrem wichtig, den GPX-File auf der Uhr zu haben, dass man sich halt in einer Situation, wo man vielleicht keinen Menschen vor sich oder hinter sich hat, eben noch zurechtfindet und schaut, bin ich noch auf dem Trail, wie komme ich denn bestmöglich auch zu meinem Startpunkt zurück, dass ich so ein bisschen ein Gefühl habe, wie lange bin ich schon unterwegs, wann muss ich mich das nächste Mal verpflegen. Ich habe beispielsweise bei mir alle 20 Minuten einfach einen Wecker auf der Uhr, dass ich mein Gel eben dann nehme alle 20 Minuten und auch, dass ich einfach in der richtigen Herzfrequenzzone unterwegs bin. Das ist auch extrem wichtig, einfach mit dem Puls gut zu laufen, dass wir da halt einfach die reliabelste Pulsmessung eben haben, dass wir hier wirklich einfach möglichst gut kontrollieren können, bin ich gerade in meinen Zonen unterwegs und bin ich total drüber und am nächsten Berg gehe ich total hoch oder könnte ich vielleicht auch noch deutlich mehr rausholen. Vielleicht laufe ich auch total unter meinen Möglichkeiten. Das ist eigentlich durch Puls am besten zu kontrollieren. Kann so ein bisschen die Vertikalgeschwindigkeit noch mit dazu nehmen, wenn man so ein bisschen aus dem Training rausfindet, okay, was ist so meine Schwellengeschwindigkeit, wie viel Höhenmeter pro Stunde kann ich denn laufen und das kann man dann noch so ein bisschen mit hernehmen. Pace ist da eigentlich im Trailrunning-Bereich nicht wirklich ausschlaggebend. Das braucht man nicht wirklich. Und ja, das sind eben so die wichtigsten Punkte, die ich auf meiner Uhr habe und die auch extrem wichtig sind. Ja, einfach zu wissen, wie benutze ich meine Uhr und da schaue ich dann natürlich. Ja, damit muss ich mich einfach beschäftigen. Ich muss wissen, wie meine Uhr mit welchem System interpretiert. Einen Punkt würde ich noch ganz gerne mit euch ansprechen, gerade mit dir, Malte. Das sieht man immer wieder bei den Community Weekends oder bei den Test-and-Try-Aktionen. Wenn du mit den Leuten draußen zum Laufen bist, machst du Techniktraining und insbesondere mit Stöcken. Das heißt, sowas muss man auch lernen, oder? Gut, wenn man wie Felix Biathlet gewesen ist, dann hat man halt einfach diesen Rhythmus vom Skaten drin, dann weiß man, wo die Arme auch dementsprechend hingehen, aber man sollte schon üben, wie man bergauf und bergab mit Stöcken läuft. Ja, definitiv, das ist extrem wichtig. Es ist natürlich auch unterschiedlich, ob ich bei 45 Grad Steigung mit meiner Doppelstocktechnik mich irgendwie hochhiefe oder im 1:1er wirklich auf leicht, so falls flat, auf leicht ansteigendem Gelände unterwegs bin und dann wirklich einen Schritt pro Stockhieb eben habe und das muss man eben so ein bisschen üben. Da gibt es diverse YouTube-Tutorials beispielsweise, wo man mal reinschauen kann, wie das Ganze funktioniert. Es wird natürlich bei diversen Community-Runs gezeigt, wir hatten es eben auch beim Community-Weekend, da habe ich es auch ein bisschen angeboten. Mit der Base Five sind wir auch recht oft unterwegs und bieten da eben auch Stocktraining etc. an und da sind wir wirklich hinterher, dass einfach die Technik auch vermittelt wird. Lucas hat vorhin gesagt, ich bin mal gespannt, was die Experten sagen. Hast du noch eine Frage an die Jungs? Jetzt schauen wir mal, wie sie laufen und vielleicht fällt mir dann im September noch eine Frage ein, aber ich glaube, sie haben recht viel beantwortet. Also, ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Das war Episode Nummer 5 des INFINITE TALK, dem Podcast der adidas TERREX INFINITE TRAILS in Gastein. Wir haben eben schon ein Thema angerissen. Das nächste Thema wird Sportverletzungen im Trailrun-Bereich sein und die dementsprechende Prophylaxe mit Prof. Dr. Volker Schöffel. Also reinhören. Wir hören uns in 14 Tagen. Music.